Unwetter

Unwetterkatastrophe – Kreis einigt sich über Verteilung der Soforthilfe

Rhein-Sieg-Kreis (ke) – Die von Unwetter Bernd betroffenen Kommunen erhalten auch selbst eine erste Soforthilfe, um die nötigste Infrastruktur wieder herzurichten. Dem Rhein-Sieg-Kreis wurden durch das Land NRW insgesamt sechs Millionen Euro aus den in der vergangenen Woche auf den Weg gebrachten Mitteln zugewiesen.

Wie dieses erste Budget verteilt werden kann, darüber verständigten sich Landrat Sebastian Schuster und Kreisdirektorin Svenja Udelhoven jetzt mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der im Rhein-Sieg-Kreis von den heftigen Starkregenereignissen betroffenen Kommunen: Swisttal wird drei, Rheinbach zwei Millionen Euro erhalten; Meckenheim und Lohmar bekommen jeweils eine halbe Million Euro aus der ersten Pauschalzahlung.

„Ich bin sehr froh, dass wir so schnell Einigkeit über die Verteilung der Mittel erzielen konnten“, sagt Landrat Sebastian Schuster. „Wir erfahren rund um die Unwetterkatastrophe eine unglaubliche Welle der Solidarität aus allen Bereichen der Gesellschaft, aber auch die kommunale Familie im Rhein-Sieg-Kreis steht in der Not fest zusammen.“

Die Verteilung der ersten Soforthilfe für die Kommunen orientiert sich am bisher bekannten Schadensbild vor Ort – in dieser „Runde“ sollen die Kommunen zum Zuge kommen, die die größten Schäden zu verzeichnen haben.

Der Rhein-Sieg-Kreis verzichtet aufgrund der nach aktuellem Stand überschaubaren Schäden an der Kreis-Infrastruktur derzeit selbst ebenso wie die in deutlich geringerem Umfang als Swisttal, Rheinbach, Meckenheim und Lohmar betroffenen Kommunen auf Mittel aus dem aktuellen Soforthilfe-Fonds. Sobald weitere Mittel für Kommunen bereitgestellt wurden, wird über deren Verteilung neu beraten werden.

Mit der Soforthilfe mildert das Land NRW die finanziellen Belastungen der Gemeinden und Gemeindeverbände durch die kurzfristige Instandsetzung von zerstörten Infrastrukturen oder die Räumung und Reinigung der von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebiete. Die Verteilung des Pauschalbetrages auf die Städte und Gemeinden obliegt den Kreisen.

Ohbach trat bedrohlich über die Ufer

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Bad Honnef – Während die Insel Grafenwerth bislang den Dauerregung noch gut verkraftete, sah es beim Ohbach in Selhof ganz anders aus. Dort trat das Wasser massiv über den Uferrand und verbreitetet sich so massiv, wie es Anwohner seit über 30 Jahren noch nicht erlebt hatten.

Der Möschbach in Rommersdorf ließ zwar auch die Muskeln spielen, hielt sich bis 21 Uhr jedoch noch zurück. Trotzdem sicherten Anwohner ihre Häuser mit Sandsäcken und holten Steine aus dem Bach, damit das Wasser nicht wie bei der Katastrophe 2013 hochgedrückt wurde.

Ein Hang rutschte in der Löwenburgstraße in Höhe des Waldfriedhofs auf einer Länge von etwa 20 Metern ab. Da sich weitere Erdmassen lösen könnten, sicherte das Ordnungsamt den gefährdeten Teil der Löwenburgstraße. Am Donnerstag sollen nun Fachleute den Schaden begutachten, damit weitere Maßnahmen getroffen werden können.

Bis 22 Uhr musste die Bad Honnefer Feuerwehr 22 Einsatzstellen mit 35 Wehrleuten bewältigen. 3 Fahrzeuge wurden zudem in Bornheim eingesetzt.

Der Deutsche Wetterdienst hat um 22.25 Uhr die Unwetterwarnung aufgehoben.

 

 

Gewitter: Innerhalb von 0,02 Sekunden 100 Mio. Volt

Rhein-Sieg-Kreis – Für die einen sind sie faszinierend, anderen wiederum machen sie Angst: Gewitter! Davon gab es im Rhein-Sieg-Kreis in den letzetn Wochen reichlich. Das Amt für Bevölkerungsschutz des Rhein-Sieg-Kreises hat nun Tipps veröffentlicht, wie man sich während eines Gewitters richtig verhält. Denn trifft ein Blitz einen Menschen, so hat er kaum eine Überlebenschance. Innerhalb von nur 0,02 Sekunden können bis zu 100 Millionen Volt und mehrere 10.000 Ampere auf den Körper einwirken.

„Wenn man im Freien unterwegs ist und von dieser Naturgewalt überrascht wird, sollte man möglichst Abstand von Bäumen halten,“ rät Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg. „Blitze schlagen gerne in alleinstehende, hohe Bäume ein. Diese Spannung wird dann über den Boden weitergeleitet und das kann tödlich enden. Umso wichtiger ist es, dem Blitz so wenig Angriffsfläche zu bieten wie möglich. „Halten Sie die Beine und Füße eng aneinander und gehen Sie in die Hocke,“ empfiehlt Dirk Engstenberg.

Wie entstehen eigentlich Gewitter?

Anhöhen, Berggipfel und Türme sind unbedingt zu meiden. Wer sich dort bei einem aufziehenden Gewitter bereits befindet, sollte sofort absteigen. Und wer sich im Schwimmbad, See oder Fluss aufhält, sollte das Wasser schnellstmöglich verlassen. Denn Blitze breiten sich im Wasser explosionsartig aus; das kühle Nass wird so zur tödlichen Falle.

Dabei kann man sich nicht in Sicherheit wiegen, weil das Donnern nur in der Entfernung zu hören und noch keine Erhellung am Himmel zu sehen ist. Das Gewitter kann trotzdem bereits ganz nah sein. Dieser Trugschluss kostet immer wieder Menschenleben.

„Sollten Sie Zeuge davon werden, wie ein Mensch von einem Blitz getroffen wird, leisten Sie sofort Erste Hilfe und wählen Sie den Notruf“, appelliert der Leiter der Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises, Ralf Ahr. „Ein Blitzschlag kann zu einem Herz- und Atemstillstand führen; Sofortmaßnahmen sind daher für das Opfer lebenswichtig.“

Ist die verletzte Person bewusstlos, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht und die Atmung kontrolliert werden. „Wenn eine Herzdruckmassage als Sofortmaßnahme notwendig sein sollte, können die Disponentinnen und Disponenten der Rettungsleitstelle die Ersthelferinnen und Ersthelfer telefonisch dabei anleiten. So wird die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückt“, so Ralf Ahr.

Am sichersten ist es bei Gewittern in Gebäuden und auch im Auto. Häuser schützen durch ihre Konstruktion vor gefährlichen Überspannungen. Zudem sind öffentliche Gebäude üblicherweise mit Blitzschutzanlagen ausgestattet. Autos schirmen durch ihre Karosserie elektromagnetische Felder ab und wirken so wie ein faradayscher Käfig.

Aber trotz allem ist Vorsicht geboten: Baden, Duschen und Telefonieren sollten während des Gewitters vermieden werden. Auch von Metall- und Wasserleitungen sollte man Abstand halten und elektrische Geräte vorsichtshalber vom Strom nehmen. Häufiger werden diese bei einem Blitzeinschlag stark beschädigt. Denn es gibt noch viele Häuser, in denen zwar ein Blitzableiter, jedoch kein Fehlerstrom-Schutzschalter – kurz FI-Schalter genannt – verbaut wurde.

 

Deutscher Wetterdienst warnt vor Unwetter im Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis – Frühzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst vor einer Unwetterlage ab dem morgigen Samstagabend. Erwartet werden aus Süden langanhaltende und teils kräftige Niederschläge. Diese sollen zunehmend von Schneefall in gefrierenden Regen übergehen.

Bis zum Sonntagabend muss verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden. Es kann zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr kommen. Zudem besteht die Gefahr von Eisbruch.

Der DWD weist darauf hin, das es sich bei dieser Meldung um eine Vorabinformation handelt, die frühzeitig auf die Gefahr eines Unwetterereignisses hinweisen soll. Bezüglich der betroffenen Regionen gibt es noch Unsicherheiten.

Entsprechende Warnungen gibt der DWD  im Laufe des Samstags und Sonntags aus.

 

Wieder vollgelaufene Keller – B42-Abfahrt musste erneut gesperrt werden

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Bad Honnef – Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes kam heute um 17.13 Uhr. Weniger als eine halbe Stunde danach waren alle Wachen und Führungsstellen der Bad Honnefer Feuerwehr besetzt.

Im Gegensatz zu Mittwoch handelte es sich diesmal in der Regel um kleinere Einsätze, beispielsweise vollgelaufene Keller. Problematischer war es bei Coppeneur in Aegidienberg. Dort ergoss sich Wasser auf einer Fäche von 300 Quadratmetern auf mehreren Stockwerken.

Aber auch in der Giradetallee hatten die betroffenen Anwohner mit zugelaufenen Flächen und Kellern zu kämpfen. Zum zweiten Mal in diesem Monat. Und ebenfalls zum zweiten Mal musste die Abfahrt an der B42 in Höhe von Autohaus Thomas gesperrt werden. Warum sich hier bei Starkregen so viel Wasser sammelt, dürfte nun geprüft werden.

Am Ende des heutigen Tages registrierte die Bad Honnefer Wehr 29 Einsätze, die von 76 Feuerwehrleuten abgearbeitet wurden.

Gefordert war auch das Bad Honnefer Rote Kreuz, das sich mit 14 Ehrenamtlern um die Verpflegung der Einsatzkräfte in Bad Honnef, Rheinbreitbach und Unkel kümmerte.

Der DRK Ortsverein in Bad Honnef ist einer der fünf grossen Verpflegungsdienststandorte im Rhein-Sieg-Kreis. Rund 500 Liter Kaltgetränke, Kaffee und Tee sowie über 350 Portionen Warmverpflegung sind im DRK Zentrum eingelagert, um jederzeit Betroffene oder Einsatzkräfte versorgen zu können.

 

Erster Herbststurm des Jahres droht auch im Siebengebirge

Bad Honnef – Mit Tief MORTIMER erwartet uns in der kommenden Nacht und am morgigen Montag der erste größere Sturm dieses Jahres. Vor allem wegen der belaubten Bäume ist die Lage nicht ganz ungefährlich.

Meteorologisch und kalendarisch ist bereits Herbst und auch in der Natur hat die dritte Jahreszeit Einzug gehalten: Die Blätter an einigen Bäume beginnen sich zu färben, Kastanien fallen zu Boden und in den letzten Tagen gab es vielerorts wechselhaftes Schauerwetter (Ausnahme: der aktuell sonnige und warme Süden). Kein Wunder also, dass auch das für diese Jahreszeit wohl typischste Wetterereignis nicht lange auf sich warten lässt: Der Herbststurm.

Auf den Namen „Mortimer“ wurde das Sturmtief getauft, in dessen Sturmfeld wir in den nächsten 24 bis 30 Stunden gelangen. Ganz passend ist sein Name („ruhiges, totes Meer“ von „mort=tot“ und „mer=das Meer“ (altfrz.)) allerdings nicht, denn die See wird bei einer erwarteten Wellenhöhe von über drei Meter alles andere als ruhig sein.

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Aber nicht nur am Meer wird der Sturm tosen, sondern (zeitlichversetzt) nahezu in ganz Deutschland. Tief MORTIMER zieht mit seinem Kern von der Nordsee über Dänemark Richtung Ostsee und sein Sturmfeld befindet sich an seiner Süd- und Südwestflanke. Am späten Abend tangiert es vor allem den Westen und die Südhälfte des Landes, in den Frühstunden des Montags verschärft sich dann an der Nordsee der Wind und die stärksten Böen verlagern sich über den Norden in den Nordosten und Osten, wo sie bis zum Nachmittag anhalten. Mit Abzug von MORTIMER nach Osten schwächt sich der Wind von Westen her rasch ab, sodass dort bereits Montagvormittag kaum noch was vom Sturm zu spüren sein wird.

Was die erwarteten Windgeschwindigkeiten angeht, so liegen diese wohl recht verbreitet bei Böen zwischen 70 und 80 km/h, lokal auch um 90 km/h (vor allem im Norden und Osten). Das klingt erstmal nicht überbordend viel und entspricht auch tatsächlich nicht den Unwetterkriterien des DWD (erst ab orkanartigen Böen ab 105 km/h). Es besteht dennoch ein erhöhtes Gefahrenpotential aus zwei Gründen: Zum einen können lokal Gewitter auftreten und zu deutlich stärkeren Böen bis in den schweren Sturm- oder gar orkanartigen Bereich (90-110
km/h) führen. Zum anderen sind die Bäume derzeit noch voll belaubt und bieten damit eine große Angriffsfläche für den Wind, sie können also auch schon bei „vergleichsweise niedrigen“ Windgeschwindigkeiten im Sturmbereich umstürzen.

„Seien Sie also achtsam, vermeiden Sie Wälder und planen Sie auf dem Weg zur Arbeit morgen lieber etwas mehr Zeit ein“, empfiehlt der Deutsche Wetterdienst. Denn nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der Bahnverkehr kann durch umstürzende Bäume auf Oberleitungen und Gleise beeinträchtigt werden.

 

Tief „Burglind“: Feuerwehr im Dauereinsatz – Zug fuhr in Bäume

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Umgestürzter Baum auf der Hauptstraße in Niederdollendorf | Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter

Bad Honnef | Die Feuerwehren Bad Honnef und Königswinter sind seit dem frühen Morgen im Dauerstress. Grund ist Tief „Burglind“, das weite Teile Deutschlands beherrscht. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern gemessen.

Laut der Pressestelle des Kreises verzeichnete die Honnefer Wehr bis 10 Uhr fünf Einsätze. Sie befreite hauptsächlich die Gleise der DB von abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen.

Bei Bad Honnef fielen drei Bäume auf die Oberleitung der DB. Ein Regionalexpress fuhr trotz Notbremsung in das Hindernis und riss dabei einen Teil der Stromleitung herunter. Die Fahrgäste konnten erste nach einer Stunde den Zug verlassen.

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Foto: Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef

Gegen 10.30 Uhr beendete die Feuerwehr Bad Honnef ihren Einsatz. Die Bahnstrecke bei Bad Honnef ist zurzeit immer noch gesperrt.

In Königswinter mussten die freiwilligen Helferinnen und Helfer bislang 17 Mal ausrücken. Überwiegend müssen Äste, Bäume und andere Gegenstände von Straßen geräumt werden. Personenschäden wurden bislang nicht bekannt.

Mit Schwerpunkt im Bergbereich der Stadt Königswinter blockierten nach dem Durchzug erster Ausläufer des Sturmtiefs umgestürzte Bäume mehrere Straßen. Auch zwei PKW wurden von den Bäumen beschädigt. In Eudenbach war eine Stromleitung betroffen, in einem anderen Fall eine Telefonleitung.

Die insgesamt 90 alarmierten Kräfte von sieben Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter konnten in allen Fällen die Hindernisse schnell mit Hilfe von Motorsägen beseitigen. Der städtische Baubetriebshof unterstützte sie hierbei. Die Einsätze wurden von dem im Feuerwehrhaus Oberdollendorf eingerichteten Lagezentrum koordiniert.

Laut Deutschem Wetterdienst muss im Westen weiterhin mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden. In Verbindung mit einzelnen Gewittern seien auch in tiefen Lagen einzelne orkanartige Böen oder sogar Orkanböen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag soll es stürmisch bleiben.

Regen und Wind sollen in den nächsten Tage die Wetterlage beherrschen. Erst am Samstag könne sich die Sonne kurzfristig wieder blicken lassen, so der DWD.