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Zukunft Kunstszene: Wir dürfen unsere Künstler und Künstlerinnen nicht vergessen

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Bad Honnef – Abgesagt! Abgesagt! Abgesagt! Seit der coronabedingten Einschränkungen hat in Bad Honnef kein öffentliches Kulturevent mehr stattgefunden. Veranstalter wie 7MMN oder der Zeughaus-Kleinkunstkeller versuchen per Videostreaming bzw. Videokonzerten zu retten, was zu retten ist.

Obwohl der Gesamtumsatz der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland kontinuierlich zugenommen hat und mit über 168 Milliarden Euro (Umsatz Einzelhandel 2018: 527 Euro) einen neuen Spitzenwert erreichte, sind Künstler und Veranstalter seit der Coronakrise die großen Verlierer. Hilfsprogramme gehen in der Regel an ihnen vorbei, da Kriterien wie Betriebskosten für die meisten Kleinkünstler nicht zutreffen.

Zwar wurde die Hilfe für Künstler und Kreative vom Bund vor kurzem verdoppelt, dennoch sind viele Künstler ob der Verwendung der Hilfen skeptisch. Sie befürchten am Ende Rückzahlungen. Außerdem steht in den Sternen, wann wieder Konzerte und Kleinkunstveranstaltungen in größeren Hallen und kleineren Spielstätten stattfinden können, die ihre Existenz absichern.

Auch in Bad Honnef ist das kulturelle Leben vollkommen zum Erliegen gekommen. Einen zaghaften ersten Versuch startete die Bad Honnefer Gruppe Autumn Nights letzte Woche mit einer öffentlichen Probe an der Martinskapelle in Selhof – unterstützt vom Ordnungsamt. Allerdings leben die Bandmitglieder nicht von der Musik. Anders sieht es bei den Bad Honnefer Künstler*innen aus, die ihre Einnahmen ausschließlich aus öffentlichen Auftritten bestreiten. Oder bei den nationalen und internationalen Künstlern, die Bad Honnef mit ihrer Kunst begeistern und die Stadt zu einem kulturellen Hotspot in der Region gemacht haben.

Ob und wie es in diesem und im nächsten Jahr mit der Kultur in Bad Honnef weitergeht, ist ungewiss. Die Stadt hält sich bei der Förderung von (Klein-)Kultur traditionell zurück. Einzig das Engagement vieler privater Akteure lässt Hoffnung zu, dass es auch nach Corona in der Badestadt irgendwie funktionieren wird. “Eine Möglichkeit wäre die öffentliche Unterstützung von Freiluftaufführungen. Wenn die Stadt Plätze und eine entsprechende mobile Bühne plus Technik zur Verfügung stellen würde, ließe sich sicherlich etwas machen”, so Rainer Hombücher vom Zeughaus-Kleinkunstkeller. Er denkt dabei an öffentlich geförderte oder Bezahlveranstaltungen im Freien, die ja unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind. Eintrittsfreie Auftritte oder Hutsammlungen machen für ihn keinen Sinn. Vor allem die professionelle Kunstszene würde sich mit Auftritten für lau immer mehr ins wirtschaftliche Abseits begeben.

Einen Vorstoß machte unlängst auch SPD-Bürgermeisterkandidat Klaus Munk. Kulturveranstaltungen im Internet seien für ihn nicht optimal, aber besser als nichts. Nach seinen Vorstellungen müssten, sobald möglich, große Räume auch für die Kleinkunst zur Verfügung gestellt und Förderprogramme für Künstler*innen passend gemacht werden.

Munk: “Kunst ist und war schon immer der Kitt jeder Gesellschaft. Wenn wir als Gesellschaft keine bleibenden Schäden behalten wollen, dürfen wir unsere Künstler und Künstlerinnen nicht vergessen.”

 

 

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