„Rita-Maiburg-Straße“ am Sportplatz Lengsdorf

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Bonn-Lengsdorf – Die von der Straße „Im Pesch“ abgehende Zufahrt zum Sportplatz Lengsdorf und zu den Tennisplätzen trägt jetzt die Bezeichnung „Rita-Maiburg-Straße“. Bezirksbürgermeister Christian Trützler und Sport- und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger haben das Straßenschild in Anwesenheit der Buchautorin Christine Drews am Freitag, 25. Juni 2021, offiziell enthüllt.

Grundlage für die Benennung ist ein Beschluss des Hauptausschusses vom 9. März 2021. Bereits Anfang des Jahres 2020 hatte die Bezirksvertretung Hardtberg beschlossen, den Namen Rita Maiburg in die Straßenbenennungsliste aufzunehmen. Der Tennisverein „TC Grün-Weiß Am Kreuzberg“ hatte angeregt, den Sportanlagen eine eigene Adresse zu geben, damit sie in Not- und Rettungsfällen schneller gefunden werden.

Erste Linienflugkapitänin der Welt

Rita Maiburg wurde am 23. Juni 1952 in Bonn geboren. Nachdem sie 1969 die Privatpilotlizenz erworben hatte, absolvierte sie eine Ausbildung bei der Bundesanstalt für Flugsicherung in Bonn. Anfang der 1970er Jahre arbeitete sie zunächst als Copilotin und Bürofachkraft in München. Als ihre Bewerbung bei der Lufthansa mit der Begründung abgelehnt wurde, Frauen würden grundsätzlich nicht als Piloten eingestellt, prozessierte sie gegen das Unternehmen und die Bundesrepublik Deutschland als Anteilseignerin.

Zwar verlor sie den Prozess, erlangte dadurch jedoch eine so hohe Bekanntheit, dass sie von der Fluggesellschaft DLT (Deutsche Luftverkehrsgesellschaft) eingestellt wurde und 1976 zur weltweit ersten und damals einzigen Flugkapitänin im regulären Liniendienst befördert wurde. Dass eine Frau im Cockpit saß, verschwieg die DLT ihren Passagieren jedoch. Die Ansage beim Start wurde stets von einer Stewardess gemacht, die die Fluggäste „im Namen von Flugkapitän Maiburg“ begrüßte. Rita Maiburg starb am 9. September 1977 im Alter von 25 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls.

Bei der Enthüllung war auch die Kölner Schriftstellerin und Drehbuchautorin Christine Drews anwesend. Für ihren im Frühjahr erschienenen Roman „Freiflug“ hat sie sich intensiv mit der Geschichte Maiburgs und ihrem Kampf für die Gleichberechtigung in der noch weitgehend von Männern dominierten Gesellschaft der 1970er Jahre befasst.

 

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