Bad Honnef. Die Zukunft des geplanten Mobilitätsknotens West am neuen Bahnhaltepunkt auf der Insel Grafenwerth bleibt umstritten. In seiner jüngsten Sitzung hat der Planungsausschuss des Rates der Stadt Bad Honnef mehrheitlich beschlossen, die bisherigen Planungen nicht weiter in Richtung einer umfassenden Lösung fortzuführen.
Hintergrund ist der Wegfall einer ursprünglich in Aussicht gestellten Förderung durch eine Landesfördergesellschaft. Die Verwaltung hatte daraufhin zwei Optionen zur Entscheidung gestellt: Zum einen die Weiterführung der Planung bis zur Förderreife mit dem Ziel einer möglichen Bundesförderung – verbunden mit zusätzlichen Planungskosten von rund 130.000 Euro. Zum anderen ein Abbruch der bisherigen Konzeption zugunsten einer deutlich abgespeckten Minimallösung.
Die Mehrheit im Ausschuss entschied sich für die zweite Variante. Für die Fortführung der ambitionierteren Planung stimmte lediglich die SPD-Fraktion.
Kritik kommt von der SPD Bad Honnef. Diese spricht von einer „verpassten Chance“ für die Stadtentwicklung. Aus Sicht der Sozialdemokraten stehe das finanzielle Risiko von 130.000 Euro in keinem angemessenen Verhältnis zu den möglichen langfristigen Vorteilen eines modernen Verkehrsknotens.
SPD-Vertreter warnen zudem vor einer zunehmenden Belastung der regionalen Verkehrsinfrastruktur, insbesondere im Zusammenhang mit der erwartbaren Sperrung und dem Umbau der Bonner Nordbrücke. Gerade deshalb sei ein leistungsfähiger Mobilitätsknoten am neuen Haltepunkt wichtig gewesen.
Besonders kritisch sieht die SPD den Verzicht auf ein ursprünglich vorgesehenes Parkhaus. Durch den verlagerten DB-Haltepunkt würden künftig weniger Park-and-Ride-Stellplätze sowie deutlich weniger Fahrradabstellmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dies widerspreche nach Ansicht der Fraktion dem Ziel, mehr Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen.
Auch die städtebauliche Wirkung des künftigen Bahnhofsumfelds wird von der SPD hinterfragt. Ohne ausreichende Investitionen drohten lediglich provisorische Lösungen, die weder funktional noch gestalterisch den Ansprüchen an einen modernen Mobilitätsknoten gerecht würden. Die Erfahrungen mit anderen Bahnhofsbereichen in der Stadt zeigten, wie anspruchsvoll eine hochwertige Umsetzung sei.
Ursprünglich sollte der Mobilitätsknoten West als zentrale „Visitenkarte“ für Pendlerinnen und Pendler dienen und den Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln erleichtern. Dieses Ziel, so die SPD, rücke mit der aktuellen Entscheidung in weite Ferne.










