Neue Gesamtschule: Sportplatz wird zum Zankapfel – „Fällt dem Erzbistum auf die Füße“

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Bad Honnef-Rommersdorf | Sie macht Bad Honnef zu einem attraktiven Bildungsstandort: Die neue Gesamtschule des Erzbistums Köln in Rommersdorf. Bis Sommer 2021 werden Schüler und Lehrer mit einem Provisorium zurecht kommen müssen, dann erst soll die Schule für „Lernen und Leben“ fertig sein. Heute Abend  wurde der Bebauungsplan der Öffentlichkeit im Rathaus vorgestellt. 

Zwischen Bismarckstraße, Rommersdorfer Straße, Krankenhausgelände und Königin-Sophie-Straße werden demnächst die Bagger ihre Arbeit aufnehmen. „Die Sportfläche an der Königin-Sophie-Straße ist nicht Bestandteil des Plangebietes“, teilte die Stadt in ihrer Einladung mit. Genau die wurde allerdings zum Zankapfel.

Wie berichtet, plant das Erzbistum dort den Bau von Wohnungen. Unverständlich ist für viele Bürger, warum trotz fast der doppelten Anzahl Schülerinnen und Schüler auf eine Außensportfläche verzichtet werden soll. Immerhin gehöre zur Schule auch die Möglichkeit der Regeneration, und da seien nach Meinung einer Besucherin genügend Außen-Freiflächen sehr wichtig.

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Vielfach wurde bezweifelt, ob bei Wegfall des Sportplatzes die Freiflächen insgesamt ausreichen würden. Als ein Besucher forderte, die Vertreter des Erzbistums sollten doch endlich einmal den Grund nennen, warum der erst vor wenigen Jahren mit öffentlichen Geldern sanierte Sportplatz nicht zum Bebauungsplan gehöre, zeigte sich Bistums-Projektleiter Finanzen, Jörg von Lonski, „irritiert“. Die Zukunft der Sportfläche habe seiner Meinung nach mit der Schule nichts zu tun. Er gab zu bedenken, dass das Erzbistum immerhin 30 Millionen EUR in Bad Honnef investiere.

Indes versicherte Projektleiter Thomas Pitsch, dass die im Bebauungsplan ausgewiesenen Flächen und das Sportangebot insgesamt den curricularen Anforderungen entsprechen würden. Mehr werde nicht benötigt. Durch den Abriss der Tagungsstätte Haus Magdalena (die denkmalgeschützte Villa bleibt bestehen) könnte man sogar mehr schulische Fläche zur Verfügung stellen. Der Sportunterricht im Freien fände wie der anderer Schulen auch auf externen Sportanlagen wie im Menzenberger Stadion statt.

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Dann räumte er ein, dass auf dem jetzigen Sportplatz Immobilien errichtet werden sollen. Schließlich müsse auch das Erzbistum die Möglichkeit haben, ein solches Projekt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen. Fachdienstleister Dirk Wiehe sah die Gefahr einer Brachfläche, sollte der Raum dort nicht genutzt werden. Ein Anwohner hielt es für einen Skandal, den Sportlatz einzustampfen. Diese Entscheidung würde dem Erzbistum noch auf die Füße fallen.

Pikant: Der Sportplatz ist als Grünfläche für den Gemeinbedarf ausgezeichnet. Politik und Verwaltung sollten lieber Visionen für solche Flächen entwickeln, anstatt die Stadt immer mehr zu verdichten, forderte ein Besucher und mahnte, bei dem Bau der Gesamtschule ginge es nicht um Denkmäler für den Bürgermeister oder das Erzbistum.

Probleme sahen Teilnehmer der Veranstaltung bei der Zeitplanung. Sie wünschen sich konkretere Infos zu den zeitlichen Abläufen der einzelnen Bauvoraben. Auch über eventuelle Schäden während der Baumaßnahmen an Häusern in der Nachbarschaft wurde gesprochen. Das Erbistum versicherte, dass der Verursacher auch für die Regulierung sorgen werde.

Bürgermeister Otto Neuhoff erinnerte nicht nur an die bildungspolitische, sondern auch an die städtebauliche Bedeutung des Gesamtschulprojekts. So sähen die Maßnahmen unter anderem eine Verbesserung der Straßensituation vor, die vielen Bürgerinnen und Bürgern zugute käme. Auch die Zufahrtswege zum Cura-Krankenhaus würden optimiert. Es ginge hier nicht um „Wünsch Dir was!“ sondern um Abwägung. Letztlich würden alle Beteiligten von einer Win-win-Situation profitieren.

Ein Besucher: „Baut die Gesamtschule und lasst den Sportplatz. Dann ist alles gut.“

Acht Architektenbüros entwickeln zurzeit im Rahmen eines Wettbewerbs Planungen für die Gesamtschule. Der Siegerentwurf soll vom 1.5.2017 bis 19.5.2017 im Foyer der Gesamtschule präsentiert werden. Vom 10.1.2017 bis 23.1.2017 steht Herbert Klein von der Stadtverwaltung für weitere Eröterungen zur Verfügung (2. OG, Zi 242, Tel. 02224-184-152).Weitere Informationen stehen unter der Internetadresse www.sankt-josef-honnef.de zur Verfügung.

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