Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. Die Diskussion um das umstrittene Grundstücksgeschäft rund um den Flugplatz Hangelar erhält eine neue politische Dynamik. Nach dem angekündigten Rückzug von Olaf Hermes hat sich nun die SPD-Kreistagsfraktion im Rhein-Sieg-Kreis zu Wort gemeldet und weitere Aufklärung gefordert.
Die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Sara Zorlu, erklärte, man bedauere den Schritt des Stadtwerke-Chefs ausdrücklich. Hermes habe mit der Einleitung eines Complianceverfahrens korrekt gehandelt und damit zur Aufklärung des Sachverhalts beigetragen. Nach Ansicht der SPD hätten die Stadtwerke Bonn zudem dazu beigetragen, wirtschaftlichen Schaden von der Flugplatzgesellschaft Hangelar abzuwenden.
„Dass nun ausgerechnet er seinen Posten räumt, zeigt einmal mehr, dass häufig die Falschen zuerst die Konsequenzen tragen müssen“, so Zorlu.
Als Grund für seinen Rückzug habe Hermes ein nachhaltig beschädigtes Vertrauensverhältnis zu den Verwaltungsspitzen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis genannt. Die SPD fordert daher den Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster, auf, das Gesprächsangebot von Hermes anzunehmen und sich glaubhaft zu entschuldigen, um eine Grundlage für eine künftig wieder vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen.
Zugleich sieht die SPD weiteren Aufklärungsbedarf. Die neuen Details, die im Zuge der Berichterstattung zur Grundstücksaffäre bekannt geworden seien, zeigten aus Sicht der Fraktion, dass die Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt des Rhein-Sieg-Kreises lediglich ein erster Schritt sein könne. Es zeichne sich zunehmend ab, dass möglicherweise erst Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu einer vollständigen Aufklärung führen könnten.
Der Landrat solle deshalb seine „Blockadehaltung bei der Schaffung von Transparenz“ aufgeben, so Zorlu. Als erste Konsequenz fordert die SPD zudem eine klare Distanzierung vom Verhalten des ehemaligen CDU-Kreistagsmitglieds Christian Siegberg.
Die Affäre um das Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar beschäftigt Politik und Öffentlichkeit im Rhein-Sieg-Kreis bereits seit Wochen und wirft Fragen nach möglichen politischen Einflussnahmen auf.













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