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Unterirdisches Sozialverhalten

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Bestimmte Meldungen sind schwer zu ertragen. Die Pressemitteilung über die zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte des Rhein-Sieg-Kreises ist so eine, bei der es einem extrem schwer fällt, sich nicht vor lauter Wut die Zähne auszubeißen.

Hier muss nicht erwähnt werden, welchen Wert die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für die Gesellschaft haben; hier muss nicht erwähnt werden, welche Entbehrungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste tagtäglich in Kauf nehmen, um Bürgerinnen und Bürger zu schützen und vor großem Leid zu bewahren; hier muss nicht erwähnt werden, was solche Übergriffe für die aufwändige Anwerbung von neuen ehrenamtlichen Kräften bedeuten.

Gewalt gegen Rettungskräfte geht gar nicht. Solche Absurditäten stellen zudem die Demokratie in Frage. Was sind das für Menschen, die mit ihrem unterirdischen Sozialverhalten dieses Risiko eingehen?

In der Meldung heißt es, oft seien Alkohol und andere Drogen mit im Spiel. Das kann keine Entschuldigung sein. Wenn Rauschmittel dazu führen, dass das Rettungswesen immer mehr einer Gewaltgefahr ausgesetzt ist, dann muss der Gesetzgeber vielleicht einmal über die verminderte Schuldfähigkeit berauschter Täter nachdenken. Oder andere, vielleicht sinnvollere Maßnahmen treffen.

Den Begriff Deeskalation mag man in solchen Zusammenhängen auch nicht mehr wirklich hören. Die Wut nur in sich hineinfressen, macht krank. Wer hilft einem dann, wenn es keine Rettungskräfte mehr gibt. – Ok, das geht jetzt zu weit, aber es wird trotzdem nicht gestrichen.

 

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Umweltschutz – Verdammt schwierig!

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Die Lage ist ernst. Das Klima verändert sich. Will das jemand leugnen?

Die Wissenschaft sagt: Es ist später als fünf vor zwölf. Politik ist sich uneins. Es gibt Schnellschüsse wie “Klimanotstand”. Was eigentlich nichts bedeutet, außer: Freiwillige Selbstverpflichtung. Kommunen erkennen offiziell an, dass es eine Klimakrise gibt und mehr getan werden muss, um sie zu begrenzen.

Bad Honnef hat den Klimanotstand nicht ausgerufen, die Grünen wollen aber den Antrag einbringen, “ein kommunales Klimaschutzkonzept durch ein Klimaschutzmanagement zu erstellen”. Die CDU Königswinter kündigt an, einen Antrag für die Aufstellung eines Maßnahmenkataloges für den Klimaschutz im Stadtgebiet Königswinter stellen zu wollen.

Das Thema ist also in den Rathäusern angekommen. Aber wie ernst gehen die Stadtverantwortlichen damit um?

Später als fünf vor zwölf bedeutet doch eigentlich eine radikale Kehrtwende, weg von allen Aktionen, die irgendwie das Klima negativ beeinflussen können. Beide Städte, Königswinter wie Bad Honnef, sind davon aber weit entfernt. Das beweisen allein die Bauvorhaben. In Bad Honnef verschärft sogar ein Parkraumkonzept die Klimakrise, indem Anlieger oftmals viele Schleifen fahren müssen, um einen Parkplatz zu finden, weil sie in ihrer Zone nicht mehr dauerhaft parken dürfen.

Nun die Insel.

Es fällt schwer, ein Konzept, wie die Stadt es vorgelegt hat, für nicht attraktiv zu halten. Wer in lauen Sommernächten auf warmen Stufen am Rheinufer bei einem Gläschen Wein in den Sternenhimmel gucken kann, dem wird vermutlich das Herz höher schlagen. Wer im Biergarten sitzt und seine Kinder glückselig auf neuen Spielflächen spielen sieht, wird nicht weiter von einer kinderfreundlichen Welt träumen müssen. Und wer statt auf Asphalt auf Kies oder Lehm spaziert, wird denken: Klasse, Natur pur!

Dennoch: Hat der BUND nicht recht, wenn er fordert, Fauna und Flora radikal zu schützen? Bietet die Inselentwicklung einen ökologischen Mehrwert oder entspricht sie nur einem menschlichen Spaßanspruch? Schützt sie die Natur oder fördert sie nur wirtschaftliches Wachstum? Wie soll das Klima sich verbessern, wenn in funktionierende ökologische Räume eingegriffen wird, um mehr Menschen anzulocken?

Auch wenn Ersatzanpflanzungen angekündigt sind – wie lange benötigen grüne Neuanlagen, bis sie klimatisch den Wert haben, wie der aktuelle Bestand? Und: Ziel der Inselauffrischung soll es ja eben sein, dass mehr Menschen nach Bad Honnef und auf die Insel kommen. Ist das im Sinne der Grafenwerther Tierwelt?

Später als fünf vor zwölf – Umweltschutz ist verdammt schwierig. Und sollte vor allem nicht zu einem Hetzthema gegen Andersdenkende werden. Wir sind alle gefragt, uns um Lösungen zu bemühen.

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Beamten-Marketing statt Centrum e.V.?

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Zwei Vorstellungen, die nachdenklich machen: 1. Das Tal verliert seinen einzigen Marketingverein. 2. Die Stadt übernimmt das Marketing der City. Beide Szenarien scheinen offensichtlich möglich.

Nach 11 Jahren Vereinsarbeit wollen die beiden Centrum e.V.-Chefs Georg Zumsande und Walter Löbach 2020 abdanken. Eine Nachfolge ist zurzeit nicht in Sicht. Eine Realität, die nicht nur Gewerbevereine betrifft.

Dabei ist es gerade jetzt so wichtig, dass sich die Einzelhändler zusammenraufen und neue Konzepte für die Belebung der Innenstadt entwerfen. Rückgang der Einwohnerzahlen, Onlinehandel, Überalterung – Symptome, die dem Einzelhandel das Leben scheinbar schwer machen. Muss das sein?

Chancen sind durchaus vorhanden. Denn: Der prognostizierte Einwohnerrückgang für Bad Honnef liegt ja bis 2040 noch nicht einmal im Tausenderbereich. Kommt da Panik auf?

Senioren sind heutzutage viel fitter als in früheren Jahren. Denkt man nur ans Ehrenamt, sind sie eine Stütze der Stadt. Internet. Ist ja heute kein Hexenwerk mehr. Man muss es nur wollen.

Ein Punkt, den man der Innenstadtgemeinschaft vorwerfen muss: Ihre digitale Dynamik liegt noch weit hinter der von Frau Merkel. Das ist ein Fehler, der hoffentlich bald eingesehen wird. Dabei geht es in erster Linie um Präsenz und Kommunikation, nicht um Onlineshops.

Unglücklich auch, dass die Innenstadt auf eine Markenbildung verzichtet. In Bad Honnef gibt es mit Boutiquen, Parfümerien, Schmuck- und Accessoiregeschäften, Cafés …  zig Angebote für Frauen. Also müsste die Markenbildung doch auf diese Kundschaft abzielen. Bad Honnef ist weiblich: “Lady Bad Honnef”. Und Bad Honnef ist eben alt: “Graue Panther”. – Möglichkeiten genug, sich nachvollziehbar, attraktiv und spektakulär zu positionieren.

Denkbar ungünstig dürfte hingegen ein von Bürokraten beherrschtes Stadtmarketing sein. Hat so etwas schon einmal irgendwo funktioniert? Die städtischen Initiativen wie Marke, Logo und Kiezkaufhaus haben ja eher zur Verwirrung beigetragen, als für Sympathie und Innenstadtbelebung gesorgt. Vom Parkraumbewirtschaftungskonzept einmal ganz abgesehen.

Es wäre schon ein Armutszeugnis, wenn sich der Einzelhandel im Tal nicht weiterhin selbst organisieren würde. Schließlich hieß es bei der Gründung des Centrum e.V. 2009 im GA: “Der Innenstadt-Einzelhandel brauche ein “eigenes Sprachrohr”. Zumsande: “Hier gab es bisher keine eigene Körperschaft.” Während an vielen Stellen sehr aktive Bürgervereine eine Lobby für “ihren” Ortsteil darstellten, die sich Gehör verschaffe, habe es vergleichbares in der Innenstadt nicht gegeben.”

Damit war wohl alles andere als Beamten-Marketing gemeint. Und: Dort, wo es Bürgervereine gibt, klappts sogar mit der Kirmes.

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Teure Spielerei

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Digitaler Fortschritt in Bad Honnef  ist wie in früheren Jahren Frauenfußball beim DFB: wollen wir nix mit zu tun haben. Große Teile der städtischen Geschäftswelt haben ihren Teil dazu beigetragen, scheu(t)en die Entwicklung wie der Teufel das Weihwasser. Versuche verschiedener (idealistischer) Anbieter, den Handel ins Netz zu bekommen, schlugen kläglich fehl.

Dann sprudelten Fördergelder. Besonders  die GRÜNEN sind bei solchen Angeboten kiwief: “Am 31. fahren Thomas Bock, Georg Zumsande, Helmut Böndel und Burkhard Hoffmeister zum Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Hermann Tengler. Als Kreistagsmitglied hatte Hoffmeister ein Förderprogramm der EU entdeckt, das stationären und Internethandel zusammendenkt – und den Termin vermittelt. Tengler hört zu und unterstützt nach Kräften”, schreibt die Honnefer Wochenzeitung.

Da waren sich Neuhoff und Hoffmeister noch gut. Der Bürgermeister sprang auf den Zug und kurbelte – wie man ihn kennt –  an. Auch Skepsis aus Fachkreisen ließ ihn nicht zweifeln. Kiez kam! Mit Unterstützung der Bad Honnefer Politik und einem Rucksack voller Realitätsferne. Wie groß digitale Unwissenheit im politischen Raum ist, hat nicht zuletzt die Rezo-Diskussion aufgedeckt. Bad Honnef steckt da noch viel tiefer im Unterholz. Die Zukunft des Bad Honnefer Einzelhandels liegt auch nicht ansatzweise in einem städtischen Onlineshop.

Nun ist der Katzenjammer groß: wenig Händler, wenig Kunden, wenig Umsatz. Bis 2022 kein Land in Sicht, rechnet die Verwaltung vor und will dennoch an dem Onlineportal festhalten. Weil digital ja die Zukunft ist. Es müssen halt nur die Händler, Kunden und Investoren umdenken. Kein Wort in der Verwaltungsvorlage über konzeptionelle und strukturelle Schwächen des Projekts “Kiezkaufhaus”. Wurde im Vorfeld analysiert, ob Bad Honnef überhaupt der richtige Standort für eine solche Innovation ist?

Die Begründung für eine Fortführung des Onlineportals liest sich, als würde nach 2022 alles gut. Hauptsache ein Lebensmittelhändler macht mit. Denn bei Gesprächen mit anderen Plattformbetreibern sei deutlich geworden, dass mehr als die Hälfte der Umsätze aus dem Handel mit Lebensmitteln erzielt werden. Wer allerdings verkauft in der City Lebensmittel? Warum sitzt dann beispielsweise HIT nicht mit im Boot?

Auch die jüngst angedeuteten Perspektiven  der früheren Kaiser’s-Filiale in der City stehen nicht für Rettung des Onlineshops. Erstens stünde eine Eröffnung frühestens 2020 nach dem Umbau an (es ist noch kein Vertrag unterschrieben), zweitens soll es sich nach aktuellem Stand weder um einen Vollversorger noch um ein “normales” Lebensmittelgeschäft handeln.

Ebenfalls problematisch dürfte das ab August in Bad Honnef zur Verfügung stehende Vorteilsangebot der Kreissparkasse Köln für das Kiezkaufhaus sein. Es schließt mit S-Erleben rabattierte Kaufmöglichkeiten bei über 1.300 regionalen, bundesweiten und Online-Partnern ein.

Und angesichts der Kosten: Warum sollen Steuerzahler eigentlich ein Projekt für Gutbetuchte finanzieren? Denn der Einkauf im Kiezkaufhaus einschließlich Lieferung ist teuer.

Fragen über Fragen. Die Antwort kann eigentlich nur heißen: Keine weitere Verschwendung von Steuergeldern. Bad Honnef muss sich digital entwickeln, ein Kiezkaufhaus wie dieses ist jedoch nichts anderes als eine teure Spielerei. Es gibt interessantere Möglichkeiten. Bonn und Rhein-Sieg-Kreis zusammendenken wäre (vielleicht) eine.

Kommentar wurde aktualisiert. Erstveröffentlichung 7.6.2019.

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