A565-Anschlussstelle Poppelsdorf: Brief der Stadt an die Autobahn GmbH

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Die von der Autobahn GmbH angekündigte zweieinhalbjährige Sperrung der A565-Anschlussstelle Poppelsdorf auf die Reuterstraße hat bei der Bonner Stadtverwaltung für Irritationen gesorgt und in Politik, Bürgerschaft und bei Wirtschaftsverbänden zu erheblichem Unmut geführt.

„Der Vorschlag der Sperrung der Anschlussstelle in der Zufahrt zur Reuterstraße anstelle einer einstreifigen Weiterführung dieser Verkehrsstraße trifft nicht auf Zustimmung der Bundesstadt Bonn und wir können die vermeintliche Alternativlosigkeit des von Ihnen vorgesehenen Vorgehens nicht nachvollziehen und so auch nicht akzeptieren“, schreiben Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Stadtbaurat Helmut Wiesner an die Autobahn GmbH. „Es muss dringend noch weitergehend geprüft und dargelegt werden, wie eine gedrosselte Zuführung des Verkehrs von der Autobahn auf die Reuterstraße unter Vermeidung von Rückstau oder Abmilderung dessen Folgen realisiert werden könnte. Dabei könnte z.B. ein entsprechendes Tempolimit im Zufluss auf die Anschlussstelle geprüft werden.“

Die Autobahn GmbH hatte Teile der Stadtspitze am 8. April 2022, also am Freitag vor Beginn der Osterferien, über diese gewählte Verkehrsführung während der Sanierung der Anschlussstelle Poppelsdorf informiert, bei der der Individualverkehr von der Autobahn kommend nicht auf die Reuterstraße wird fahren können und von der Reuterstraße auf die Autobahn eine Fahrspur zur Verfügung stehen wird. Diese Lösung ist nicht mit der Stadtspitze abgestimmt worden. Die Stadt hingegen favorisiert, eine Fahrspur je Richtung offen zu halten.

„Wir empfehlen dringend, weiter nach einer Möglichkeit zu suchen, die Verkehrsbeziehungen in allen Richtungen aufrecht zu erhalten. Darauf richtet sich die Bundesstadt Bonn mit ihrer Baustellenlogistik auf der Reuterstraße weiter ein, indem durchgehend eine entsprechende Befahrbarkeit auf einem Fahrstreifen je Fahrtrichtung sichergestellt wird“, schreiben Katja Dörner und Helmut Wiesner.

Die Stadt bittet die Autobahn GmbH um konkrete Untersuchungen zu den Auswirkungen der in jedem Fall entstehenden Verkehrsverdrängung bei Sperrung der Anschlussstelle auf die Reuterstraße. Hierauf basierend müssten großräumige Verkehrslenkungsmaßnahmen definiert, eingerichtet und kommuniziert werden. Für den innerstädtischen Verkehr seien ebenfalls Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Stadt organisiert zu diesem Anlass zeitnah ein Dialogforum Mobilität, in dem potenzielle Maßnahmen mit verschiedenen Akteur*innen und Arbeitgebenden der Stadt diskutiert werden können.

Darüber hinaus seien alle Möglichkeiten zu ergreifen, die Pendlerströme zu minimieren (Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs, Homeoffice, etc.). „Dazu bietet sich eine aktive Kooperation mit dem Netzwerk „Jobwärts“ an“, so die Oberbürgermeisterin und der Stadtbaurat.

Das Gemeinschaftsprogramm „Jobwärts“ der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises bietet mit Arbeitgebenden der Region ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, attraktive Alternativen zum Pendeln mit dem Auto zu testen. Ziel ist es, die Verkehrsbelastung im Großraum Bonn spürbar zu reduzieren und mehr Menschen für eine Anfahrt zum Arbeitsort mit Fahrrad, Pedelec oder ÖPNV zu gewinnen.

 

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