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Sind bald viele Kindertagesstätten leer? Können bald nur noch Reiche ihre Kinder betreuen lassen?

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Bad Honnef | Den gesetzlichen Anspruch auf einen Kindertagesstättenplatz können sich vielleicht bald viele Bad Honnefer Eltern an den Hut stecken. Grund wären nicht fehlende Plätze sondern hohe Betreuungskosten. 

Die noch nicht verabschiedete Elternbeitragssatzung für Kindertagesstätten und -tagspflegeplätze sieht eine Erhöhung bis zum 1,25fachen Satz vor. Wer zwei Tagesstättenkinder und ein OGS-Kind in einer öffentlichen Einrichtungen betreuen lassen möchte, kann somit locker auf 1.000 Euro Elternbeitrag kommen.

Bei dieser Vorstellung wurde heute  im Jugendhilfeausschuss selbst Bürgermeisterin Wally Feiden mulmig. Auf der einen Seite ist die Verwaltung gezwungen, die Beiträge der Tagesstätten und OGS unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung, Wirtschaftlichkeit und politischen Vorgaben zu gestalten, andererseits stellen sogar Stadtratsvertreter immer wieder mal öffentlich die Frage, ob es sich nicht auch um eine verdeckte Kompensation des Stadthaushaltes handeln könnte.

Klar war den Jugendhilfevertretern, dass weitere Gefahren lauern. Bei einer solch eklatanten Erhöhung hätten die Eltern ein Sonderkündigungsrecht ihrer laufenden Verträge, informierte Jurist und Trägervertreter Hansjörg Tamoj.

Die “Arbeitsgemeinschaft §78 Kindertageseinrichtungen” beschäftigte sich bereits im Januar 2014 mit der Problematik und sieht hohe Kosten auf die Einrichtungen zukommen, wenn Betreuungsverträge gekündigt würden. Da sie dann ohne eigenes Zutun vor einem finanziellen Fiasko stünden, müssten sie von der Stadt einen Schadensausgleich fordern. Hinzu kämen die menschlichen Schicksale, denn: weniger Kinder in den Tagesstätten bedeuten auch weniger Personal. Das könnte manchen Mitarbeiter hart treffen, so eine Zuhörerin.

Damit nicht genug. Die AG rechnete auch aus, welche Kosten bei einer Ausgleichszahlung durch Kündigungen auf die Stadt zukämen. Allein die Feststellung, dass es sich bei der Kündigung tatsächlich um eine Folge der Satzungsänderung handeln würde, koste die Stadt wegen der entsprechend hohen Arbeitsanforderung viel Geld. Weiter müsste eine Korrektur der Kindpauschalen erfolgen, die die Tagesstätten vom Landesjugendamt jeweils zum 15.3. erhielten. Nicht zuletzt müsste geprüft werden, ob die Ersatzleistungen, die die Stadt an die Träger für den Ausfall zahlen müssten, haushaltsrechtlich überhaupt möglich wären.

Auch eine systemübergreifende Geschwisterkindregelung in allen Betreuunggsformen, von der Eltern bis zu einem Jahreseinkommen von 49.000 Euro begünstigt würden, scheint nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Auf Grund eines Allianzantrages wurde der Verwaltung ein enstprechender Prüfauftrag erteilt. Die AG §78 sieht hier eher Nachteile im Einzelfall und zum Beispiel bei Großfamilien, die schlechter gestellt würden. Auch müsste ein enormer Verwaltungsaufwand betrieben werden um einen tatsächlichen Anspruch zu ermitteln.

Der Jugendhilfeausschuss kam der Empfehlung der AG nach, dass die Stadt Bad Honnef die Auswirkungen ausgleichen soll, die eine Satzungsänderung mit den vorgesehenen Beiträgen für die Träger hätte. Ist dieser Ausgleich nicht möglich, soll die Satzung erst zum 1.8.2015 in Kraft treten.

Dr. Beate Schaaf, Kinderärztin und Vorsitzende des Bündnis für Familie hofft, dass die entscheidenden Gremien zur Besinnung kommen und noch einmal über die Beitragshöhe beraten. Sie höre von Eltern immer wieder die Klage, sie arbeiteten fast nur noch für die Kinderbetreuung.

Ihr Wunsch könnte in Erfüllung gehen. Im März wird der Jugendhilfeausschuss in einer Sondersitzung die alten und neuen Beiträge noch einmal miteinander vergleichen, bevor er die Satzung dem Haupt- und Finanzauschuss empfiehlt. Keine Frage: Die Zweifel, ob bei den Beiträgen alles bleiben soll wie geplant, wurden heute bei den meisten eher größer als beseitigt.

Bad Honnef, eine der Städte in Deutschland mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen – die Lage wird immer mysteriöser.

 

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Bad Honnef

Sibi gewinnt Deutschlandfinale von Business@school

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Das Siegerteam bei der Preisverleihung - Tim Stauf, Rebekka Ballering, Helene Balles, Joanna Baumann, Julius Langenbach und Dr. Andreas Dinger von BCG (v.l.n.r.) | Foto: Sibi

Bad Honnef-Rommersdorf. Das Team des Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef hat mit seiner Geschäftsidee „GrasSwipe“ den von der Boston Consulting Group BCG zum zwanzigsten Mal organisierten Wirtschaftswettbewerb für Schüler gewonnen. Joanna Baumann, Rebekka Ballering, Helene Balles, Julius Langenbach und Tim Stauf (alle 17) überzeugten die hochkarätig besetzte Wirtschaftsjury mit ihrer ausgereiften Geschäftsidee, umweltfreundliches Toilettenpapier aus Gras herzustellen.

Nach dem lokalen und regionalen Wettbewerb entschieden die Honnefer nun auch zunächst die mit neun Teams aus ganz Deutschland besetzte Vorrunde des bundesweiten Finales in München für sich. In der Endrunde traten sie dann gegen die Sieger der drei Vorrunden an und gewannen mit einer fundierten Präsentation überzeugend den Wettbewerb.

Die Sibischüler wurden ein Jahr lang in dem Projektkurs „Wirtschaft“ intensiv auch durch den ehemaligen SIBI-Schüler und Marco Vietinghoff und Teilnehmer des Vorjahres betreut. Das Projekt wird am Sibi zudem durch die Hans-Trappen-Stiftung und den Verein Ökonomie im Unterreicht e.V. unterstützt.

An dem Wettbewerb nehmen jährlich ca. 90 Schulen aus dem Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland teil. Ziel ist es, Schülern Wirtschaftsthemen praxisnah zu vermitteln: In drei Phasen lernen die Jugendlichen anhand konkreter Beispiele, Unternehmen zu analysieren, Markt und Wettbewerb zu verstehen und eine eigene Geschäftsidee inklusive Businessplan zu entwickeln. Das Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef nimmt seit 15 Jahren regelmäßig an Business@school teil und konnte mehrfach schon den Regionalentscheid, noch nie aber das Finale in München gewinnen. (G.P.)

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Bad Honnef

Freizeitbad Grafenwerth: Wettbewerbe im Turmspringen und Balancieren

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Bad Honnef. Im Freizeitbad auf der Insel Grafenwerth finden am Sonntag, 24.06.2018, ab 12:00 Uhr Wettbewerbe im Turmspringen statt. Im „Arschbomben-Wettbewerb“ werden Siegerinnen und Sieger ermittelt. Geschicklichkeit und Akrobatik können auf der neuen Waterline gezeigt werden.

Teilnehmende sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Tipps und Tricks gibt es von Profispringern des SV Neptun Aachen Benedikt Donay und Alexander Lube. Die Moderation übernimmt Chris Fuhrmann, die ehemalige Stimme der Dragons. (C.P.)

 

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Sport

Erster Neuzugang: Joe Mvuezolo Junior jetzt ein Dragon

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Joe Mvuezolo Junior

Bad Honnef. Mit Forward Joe Mvuezolo Junior präsentieren die Dragons Rhöndorf ihren ersten Neuzugang für die kommende ProB-Saison 2018/2019. Der 22 Jahre alte Brite kommt von der renommierten Montana State University, Mitglied einer der Top-Divisionen der nordamerikanischen College-Liga NCAA.

„Mit Joe bekommen wir nicht nur einen äußerst athletischen Spieler mit gleichzeitig gutem Wurf, sondern vor allem auch einen Spieler, der darauf brennt, im professionellen Basketball Fuß zu fassen, und bereit ist dafür viel zu investieren”, so Headcoach Thomas Adelt.

Der 1,98 Meter große Spieler, der von der U16 bis zur U20 sämtliche britischen Nationalmannschaften durchlaufen hat, soll ein wichtiger Faktor des neuen Drachen-Teams sein. Adelt: „Wir haben viel Arbeit investiert, um einen Spieler wie Joe zu finden.”

In seinem Senior-Jahr im Team der Bobcats kam der gebürtig aus London stammende vielseitige Flügelspieler in insgesamt 32 Spielen zum Einsatz. Er konnte 2017/2018 im Team von Headcoach Brian Fish bei 21 Minuten Einsatzzeit pro Partie durchschnittlich 7,8 Punkte und 3,4 Rebounds verbuchen.

Profil
Name: Joe Mvuezolo Junior
Position: Forward
Geburtstag: 06.01.1996
Größe: 1,98 Meter
Nationalität: britisch
Letzte Station: Montana State University (NCAA I)

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