Bad Honnef. Die Diskussion um den Bau von zwei Windenergieanlagen am Dachsberg gewinnt weiter an Dynamik. Mit einer aktuellen Pressemitteilung positionieren sich die GRÜNEN in Bad Honnef klar für das Projekt – und verknüpfen dies mit einem Appell an Verantwortung, Klimaschutz und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.
Nach Angaben der Partei sollen die beiden geplanten Anlagen jeweils eine Leistung von 7 Megawatt erreichen und zusammen rund zwei Drittel des jährlichen Strombedarfs der Stadt decken. Für die GRÜNEN ist das ein zentraler Baustein auf dem Weg zu mehr Energieunabhängigkeit. Fraktionssprecher Jochen Agte betont in der Mitteilung, Windenergie gehöre zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung und sei zugleich „umweltfreundlich, verlässlich und zukunftsfähig“.
Ein besonderes Gewicht legen die GRÜNEN auf die lokale Wertschöpfung: Mit der Bad Honnef AG (BHAG) als möglichem Betreiber blieben Einnahmen und Engagement vor Ort. Zudem verweisen sie auf das Interesse großer Unternehmen wie Hitachi und Wirtgen, erneuerbaren Strom direkt zu beziehen – ein Signal, dass die Energiewende auch ein wichtiger Standortfaktor für Industrie und Arbeitsplätze sei.
In ihrer Argumentation verbinden die GRÜNEN Energiepolitik auch mit geopolitischen Fragen. Die Abhängigkeit von fossilen Importen habe sich als Risiko erwiesen – wirtschaftlich wie politisch. Erneuerbare Energien wie die Windkraft könnten hier zur Stabilität beitragen. Gleichzeitig sehen sie in dem Ausbau eine Voraussetzung für klimafreundliche Technologien, etwa Wärmepumpen oder Elektromobilität.
Beim umstrittenen Standort am Dachsberg versuchen die GRÜNEN, Bedenken zu entkräften. Der gewählte Standort sei „sorgfältig“ geprüft worden. Durch die Lage im Wald würden Belastungen für Anwohner gering gehalten, zudem wirke der Wald als natürlicher Schallschutz. Auch die Geräuschentwicklung sei bei vergleichbaren Anlagen in 1000 Metern Entfernung als gering eingestuft worden. Voraussetzung bleibe allerdings die Einhaltung aller natur- und artenschutzrechtlichen Vorgaben sowie des Immissionsschutzes.
Gleichzeitig räumt die Partei ein, dass die Energiewende nur mit Akzeptanz vor Ort gelingen könne. Daher solle die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein zentraler Bestandteil des Projekts werden. Konkrete Modelle würden derzeit erarbeitet.
Mit ihrer Stellungnahme setzen die GRÜNEN ein klares politisches Signal – in einer Debatte, die in Bad Honnef zunehmend emotional geführt wird. Während Befürworter vor allem Klimaschutz und Versorgungssicherheit betonen, verweisen Kritiker auf Eingriffe in Natur und Landschaft sowie mögliche Belastungen für Anwohner.
Die Entscheidung über die Windenergieanlagen am Dachsberg dürfte damit nicht nur eine technische oder wirtschaftliche Frage sein, sondern auch ein Gradmesser dafür, wie die Stadt den Spagat zwischen Energiewende und lokalen Interessen gestaltet.
Infoabend am 15. April 2026
Wann? 15. April 2026, 18.00 bis 20.00 Uhr (Einlass ab 17.00 Uhr)
Wo? Bürgerhaus Aegidienberg, Aegidiusplatz 10, 53604 Bad Honnef
An diesem Abend informiert die BHAG über das Vorhaben und beantwortet Fragen zum Planungsstand – mit Zahlen, Daten und gesicherten Fakten.










