Bad Honnef – In Rhöndorf versucht Straßen.NRW, den Tauben das Leben schwer zu machen. Der Landesbetrieb brachte Gitter an der Brücke der B42 an, um den Tieren den Weg zu ihrem Unterschlupf zu versperren. Mit gravierenden Folgen: Seitdem irren sie orientierungslos umher – und kacken jetzt an anderen Stellen. Denn, so Taubenfreunde, sie werden sich in der direkten Umgebung neue Plätze suchen.

Das Problem wäre einfach zu lösen. Würde die Stadt in einem Umkreis von etwa 500 Metern ein Taubenhaus errichten, könnten die Nöte der sich belästigt fühlenden Menschen beseitigt werden und den Tauben würde ein glückliches Leben beschert. Für die Versorgung der Taubenhäuser würden sich in einem Verein organisierte Taubenfreunde aus Bad Honnef kümmern.

Die Grünen legten in der letzten Ratssitzung einen Antrag zum konstruktiven Umgang mit den Stadttauben vor. Zuvor bereits teilte die Stadt “Honnef heute” mit, dass sie in Zusammenarbeit mit dem Kreisveterinäramt nach solchen suchen wolle. In der Ratssitzung schob allerdings der Erste Beigeordnete der Stadt, Holger Heuser, eine Info nach. Verschiedene Bürgerinnen und Bürger hätten sich schon gegen einen Taubenschlag ausgesprochen.

Warum viele Menschen Vorbehalte bei Stadttauben haben, ist unerklärlich. Erstens gibt es sie nur, weil sie von Menschen für die Zucht und Hochzeitsspektakel ausgenutzt bzw. benutzt werden, zweitens bestehen die immer wieder ins Gespräch gebrachten Gefahren vor Krankheiten nur bedingt und außerdem sind Tauben Menschen auch noch überlegen – jedenfalls beim Multitasking.

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Tauben können genauso schnell wie Menschen zwischen zwei Aufgaben hin und her wechseln – in manchen Situationen sind sie sogar noch schneller, fanden Dr. Sara Letzner und Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün von der Ruhr-Universität Bochum heraus. Sie führen ihre Erkenntnisse auf die höhere Neuronendichte im Gehirn der Tauben zurück.

Zum Verdruss vieler Taubenfeinde könnte die Stadttaube nun 2021 auch noch zum “Vogel des Jahres” gewählt werden. Zum 50. Mal kürt der NABU 2021 ein Federvieh zur Königin oder zum König der Lüfte. Dabei geben keine Experten ihre Stimmen ab, sondern der gemeine Vogelfreund. Über 67.000 haben bereits abgestimmt und die Stadttaube lag bereits am 2. Tag vorne. Der NABU beteuert, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen. – Der “Vogel des Jahres” in Rhöndorf – wäre doch was. Bis zum 15.12.2020 kann noch abgestimmt werden.

 

 

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