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Kulturmeile

Gedenkabend mit Erinnerungen an das Schicksal der Juden in Bad Honnef

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Bad Honnef. „Die Erinnerung wachhalten“. Dieser Aufgabe fühlt sich der Pädagoge und Freudeblömche-Interpret Willi Birenfeld aus Bad Honnef „schon sein Leben lang“ verpflichtet. So kam er der Bitte des hautnah e. V. ohne Zögern nach, die Ereignisse rund um die sog. Reichskristallnacht im November 1938 in Honnef mit dem Gedenken an die jüdischen Opfer zu verknüpfen.

Die Veranstaltung fand im „Hontes“ statt, demselben Ort, an dem auch Birenfelds Kronzeuge, der Heimatdichter Franzjosef Schneider (1888 bis 1972) zur Höheren Privaten Knabenschule (heute das Siebengebirgsgymnasium) gegangen war. Und in dessen unmittelbarer Nähe damals, am 09. November 1938, der Metzgermeister Samuel Menkel mit seiner Familie in einem „Judensammelhaus“ interniert und von dort aus nach Much deportiert wurde.

Ein Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig vor dem Haus in der Bergstraße 5 zeugt heute von diesem Unrecht. Die Schwestern Rosalie und Elfriede Menkel, damals 63 und 59 Jahre alt, auch Silly Rings und Elke Stang, wurden von den Nazis schließlich nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Der Bahnhof Deutz wurde ihre „Treppe in den Tod“ (Birenfeld). Einzig Adolf Aron, interniert in der Rommersdorfer Straße 22, überlebte, er wurde 1945 aus dem KZ Theresienstadt befreit, kehrte nach Bad Honnef zurück und verstarb dort im Jahre 1947.

Birenfeld selbst war als 6-Jähriger Augenzeuge der Brandstiftung und Zerstörung der Honnefer Synagoge an der Linzer Straße. Birenfeld: „Das Gotteshaus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Feuerwehr rückte zwar an, tat aber nichts.“

Birenfeld las aus Werken von Franzjosef Schneider, insbesondere aus dessen Buch „Ufer und Strom“, und lieferte auf diese Weise ein beeindruckendes Bekenntnis zu den unveräußerlichen und universalen Grund- und Menschenrechten: „Die Honnefer Juden lebten mit ihren christlichen Nachbarn Tür an Tür. Sie waren ebenbürtige Bürger. Wer sie nah erlebt hat, kann nur sagen: sie waren Menschen wie Du und Ich.“ Und „man ging nachbarschaftlich gegenseitig ein und aus“.

Die Veranstaltung im Hontes wollte an die Gewalt und das Unrecht gegenüber den „jüdischen Freunden, Schulkameraden und Nachbarn“ erinnern. Willi Birenfeld: „Unsere Pflicht liegt im Erinnern. Nie wieder soll sich das Gift des Hasses im 3. Reich wiederholen.“

Musikalisch gestalteten die Musiker Jo Raile (Keyboard) und Klaus Rabus (Saxophon) den Abend, die mit einfühlsamer Kleszmer-Musik (Das Jerusalem-Lied, Donna Donna u. a.) und unter Einbindung des Publikums ihren Beitrag zum Gedenken und zur Erinnerung an die Ermordung Honnefer Bürger durch die Nazis leisteten. (H.G.)

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Kulturmeile

“The Tannahill Weavers” im Weinhaus Steinbach

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TANNAHILL WEAVERS aus Schottland

Bad Honnef. The Tannahill Weavers gelten seit Jahren als die traditionsreichste schottische Band. Ihr vielfältiges Repertoire überspannt die Jahrhunderte mit feuergetriebenen Instrumentals, zeitgenössischen Liedern und traditionellen Balladen und Wiegenliedern. Am Mittwoch, 21. November (19.30 Uhr ), gastiert die Gruppe im Weinhaus Steinbach.

Ihre Musik zeigt Alt und Jung das reiche und vielfältige musikalische Erbe der keltischen Welt. Als überaus versierte Vollblut-Musiker haben sie im Laufe der Jahre weltweite Anerkennung für ihre begeisternden Auftritte auf den Konzertbühnen und hervorragenden CD-Aufnahmen erhalten, die scheinbar nicht mehr besser werden können.

Mit einem beinahe elektrisierenden Effekt übertragen The Tannahill Weavers ihre einzigartige Kombination aus traditionellen Melodien, treibender, rhythmischer Begleitung und satten Vocals auf das Publikum. Ihre Auftritte bleiben unvergesslich. Die Musik mag keltisch sein, aber der Drive und der Enthusiasmus ähneln dem Rock’n’Roll.

Die Gruppe wurde in Paisley, Schottland, gegründet und nach der historischen Weberei der Stadt und dem lokalen beliebten Dichter Robert Tannahill benannt.

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Kulturmeile

“Rosenkrieg” und “Rheinreden U20-Slam” in Bonn

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Ella Anschein, Vorsitzende des neuen Rheinreden e.V.

Bonn. Beim Rosenkrieg, Bonns ältestem Poetry Slam, treffen Lokalmatadore und Szenegrößen aus ganz NRW zum literarischen Wettstreit aufeinander. Los geht’s am 25.11.2018, um 20 Uhr im NYX (Vorgebirgsstraße 19, 53111 Bonn). Eintritt: 5€ im VVK (Reservierungen per Mail an rheinreden-ev@web.de) oder 7€ an der Abendkasse.

Beim Rheinreden U20-Slam im Bonner Pantheon stellen am 25.11.2018 um 14 Uhr (Einlass: 13 Uhr) Nachwuchspoet*innen zwischen 10 und 20 Jahren ihr Können unter Beweis. Tickets gibt es auf www.pantheon.de/programm/ oder an der Pantheon-Kasse.

Beide Veranstaltungen werden vom Kulturverein “Rheinreden e.V.” ausgerichtet (rheinreden.com)

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Bad Honnef

Sibi stellt 100 Kunstwerke aus – Erlös geht an Haiti-Projekt

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Der ehemalige Sibi-Lehrer und Organisator der Ausstellung, Norbert Walkembach, mit den Kunstlehrerinnen des Gymnasiums | Foto: Christine Pfalz

Bad Honnef. 100 Gemälde von ehemaligen und aktuellen LehrerInnen und SchülerInnen des Siebengebirgsgymnasiums sollten zu einer Ausstellung im Kunstraum am Rathausplatz zusammenkommen. Die Aktion im Rahmen des 100-jährigen Sibi-Jubiläums wurde ein voller Erfolg. Am Freitag war die Vernissage.

Foto: Florette Hill

Gezeigt werden auch Werke von Alfred Karl Maria Kreutzberg. Der bekannte Bad Honnefer Künstler war allerdings weder Schüler noch Lehrer am Sibi.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 18.11.2018, täglich von 15:00 bis 17:00 Uhr im Kunstraum am Rathausplatz zu sehen. Der Verkaufserlös fließt in das karitative Haiti-Projekt der Schule.

Foto: Florette Hill

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