e zapfsäule
LeserInnenbrief
Foto: Pixabay/blende12 | bearbeitet: Hh

Sehr geehrte Damen & Herren,

bereit sich am Umbau der Mobilität zu beteiligen, möchte ihnen mal die Probleme
beim Aufladen eines E-Autos schildern:

Unterwegs mit unserem FIAT 500 E, neigt sich der Strom dem Ende zu. In Bad Honnef schau ich auf die App von „mobility+“, da wird mir die Ladesäule am „Rathausplatz, 53604 Bad Honnef“ angezeigt. 2 Ladestellen, 1 belegt, 1 frei. Betreiber u.a. BHAG.

Als ich dort ankam, waren dann beide Stellplätze belegt. Ein Dickschiff aus DD war angeschlossen, ein Ford-Kombi / Benziner, stand auf dem zweiten Platz. Nicht angeschlossen natürlich, die Steckdose war frei.

Ich schaute ein bisschen ratlos umher, versuchte dann die Hilfe anzurufen.
10 Min. wurde ich vertröstet, dann habe ich aufgelegt. Als ich das Feld enttäuscht räumen wollte, sprach mich eine Dame an, von zweien, die mich die ganze Zeit schon beobachtet hatten.

parken
Stellt sich also die Frage: Wer parkt hier wann widerrechtlich, bzw.: Dürfen hier nur E-Fahrzeuge parken, wenn sie Strom laden? Oder auch: Warum werden die Parkplätze nicht mit dem Hinweis: “Nur für …” gekennzeichnet? Gibt es nun ein oder zwei Ladeplätze? Oder: Was soll eine E-Zapfsäule, wenn sie nicht genutzt werden kann? Gibt es eine gesetzliche Definition für die Ausstattung eines E-Parkplatzes? Wer weiß was? – Und überhaupt: Lebensfreude, nicht Aggression ist verbürgt.

Sie: Wollen sie das Auto laden?
Ich: Ja, aber der Platz ist leider besetzt, obwohl kein E-Auto.
Sie: Schauen sie mal dort im Innenhof bei dem kleinen Haus, da ist der Fahrer hingegangen.
Ich: Vielen Dank, sehr freundlich, das mache ich.

Im Innenhof befanden sich mehrere Leute.

Ich: Entschuldigung, können sie mir sagen wem der Ford-Kombi vorn auf dem
Parkplatz gehört?
Antwort: Uns nicht, aber ich glaube dort in dem Eingang.

Ein junger Mann der Gruppe ging dorthin und sagte Bescheid.

Nach einer Zeit kam ein ungehaltener Herr mittleren Alters aus dem Haus.

Er: Was ist los?
Ich: gehört Ihnen vielleicht der schwarze Ford-Kombi auf dem E-Ladeplatz?
Er: Warum?
Ich: ich möchte gern laden. Meine App hat mir die Säule als frei angegeben.
Er: Das kann nicht sein, da ist nur 1 Ladeplatz, und der ist besetzt. Mein Platz ist ein normaler Parkplatz daneben, da stehe ich immer!!
Ich: Kann es sein, dass Sie sich da irren? Da sind 2 Steckdosen und 2 Stellplätze.
Er auf dem gemeinsamen Weg zum Platz: Nein da ist nur 1 Platz!!! Die Stadt hat da sowieso Scheiße gemacht mit dem Elektro. Beschweren sie sich da. Dann zeigte er mir das Schild, was nur an einem Platz steht. Also: Nur 1 Ladestelle.
Ich: und warum sind da 2 Steckdosen, und auf dem Smartphone sind 2 Ladestellen angegeben?
Er wütend: Dann rufen sie doch die Polizei!!! Ich gehe jetzt. Ist mir Scheiß egal.
Ich: Jetzt mal ganz ruhig, ich will ihnen ja nichts, möchte nur tanken. Ich zeige ihnen das mal auf dem Smartphone.
Er ganz unwillig: Ist mir egal, hier ist alles voll, ich parke hier.
Da sah ich einen freien Parkplatz gegenüber der Ladesäule.
Ich: Nehmen sie doch diesen Parkplatz dort, und ich kann tanken? So ist uns Beiden geholfen.
Er: Dann kriege ich Beulen am Auto.
Ich: Mir bringt dieser Parkplatz dort aber nichts.

Nach einigem Zögern ging er dann zum Auto und setzte es ganz woanders hin. Ich konnte auf den Ladeplatz, nachdem ich zwischenzeitlich echt Angst hatte einen auf die Nuss zu bekommen. Hätte ich den Platz energischer eingefordert, es wäre Blut geflossen. Da bin ich mir sicher. Der Herr war echt schlecht drauf.

Ich hatte auch bis zur Abholung des Autos ein ganz mulmiges Gefühl, ob am Ende nicht noch Kratzer am Auto sind. Vermutlich hat die auf dem Platz anwesende Dame als „Zeugin“ gewirkt, so dass der Herr sich zurück hielt.

Also, da ist wohl noch viel Sand im Getriebe zur E-Mobilität. Oder müssen die Ladeplätze vor Ort noch deutlicher gekennzeichnet werden?

Freundliche Grüße, gute Woche, bleiben Sie gesund.

Manfred Stelzer, Leverkusen

4 Kommentare

  1. Leider uns auch schon mehrmals so oder so ähnlich dort ergangen. Und ein „Defekt“ der Ladesäule ist oftmals vorhanden. Also mindestens ein Anruf bei der Hotline und ein neu Starten der Säule. Fehlerquelle selbst ist aber der Betreiber, also die BHAG. Insgesamt ist das Angebot und der Service in Bad Honnef bezgl. Ladesäulen eher schlecht.

  2. Ich kann Ihren unmut verstehen, aber das Problem haben leider nur Sie und nicht der andere Verkehrsteilnehmer. Wer sich für die E-Mobilität entscheidet hat es sich hoffentlich zuvor gut überlegt wie das Aufladen funktionieren soll. Sich auf Apps oder Anbieter zu verlassen ist leider keine Ausrede. Sie haben sich dazu entschieden am Modelversuch teilzunehmen und ja es ist ein Versuch der Ihnen sicherlich mehr Ärger als Zufriedenheit zuteil werden lässt.

    Die Strompreise an den Säule explodieren förmlich und Drittanbieter schlagen gar mit 400 % auf.

    Dazu kommen (wenn es dann soweit ist) Reparaturkosten am Auto die so hoch sind, dass Sie sich dann fragen werden ob Ihnen hier nicht jemand einen Bären aufgebunden hat.

    • Ja, genauso ist es Stefanos, da liegt noch viel Arbeit vor den Protagonisten.
      Und die Akzeptanz fehlt überall. Aber ob wir wollen oder nicht, die Zukunft wird so oder so anders aussehen. Wir müssten uns eigentlich für die Umwelt entscheiden. Mir ist klar dass nicht alles sofort rund läuft, aber das was ich Sonntag erlebt habe, wäre eigentlich vermeidbar. Man könnte das Miteinander verständiger gestalten, man könnte die Kennzeichnung der Ladesäulen und Stellplätze besser gestalten, und der Strom muss auf jeden Fall ökologisch sein. Das ist eine große Herausforderung, aber das können wir schaffen. Wir müssen es sogar. Wenn ich das Auto am Hausstrom lade, 100% Grün, lohnt es sich sogar finanziell. Nach 8.000 km Laufleistung habe ich die vorgestreckten Finanzen wieder raus, und bin preiswerter, aber vor allen Dingen sauberer unterwegs. Mit Solarstrom sieht es noch günstiger aus. Ich verqualme nicht die Luft, und es fährt sich angenehm.
      Der Ansatz an sich ist also ganz gut, es sollten nur ALLE etwas positiver eingestellt sein. Nicht gleich Prügel androhen.
      Sinnvoller Fortschritt sollte nicht boykottiert werden. Öl geht zur Neige, das müssen wir akzeptieren und uns drauf einstellen. Kann ja auch Wasserstoff sein, ok., aber umstellen müssen wir uns.

  3. Das Problem wurde von den Verantwortlichen lobenswert schnell gelöst:
    Es gibt 2 Ladestellen.
    Jetzt hoffe ich nur dass alles friedlich bleibt und der Ärger nicht woanders aufläuft. Wir sollten die Umstellung auf mehr “Grüne Mobilität” gemeinsam schaffen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein