Klima statt Fische – Journalisten entwickeln Nutzungsidee für ehemaliges Sea Life Center

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Foto: Stadt Königswinter

Königswinter – Mit der Schließung des Sea Life Center hat die Stadt Königswinter ein neues Problem. Erstens fällt eine Touristenattraktion weg, zweitens muss über eine neue Nutzung entschieden werden. Ein Abriss wäre unter Umweltgesichtspunkten nicht die beste Lösung – unter optischen vielleicht schon.

Nun machen die Journalistin Katrin Janßen und der Journalist Hansjürgen Melzer den Vorschlag, das ehemalige Aquarium in ein Klimazentrum umzufunktionieren: „Eine solche Option, die aus unserer Sicht sehr viel Sinn machen würde, wäre eine Ausstellung zum wichtigsten Thema unserer Zeit, dem Klimawandel.“, so Janßen und Melzer.

Für Janßen und Melzer würde ein Klimazentrum der Stadt Königswinter viel Positives bringen: die Entfaltung einer großen touristischen Strahlkraft, ein verbessertes Stadtimage, die Förderung eines ganzjährigen und wetterunabhängigen Tourismus. Außerdem böte sich für die Altstadt die Chance, ein Schaufenster für einen außerschulischen Lern- und Bildungsort für junge Menschen zu sein.

Den Standort Königswinter halten die Ideengeber auch wegen der Nähe zum UN-Klimasekretariat in Bonn (UNFCCC) für ideal. Sie erinnern an die Rolle der Bundesstadt als Gastgeber der Weltklimakonferenz 2017 und sehen die große Chance, dass die Stadt Königswinter beim Thema Klima eine Vorreiterrolle spielen könnte. Die Stadt hätte sich ja das „ehrgeizige Ziel“ gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden.

Natürlich spielt für Janßen und Melzer auch die Nähe zum Siebengebirge als ältestem Naturschutzgebiet Deutschlands eine Rolle. Für sie ein starkes Argument.  So schwebt ihnen vor, die rund 2000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche um eine Außenausstellung im Siebengebirge sinnvoll zu erweitern und dort Themen wie Waldumbau und Wildnisgebiet in Kooperation mit dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge oder den Landesbetrieb Wald und Holz NRW darzustellen und zu erklären.

Was die Finanzierung betrifft, sehen die beiden Journalisten gute Möglichkeiten: „Im Rahmen des Förderaufrufs Erlebnis.NRW fördert das Land mit Mitteln der EU innovative und authentische Erlebnisangebote mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Dies würde die finanzielle Eigenleistung der Stadt Königswinter in engen Grenzen halten.“, erklären sie.

Dass ein solches Klimazentrum nicht nur eine Idee bleiben muss, belegen die Journalisten mit bereits bestehenden vergleichbaren Projekten in Deutschland. In NRW sei bislang nur die Klimaerlebniswelt in Oerlinghausen am Teutoburger Wald geplant, mit deren Bau gerade begonnen wurde.

Auch „hochrangige und kompetente Partner“ haben Janßen und Melzer bereits ausgemacht: das UN-Klimasekretariat in Bonn und die Bonner Universität. Angedockt werden könnte nach ihren Vorstellungen zudem eine Gastronomie, „vielleicht auch Tagungsräume im ehemaligen Drachenfelshotel, das durch einen Investor im Jahr 2023 saniert und umgebaut werden soll. Damit ließen sich an dem Standort sicherlich hohe Besucherzahlen erreichen“, sind die beiden überzeugt.

Vielleicht macht ja sogar das Klimazentrum als gemeinsames Projekt mit der Stadt Bad Honnef Sinn.

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