Notfallpläne und Notfallkommunikationspläne funktionieren

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Foto: Nico Gey

Bad Honnef – Am Donnerstagabend haben über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst, DLRG und der Stadt Bad Honnef im Rahmen einer Übung die technische Zusammenarbeit und die Kommunikation in Katastrophenlagen überprüft. Beteiligt an der Übung waren auch die Bad Honnef AG, das Technische Hilfswerk und die Polizei Bonn.

„Vor dem Hintergrund von zunehmenden Extremwetterereignissen sowie Cyberattacken auf Energieversorger und Angriffen auf die Energieinfrastruktur in Europa ist uns allen vor Augen geführt worden, wie abhängig unser Alltag von der uneingeschränkten Verfügbarkeit von Energie und Kommunikation geworden ist“, erklärt Holger Heuser, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Honnef und Leiter des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), die Hintergründe der Übung: „Ein Ergebnis aus unserem Arbeitskreis Bevölkerungsschutz der Stadt Bad Honnef, der regelmäßig mit Akteuren des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes tagt, war der Wunsch, die vorhandenen Notfallpläne und insbesondere die Notfallkommunikationspläne zu überprüfen. Diese Pläne würden aktiviert, wenn beispielsweise das Telefon- und Mobilfunknetz großflächig und längerfristig ausfallen würden.“

Ergänzt wurde die Übung um die Komplikation, dass ein Stromausfall angenommen wurde. Und das nicht nur in der Theorie, betont Holger Heuser: „Wir haben mit Unterstützung der Bad Honnef AG die Stromleitungen ins Rathaus und beispielsweise auch zum Feuerwehrgerätehaus in Rhöndorf, wo die Führungsstelle der Feuerwehr untergebracht ist, technisch unterbrechen lassen.“

In der Stadtverwaltung wurde der Stromausfall sogleich durch einen kurzfristigen Batteriepuffer (USV) aufgefangen, bis der Stromerzeuger gestartet war. Die IT der Verwaltung mit Servern, Netzwerk, hausinterner Telefonie und mehr liefen ungestört weiter, sodass der Stab für außergewöhnliche Ereignisse als Krisenstab für die Übung seinen Arbeitsort einrichten konnte. „Die Stadt Bad Honnef ist technisch wie organisatorisch auf derartige Situationen vorbereitet“, betont Holger Heuser: „Mit derartigen Übungen überprüfen wir unsere Pläne.“

Überprüft wurden auch die bislang nur theoretischen Pläne, im Falle eines Stromausfalls mit Katastrophenlage einen Wärmeort, auch „Leuchtturm“, in der Sporthalle der Theodor-Weinz-Schule in Aegidienberg einzurichten. Mit Unterstützung der Hilfsorganisationen, des Bauhofs der Stadt und der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Turnhalle mit Notstrom, einer ölbetriebenen Notheizung, Licht, Stühlen und Feldbetten als Aufenthaltsort eingerichtet. „Dank der Routine der Hilfsorganisationen im Umgang mit den Einsatzmitteln ging das in der Praxis erheblich schneller als in der Theorie erwartet“, dankte Holger Heuser: „Das zeigt einmal mehr, wie wertvoll und unersetzbar die Arbeit im Ehrenamt der Hilfsorganisationen ist: die Einsatzkräfte erwerben und vertiefen in ihrer Freizeit ihr Fachwissen mit großem Aufwand, um im Notfall Dienst am Nächsten leisten zu können. Dafür kann man nicht oft genug danken.“

Seitens der Feuerwehr wurde der neue Sonder-Einsatz-Plan (SEP) Energiemangel zur Anwendung gebracht. Dieser wurde durch die Führung der Feuerwehr erstellt. Die darin beschriebenen Maßnahmen wurden im Rahmen dieser Übung umgesetzt und getestet. Unter der Gesamteinsatzleitung durch den Leiter der Feuerwehr StBI Frank Brodesser übernahmen alle anwesenden Hilfsorganisationen diverse Aufgaben. So wurden die Feuerwehrgerätehäuser mit Notstromgeneratoren eingespeist, eine Rückfallebene für den Digitalfunk aktiviert und mit den Fahrzeugen der verschiedenen Hilfsorganisationen Meldepunkte angefahren.

Dieser erfolgreiche Übungsabend hat allen gezeigt, dass sie auf einem sehr guten Weg sind. Weitere Übungen werden folgen.

Thomas Heinemann, Björn Haupt

 

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