Bad Honnef-Hövel. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland sieht im Erhalt und der Weiterentwicklung des historischen Fachwerkanwesens an der Höveler Straße in Aegidienberg großes Potenzial für ein zukunftsweisendes Mehrgenerationenprojekt.
Die derzeit geführte Debatte um einen möglichen Abriss des über 130 Jahre alten Ensembles zeigt nach Auffassung des Regionalverbandes exemplarisch die Herausforderungen vieler Kommunen im Umgang mit historischer Bausubstanz, fehlenden Treffpunkten und gleichzeitig wachsendem Wohnraumbedarf – insbesondere für jüngere Menschen und Familien.
„Das Areal eignet sich in besonderer Weise für ein genossenschaftlich organisiertes Mehrgenerationenprojekt, das den historischen Charakter des Ortes bewahrt und zugleich neuen Wohnraum schafft“, erklärt der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland.
Anders als bei klassischen Investorenmodellen könnten durch gemeinschaftliche Wohnformen reduzierte Stellplatzbedarfe, nachhaltige Mobilitätskonzepte sowie gemeinschaftlich genutzte Flächen berücksichtigt werden. Dadurch eröffnen sich Möglichkeiten, wesentliche Teile des historischen Bestandes zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemäße Quartiersentwicklung umzusetzen.
Nach Einschätzung des Regionalverbandes wäre insbesondere die Entwicklung über ein genossenschaftliches Modell beziehungsweise eine gemeinwohlorientierte Gesellschaftsform denkbar. Ziel wäre es, auch Menschen mit geringerem Eigenkapitalanteil Zugang zu gemeinschaftlichem Eigentum und bezahlbarem Wohnen zu ermöglichen.
Bereits Ende März beziehungsweise Anfang April waren im Rahmen einer Veranstaltung in Unkel entsprechende Projektansätze und Praxisbeispiele vorgestellt worden. Dabei wurden auch Modelle zur Umnutzung und gemeinschaftlichen Entwicklung historischer Gebäude diskutiert, unter anderem mit Blick auf erfolgreiche Mehrgenerationen- und Genossenschaftsprojekte in der Region.
Der Regionalverband verweist hierbei auf bestehende Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten sowie auf mögliche Kooperationen mit regionalen Akteuren und Initiativen. Auch Ansprechpartner und Projektbegleiter aus dem Umfeld von Stadtbild Deutschland stünden grundsätzlich für eine fachliche Begleitung entsprechender Entwicklungsansätze zur Verfügung.
Darüber hinaus bietet der Regionalverband an, Kontakte und fachkundige Ansprechpartner für die Gründung einer Wohnungsgenossenschaft beziehungsweise einer gemeinwohlorientierten Trägerstruktur zu vermitteln. Hierzu bestehen bereits Verbindungen zu erfahrenen Projektbegleitern und Akteuren aus dem Bereich genossenschaftlicher Wohn- und Mehrgenerationenprojekte, die eine mögliche Gründung sowie die organisatorische und strukturelle Umsetzung fachlich unterstützen könnten.
„Wir brauchen keine weiteren beliebigen Neubauquartiere ohne Bezug zur Ortsgeschichte. Wir brauchen Projekte, die Identität, Gemeinschaft und bezahlbaren Wohnraum miteinander verbinden“, so der Regionalverband weiter.
Aus Sicht von Stadtbild Deutschland sollte deshalb geprüft werden, ob für das Areal an der Höveler Straße ein integriertes Konzept aus Bestandserhalt, behutsamer Ergänzungsbebauung und gemeinschaftlichem Wohnen entwickelt werden kann, bevor unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden.
Thomas Napp












