Bad Honnef – Wie in allen Bereichen des Technischen Hilfswerks (THW) wird auch in der Schirrmeisterei des Ortsverbands Bad Honnef das Wort Teamwork großgeschrieben. Arne Oeder (1. Schirrmeister) und Benjamin Schilling (2. Schirrmeister) pflegen gemeinsam mit viel Herzblut die technische Ausrüstung und Fahrzeuge. Sie sorgen dafür, dass die Einsatzkräfte in technischer Hinsicht immer einsatzbereit sind.
Heute betrachten wir den 1. Schirrmeister Arne genauer.
Ingenieur und Zweirad-Fan
Arne wurde im Dezember 1979 in Waldbröl (Nordrhein-Westfalen) geboren. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Auch beruflich ist der Maschinenbauingenieur der Firma Wirtgen GmbH in Windhagen, einem Hersteller von Baumaschinen, tief in der Welt der Technik verankert.
Nach einer betrieblichen Ausbildung zum Industriemechaniker schloss er 2006 ein Maschinenbau-Studium ab.
Privat ist der 46-Jährige am liebsten zweirädrig unterwegs, egal ob mit Motorunterstützung oder mit reiner Muskelkraft betrieben. Neben Geschwindigkeit und seiner Familie ist seine dritte große Leidenschaft das Ehrenamt im THW.
Der beeindruckende Bereitstellungsraum
„Das Ahrtal war für mich der Anstoß, mich im Katastrophenschutz zu engagieren. Und als ich dann den großen Bereitstellungsraum des THW auf unserem Firmenparkplatz gesehen habe, war für mich die Farbe auch schnell klar!“, erklärt Arne die Wahl der Hilfsorganisation.
Der Bereitstellungsraum ist ein temporärer Knotenpunkt im Einsatz. Er dient als Sammelpunkt, Logistik-Zentrum und Ruheraum für die eingesetzten Kräfte.
Wie für viele ehrenamtliche Helfer war auch für ihn die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 ausschlaggebend, sich mit über vierzig Jahren eine ehrenamtliche Herausforderung im THW zu suchen.
Seine Karriere im THW begann 2022 mit der Grundausbildung. Im Anschluss daran übernahm er direkt das Amt des Schirrmeisters. „Der damalige Ortsbeauftragte fragte mich noch während der Grundausbildung, ob ich mir, auch mit Hinblick auf meinen Beruf, das Amt des Schirrmeisters vorstellen kann. Und da mir technisches Verständnis im Blut liegt und die Stelle dringend besetzt werden musste, habe ich Ja gesagt. Der in Aussicht gestellte Lkw-Führerschein war natürlich auch ein Anreiz“, begründet Arne schmunzelnd.
Mit seinem technischen Know-how, erlernt durch die Ausbildung und das Studium, und seinem Interesse an allen mechanischen Geräten erfüllt er die persönlichen Voraussetzungen für diese wichtige Position im Stab des Ortsverbands.
Auf die Frage, welcher Einsatz ihm besonders in Erinnerung geblieben ist, antwortet der Schirrmeister direkt: „Den ersten Einsatz vergisst man nie, und bei mir war es der Großbrand beim Entsorgungsbetrieb Hündgen in Swisttal. Es war eine interessante Erfahrung, aber auch eine Bestätigung, warum ich beim THW bin!“.
Im Mai 2025 kam es bei einem Entsorgungsbetrieb in Swisttal zu einem Großbrand. In Spitzenzeiten waren 240 Einsatzkräfte beteiligt. Der Einsatz ging über mehrere Tage.
Das THW Bad Honnef war mit insgesamt 32 Helfern in drei Schichten vor Ort und übernahm die Kraftstoffversorgung der Fahrzeuge von Feuerwehr und anderen Ortsverbänden.
(Ein)Blick in sein Heiligtum
„Der Schirrmeister war früher für das Riemenzeug, also das Pferdegeschirr, verantwortlich. Und heute ist er für das „Geschirr“ der modernen Technik verantwortlich. Das hat nichts mit Tassen und Tellern zu tun!“, erklärt der Technik-Enthusiast lachend den Ursprung des Begriffs.
Beim Technischen Hilfswerk ist der Schirrmeister für die Wartung, Instandhaltung und Verwaltung der Fahrzeuge und technischen Ausrüstung verantwortlich. Er trägt maßgeblich dazu bei, dass die Helfer jederzeit mit sicherem Gerät in den Einsatz ziehen können.
Doch was heißt das genau?
In seiner Werkstatt bringt Arne die technische Ausrüstung wie Stromaggregate und Motorkettensägen in der Regel selbst wieder auf Vordermann. Auch kleinere Arbeiten an den Fahrzeugen übernimmt der Schirrmeister. Außerdem vereinbart er für die Fahrzeuge Termine mit Werkstätten, damit auch unsere fahrbaren Untersätze gewartet und instand gesetzt werden.
Leider gehört aber auch die trockene Büroarbeit zu seinem Alltag. Der Hüter der Technik führt akribisch Buch über jeden Zu- und Abgang an Ausrüstung oder Material und bearbeitet die technischen „Wunschzettel“ der Helfer.
„Eigentlich habe ich das THW mit seiner ‚Handarbeit‘ als Ausgleich zum Bürojob gewählt. Jetzt sitze ich wieder am Schreibtisch. Einmal zu spät nein gesagt“, erklärt er grinsend.
Darüber hinaus werden die Fahrtenbücher der Einsatzfahrzeuge sowie die Betriebsstundenbücher der Bootsmotoren oder der Netzersatzanlage (NEA) vom Schirrmeister kontrolliert und zum Jahresende abgeschlossen.
Niemals Feierabend für den Tüftler
Auch zuhause ist der Maschinenbauingenieur nicht von seiner technischen Leidenschaft zu trennen. Wenn er nicht an seinem Motorrad oder Fahrrad schraubt, repariert er auch in seiner Garage kleine beschädigte Ausrüstungsteile des THW, zuletzt eine Motorkettensäge und einen Luftkompressor.
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Fotos: Sylvia Hallerbach











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