Bonn. Es gibt schöne Stunden – und dann gibt es Sternstunden. Letztere erlebten die Premierengäste am Donnerstagabend im GOP Bonn. Die neue Show „Alive“ begeisterte das Publikum mit einer Mischung aus atemberaubender Artistik, spielerischer Leichtigkeit und emotionalen Momenten. Bis zum 5. Juli 2026 bleibt die Show in Bonn und verspricht, das Publikum mit 99,99 Prozent Perfektion und einer Prise kindlicher Verspieltheit zu verzaubern.
„Alive“ ist eine Hommage an das Spiel des Lebens. Ausgangspunkt ist ein Spielplatz – ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, Kräfte gemessen werden und auch Konkurrenz und Neid ihren Platz haben. Diese Themen ziehen sich durch die gesamte Inszenierung und spiegeln sich in der Erwachsenenwelt wider. Die Artisten bewahren dabei bewusst das Kind in sich – und genau daraus entstehen die stärksten Momente: überraschend, dynamisch und oft schlicht atemberaubend.
Die Bühne verwandelt sich dabei in einen fantasievollen Erlebnisraum. Aus scheinbar harmlosen Spielgeräten werden hochkomplexe Requisiten: Eine Schaukel wird zum Trapez, eine Wippe zum Schleuderbrett. Was verspielt beginnt, mündet in Artistik auf Weltklasse-Niveau.
Dabei überzeugt das internationale Ensemble nicht nur technisch, sondern auch emotional. Künstlerinnen und Künstler aus neun Ländern zeigen ein Programm, das nahezu perfekt wirkt – temporeich, präzise und mit spürbarer Spielfreude. Längen? Gibts nicht! Das Publikum bleibt 2 Stunden lang gefesselt.
Für viele Lacher sorgt (der 70-jährige) Jeff Hess, ein Meister der Physical Comedy, der mit Mimik, Körpersprache und Slapstick punktgenau trifft. Atemberaubend sind die Darbietungen von Mia Ferreira am Washington-Trapez sowie Christoph Muchsel mit seinen kraftvollen Handstand-Performances. Poetisch und kraftvoll zugleich präsentiert sich Sarah Stachowicz am Spinning Pole.
Ein echtes Highlight ist das Trio Skating Nistorov, das auf Rollschuhen mit rasanter Geschwindigkeit und spektakulären Drehungen die Grenzen des physikalisch Vorstellbaren auslotet. Ebenso beeindruckend: Shu Takada, der mit seiner virtuosen Jojo-Jonglage zeigt, dass ein vermeintliches Kinderspielzeug zur Hochleistungs-Artistik taugt.
Mitreißend ist auch das Duo Faludy am Schleuderbrett, während Sebastian Berger mit innovativer Objektmanipulation verblüfft. Für Nervenkitzel sorgt schließlich Nikolai Shelamov auf der Slackline – eine Darbietung, die das Publikum den Atem anhalten lässt.
Abgerundet wird das Programm durch Mila Roujilo, die mit ihrer Hula-Hoop-Performance Eleganz und Tempo verbindet.
Neben der artistischen Leistung tragen auch Bühnenbild, Musik und Lichtdesign maßgeblich zur Wirkung der Show bei. Die Inszenierung von Regisseur Robin Witt, der selbst als Artist aktiv ist, wirkt durchdacht und zugleich lebendig, das gesamte Ensemble harmoniert sichtbar und holte an diesem Abend die Varieté-Sterne vom Himmel – im wahrsten Sinne des Wortes.
Regie: Robin Witt
Bühnenbild: Sebastian Drozdz
Produktionsleitung: Thu Ngan Nguyen












