Konferenz „Daring Cities 2022“: Schnelles Handeln in der Klimakrise

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Klimawandel und Corona - Die Menschheit muss sich etwas einfallen lassen

 

Bonn – Mehr als 2.500 Kommunen weltweit haben – wie die Stadt Bonn – den Klimanotstand ausgerufen. Das virtuelle Forum „Daring Cities“ will lokale Schutzmaßnahmen präsentieren und fördern, um den Klimanotstand zu bekämpfen. Die Konferenz wird vom Städtenetzwerk für Nachhaltigkeit ICLEI mit Sitz in Bonn gemeinsam mit der Stadt Bonn veranstaltet und findet von Montag bis Freitag, 3. bis 7. Oktober 2022, statt.

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Die Klimakrise brachte 2022 Überschwemmungen und Hitzewellen, Dürren und Waldbrände weltweit. Doch die globale Reaktion auf den Klimanotstand ist aufgrund von COVID-19, des Ukraine-Krieges und der drohenden Rezession ins Stocken geraten.

Ebenso wie Bonn haben viele Städte bereits eine Zielmarke gesetzt, an der sie klimaneutral sein wollen. Für Bonn ist das 2035. Oberbürgermeisterin Katja Dörner, die im ICLEI-Weltvorstand für das Portfolio Klimaschutz und Niedrigemissionen zuständig ist, sagt: „Seit den 1990er Jahren ist Bonn aktiv im Klimaschutz. Inzwischen wissen wir, dass wir große Veränderungen brauchen, um eine lebenswerte Zukunft für alle zu sichern.“ Als Mitgastgeberin der „Daring Cities“ betont sie zudem: „Diese Anstrengung kann nur gemeinschaftlich geleistet werden – vor allem im konstruktiven Zusammenwirken aller Regierungsebenen lokal bis national.“

Die dritte Ausgabe von „Daring Cities“ führt erneut mehr als 1.000 Vertreter*innen engagierter Städte und Regionen mit Teilnehmenden aus der Wissenschaft, dem Finanzsektor und der jungen Generation virtuell zusammen, um Wege aus dem Klimanotstand zu erörtern. 20 Workshops und Podien bieten Gelegenheit zu Erfahrungsaustausch, Wissensgewinn und Vernetzung.

Finanzierung im Fokus

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei der Zugang zur Finanzierung. Kommunen, vor allem im globalen Süden, sehen sich dabei vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Die „Daring Cities 2022“ nehmen deshalb bewährte Verfahren und Instrumente für innovative Finanzierungen in den Blick. Unter anderem erfahren Städte mehr über Finanzierungsmöglichkeiten und -anforderungen und darüber, wie sie sich um Mittel bewerben können.

Katja Dörners Vorstandskollegin für das Portfolio für Innovative Finanzierungsformen, Abigail Binay, Bürgermeisterin der philippinischen Stadt Makati, sagt: „Finanzmittel für den Klimaschutz sind zwar verfügbar, aber nicht zugänglich, da es an lokalem Fachwissen fehlt, um den Wert und die Machbarkeit eines Projekts zu bestimmen.“ Deshalb bietet ICLEI Programme, die Städte in ihrer Projektvorbereitung unterstützen und Geldgebern eine Übersicht über realisierbare Projekte aufzeigen.

Abigail Binay wird zur Konferenz persönlich nach Bonn kommen und gemeinsam mit Bonns OB Dörner an einem Podiumsgespräch teilnehmen, das weltweit gestreamt wird. Zu den Podiumsgästen gehören auch der neue Exekutivsekretär des UN Klimasekretariats, Simon Stiell, NRW-Umweltminister Oliver Krischer, der Beauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die nachhaltigen Entwicklungsziele, Ingolf Dietrich, Ayman Tharwat Amin als Vertreter der Ägyptischen COP-Präsidentschaft, GIZ-Vorständin Ingrid Hoven, die Utrechter Bürgermeisterin Sharon Dijksma und Gerry Muscat von der Europäischen Investmentbank.

Veranstaltungen der Stadt Bonn und der Bonner „Klimaplan“

Das Bonner Engagement für Klimaneutralität 2035 vom Beschluss zur Vision und Umsetzung, der „Klimaplan 2035“, ist bei der Eröffnungsveranstaltung der „Daring Cities“ Thema der Oberbürgermeisterin.

Der „Klimaplan 2035“ ist Bonns Fahrplan zur Klimaneutralität. Er besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Der erste Teil ist eine Gesamt-Strategie, die das CO2-Restbudget und den Zielpfad, die Reduktionspotenziale der verschiedenen Handlungsfelder sowie ein mögliches Maßnahmen-Portfolio für die Verwaltung aufzeigt. Der zweite Teil ist ein Arbeitsprogramm für die Kernverwaltung für zunächst die kommenden drei Jahre, das eine Vielzahl konkreter Umsetzungs-Aktivitäten enthält.

Die Stadt hat bereits verschiedene Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht. Zu den wichtigsten zählen etwa das Förderprogramm Photovoltaik, die Solarpflicht für bestimmte Neubauten sowie zahlreiche Aktivitäten zur Mobilitätswende wie der Ausbau der Radinfrastruktur und die Ausweitung von Carsharing-Angeboten in der Stadt. Weitere Informationen zum Klimaplan gibt es unter https://www.bonn.de/klimaschutz.

Anlässlich des Forums finden auch Veranstaltungen der @Bonnglobal-Reihe statt, die von der Bundesstadt Bonn in Partnerschaft mit in Bonn ansässigen Organisationen und Netzwerken ausgerichtet werden. Gemeinsam mit dem United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR), dem europäischen Büro von ICLEI und dem Bonner Netzwerk für Internationalen Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge geht es um Resilienz und Katastrophenvorsorge.

Auch der geschlechtergerechte Klimaschutz und seine Finanzierung sind Themen. Dabei werden beispielsweise Projekte aus Bonns internationalen Projektpartnerstädten La Paz (Bolivien) und Cape Coast (Ghana) vorgestellt. Partner*innen der Veranstaltung sind die Gender Research Group des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn und das Netzwerk gender@international Bonn.

Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme an Daring Cities 2022 ist kostenlos – dank der Unterstützung vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Auch das Land Nordrhein-Westfalen, die Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn und das japanische Umweltministerium zählen zu den Unterstützer*innen.
Interessierte können sich online unter https://daringcities.org/register/ anmelden. Konferenzsprache ist Englisch. Weitere Informationen zum Konferenzprogramm: https://daringcities.org/.

ICLEI – Internationales Städtenetzwerk für Nachhaltigkeit

ICLEI – Local Governments for Sustainability (Lokale Regierungen für Nachhaltigkeit) ist ein globales Netzwerk von mehr als 2.500 lokalen und regionalen Regierungen, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen. ICLEI ist in mehr als 125 Ländern aktiv, beeinflusst die Nachhaltigkeitspolitik und treibt lokale Maßnahmen für eine emissionsarme, naturnahe, gerechte, widerstandsfähige und kreislauforientierte Entwicklung voran.
Die Mitglieder und ein Expertenteam arbeiten durch gegenseitigen Austausch, Partnerschaften und den Aufbau von Kapazitäten zusammen, um einen systemischen Wandel für die Nachhaltigkeit von Städten zu bewirken.

 

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