Bad Honnef. Eigentlich sollte es eines der zentralen Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre werden: die „Piazza Verde Prima“ zwischen Saynschem Hof und Fußgängerzone. Ein mehrere tausend Quadratmeter großes Geschäfts- und Wohngebäude mit Vollsortimenter, Wohnungen und öffentlicher Nutzung war angekündigt – ein „bahnbrechendes Innenstadtprojekt“, wie es aus der Stadtentwicklung einst hieß.
Doch mehr als die symbolische Geste des ersten Spatenstichs im Oktober 2025 ist bislang nicht zu sehen. Auf der Fläche herrscht weiterhin Stillstand. Die Baugrube ist nicht ausgehoben, sichtbare Arbeiten haben bislang nicht begonnen. Statt Aufbruchsstimmung dominiert zunehmend Unverständnis – auch in der Bevölkerung.
Frust wächst sichtbar im Stadtbild
Der Unmut zeigt sich inzwischen offen: Auf dem Bauzaun tauchten kritische Botschaften auf, die den Stillstand deutlich kommentieren. Für viele Bürgerinnen und Bürger sowie Teile der Geschäftswelt ist die Situation längst mehr als nur eine Verzögerung – sie wird als Belastung für das Innenstadtbild und die Aufenthaltsqualität wahrgenommen.
Projektentwickler verweist auf komplexe Verzögerungen
Die SOIF Consulting GmbH & Co. KG als Projektentwickler verweist auf mehrere Ursachen für den Stillstand. Zwar sei eine Teilbaugenehmigung für die Baugrube erteilt worden, die eigentliche Baugenehmigung für das Gebäude liege jedoch weiterhin nicht vor.
Als Gründe werden unter anderem Planänderungen im vergangenen Jahr genannt, die eine Überarbeitung der Tiefbaustatik erforderlich gemacht hätten. Dadurch habe es Nachverhandlungen mit dem Tiefbauunternehmen gegeben, die inzwischen abgeschlossen seien. Der entsprechende Auftrag sei inzwischen abrufbereit.
Zudem müssten noch Nachbarschaftsvereinbarungen mit angrenzenden Eigentümern finalisiert werden. Diese lägen derzeit zur Prüfung vor. Man hoffe, „innerhalb der nächsten Wochen“ zu Einigungen zu kommen und anschließend mit den Arbeiten beginnen zu können.
Stadt erhöht den Druck
Auch die Stadt Bad Honnef zeigt sich zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung. Die Verwaltung bestätigt, dass die Teilbaugenehmigung bereits vor rund sechs Monaten erteilt wurde. Gleichzeitig habe man den Vorhabenträger wiederholt auf die ausbleibenden Fortschritte und die immer wieder verschobenen Zeitpläne angesprochen.
Für den 15. Juni ist nun ein Krisengespräch zwischen Stadt und Projektentwickler angesetzt. Ziel sei es, mehr Verbindlichkeit über den weiteren Ablauf herzustellen.
Offene Fragen bleiben
Ob das Projekt nach dem Gespräch tatsächlich in eine neue Phase eintritt oder weitere Verzögerungen drohen, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Geduld vieler Beteiligter ist längst strapaziert – und der innerstädtische Stillstand wird zunehmend zum politischen und städtebaulichen Thema.











„Piazza amigo“ wäre auch kein schlechter Name für diesen zukünftigen lost Place.
„Nicht alle Projekte laufen rund“ heißt es unter dem Foto. Welche laufen denn rund?
Vielleicht sollte man den Platz mit Bäumen und Büschen bepflanzen, Blumenbeete anlegen und Parkbänke aufstellen.
Dann hätte man eine innerstädtische Grünfläche die vielleicht mehr Sinn machen würde, wie weitere leerstehende Geschäfte und teure Eigentumswohnungen.
Für einen Investor, der bereits Millionen für den Grundstückserwerb und den Abriss bezahlt hat, ist das sicher keine Option. Weltfremder Vorschlag.
…manchmal hat man kein glück und dann kommt auch noch pech dazu…wenn ein investor (?) so viel geld investiert, sollte man doch meinen, er weiss was er da macht.