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Rock ’n‘ Roll mit deutscher Seele

Ulrich Hülder und Wolfgang Wilke im hautnah-Kleinkunstkeller

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Uli Hülder und Wolfgang Wilke Freitagabend im hautnah-Kleinkunstkeller | Foto: Florette Hill

Uli Hülder und Wolfgang Wilke Freitagabend im hautnah-Kleinkunstkeller | Foto: Florette Hill

Bad Honnef – Ein Konzert der besonderen Art bot sich gestern Abend dem Publikum im hautnah-Keller in Bad Honnef (Bergstrasse 21): Ulrich Hülder, musikalische Größe in der Region (Leitung Collegium Musicum u. a.), seit den 70er-Jahren neben der Klassik auch der Rockmusik verbunden (Gruppe „Jiff“), und Wolfgang Wilke, seit 1985 als „Kampfcellist“ aus Erftstadt musikalisch unterwegs, präsentierten ihre erste gemeinsame CD „wesentliches“ und traten zum ersten Mal gemeinsam auf.

Beide dozieren an der Musikschule Erftstadt und kennen sich seit dreißig Jahren, was sich in einer verblüffenden Symbiose sowohl bei der Intonation als auch bei den rhythmisch wie melodisch anspruchsvollen, teilweise rasanten Läufen auf beiden Instrumenten („Der letzte Tango“) wie auch in der einfühlsamen musikalischen Interpretation („Es ist vorbei“) eindrucksvoll zeigte.

Das Violoncello war dem Tasteninstrument Keyboard, von Natur aus „näher am Rock ‚n‘ Roll als ein Streichinstrument“ (Hülder), absolut ebenbürtig. Und so entwickelten sich neben jazzigen, rockig-fetzigen Passagen auch lyrische, weiche, sentimentale Stücke, die wiederum die „deutsche Seele“ streichelten: den Verlust, den Abschied, Tränen, Träume, den Herzschmerz beginnender oder auch vergangener Lieben. Als Zuhörer hätte man sich auch in einer Berliner Bar der 50er-Jahre fühlen können.

Hülders Eigenkompositionen spiegeln den rauhen, wilden und unbändigen Rock ‚n‘ Roll, sein Keyboard, mit hartem Staccato und rollenden Basslinien, spiegelte das ursprüngliche Lebensgefühl von gegen gesellschaftliche Zwängen protestierenden Jugendlichen ziemlich glaubhaft wider. Ebenso sein mit kehliger Stimme vorgetragener Gesang.

Interessant daher das Experiment der beiden Profimusiker, mit dem Violoncello eine „Klangergänzung“ einzusetzen, die gleichwohl „authentisch“ zum Einsatz kommt (Wilke). Das ist beiden gelungen, und das Publikum honorierte ihren Auftritt mit anhaltendem Beifall und dem Wunsch nach mehreren Zugaben.

Heino Gröf

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