Bad Honnef/Aegidienberg. Eine Gruppe von 30 Bürgerinnen und Bürgern aus Aegidienberg und Umgebung hat eine Bürgeranregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW an die Stadt Bad Honnef gerichtet. Im Mittelpunkt steht die geplante Bebauung eines rund 6.000 Quadratmeter großen Grundstücks im Ortsteil Hövel – verbunden mit der Sorge um den Erhalt eines historischen Fachwerkhauses, das zu den letzten Zeugnissen des alten Dorfkerns zählt.
Nach den derzeit bekannten Plänen wird eine etwa 2.680 Quadratmeter große Teilfläche an der Aegidienberger Straße vermarktet. Vorgesehen ist eine Bebauung nach § 34 BauGB, also eine Einfügung in die bestehende Nachbarschaft. Laut Exposé könnten dort ein freistehendes Einfamilienhaus, zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten sowie ein Doppelhaus entstehen – in Summe bis zu 20 Wohneinheiten. Zusätzlich wird eine Option auf den Erwerb weiterer rund 2.900 Quadratmeter Bauerwartungsland genannt, wodurch sich die mögliche Entwicklungsfläche auf insgesamt etwa 6.000 Quadratmeter erweitern würde.
Kritisch sehen die Initiatorinnen und Initiatoren vor allem die geplante Erschließung: Eine neue Planstraße soll über die bestehende Hofanlage geführt werden. In diesem Zusammenhang steht auch der mögliche Abriss des historischen Fachwerkhauses von Käthe Stens im Raum.
Die Bürgerinnen und Bürger verweisen zudem auf ein direkt angrenzendes, rund 20.000 Quadratmeter großes Gebiet „Am Lohrberg“, für das es in der Vergangenheit bereits städtebauliche Überlegungen gab. Sie befürchten, dass die geplante Straße nicht nur der aktuellen Bebauung dient, sondern als infrastrukturelle Grundlage für eine spätere, deutlich größere Entwicklung des Gesamtareals fungieren könnte. In diesem Fall wären Auswirkungen auf das Ortsbild, die Verkehrsbelastung sowie auf historische Strukturen im Ortsteil Hövel zu erwarten.
In ihrer Anregung fordern die Unterzeichnenden daher eine umfassende und transparente Prüfung der Planungen durch Rat und Verwaltung. Konkret geht es unter anderem um die Frage, ob ein Zusammenhang mit früheren Planungen für „Am Lohrberg“ besteht, wie die langfristige städtebauliche Zielsetzung für den Bereich aussieht und ob die vorhandene Verkehrsinfrastruktur – insbesondere Lohrbergstraße, Höveler Straße und Siebengebirgsstraße – ein mögliches zusätzliches Verkehrsaufkommen aufnehmen kann. Auch eine Stellungnahme von Straßen.NRW zu möglichen Auswirkungen auf die Aegidienberger Straße und die Ittenbacher Straße wird angeregt.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Umgang mit dem historischen Bestand. Das Fachwerkhaus von Käthe Stens gilt als prägend für den alten Dorfkern von Hövel. Sein möglicher Verlust würde nach Ansicht der Bürgerinnen und Bürger nicht nur ein Stück Ortsgeschichte betreffen, sondern auch die Identität des Ortsteils nachhaltig verändern. Sie regen daher an zu prüfen, ob alternative Planungen den Erhalt des Gebäudes und der Hofstruktur ermöglichen und zugleich den räumlichen Bezug zum nahegelegenen Separatisten-Denkmal sichern können.
Über die Bürgeranregung wird der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Bad Honnef am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 18 Uhr im Ratssaal beraten. Die Initiatorinnen und Initiatoren hoffen auf eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Areals und eine Planung, die sowohl den Bedarf an Wohnraum als auch den Erhalt gewachsener Strukturen berücksichtigt.












