Bonn. Beim Wiederaufbau der eingestürzten linksrheinischen Vorlandbrücke der A565 geht es in die nächste Phase: Die Autobahn GmbH hat die europaweite Ausschreibung für den Ersatzneubau veröffentlicht. Ziel ist es, den Auftrag noch vor Weihnachten 2026 zu vergeben. Damit hält die Autobahn GmbH ihren angekündigten Zeitplan ein.
Erst vor wenigen Wochen hatten die Abbrucharbeiten an der rund 660 Meter langen Vorlandbrücke begonnen. Parallel dazu läuft nun bereits das Vergabeverfahren für den Neubau. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer möglichst kurzen Bauzeit.
Schnelles Bauen entscheidet mit
Anders als bei vielen öffentlichen Bauprojekten wird nicht allein der Preis über den Zuschlag entscheiden. Unternehmen, die nachweisen können, dass sie vergleichbare Brücken mithilfe innovativer Bauverfahren besonders schnell errichtet oder modernisiert haben, erhalten deutliche Vorteile im Auswahlverfahren. Dazu zählen beispielsweise modulare Bauweisen, Vorfertigung von Bauteilen oder andere Verfahren zur Verkürzung der Bauzeit.
In einem ersten Schritt bewerben sich interessierte Unternehmen im sogenannten Teilnahmewettbewerb. Die Autobahn GmbH wählt anschließend die leistungsfähigsten Bewerber aus, die in die Verhandlungsphase eintreten dürfen. Erst danach wird das wirtschaftlichste Angebot ermittelt. Neben den Kosten spielt dabei insbesondere die zugesagte Bauzeit eine entscheidende Rolle.
Planung und Bau aus einer Hand
Die Ausschreibung ist als sogenannte funktionale Ausschreibung angelegt. Das bedeutet: Planung und Bau werden gemeinsam vergeben. Dadurch erhalten die Unternehmen mehr Freiraum, eigene technische Lösungen und Bauverfahren vorzuschlagen, um den Neubau möglichst schnell umzusetzen.
Für den Ersatzneubau ist eine maximale Bauzeit von zwei Jahren vorgesehen. Ob diese sogar unterschritten werden kann, hängt von den Konzepten der Bieter ab.
Ziel: Verkehr möglichst schnell wieder herstellen
Bundesverkehrs-Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz betonte, dass mit der Veröffentlichung der Ausschreibung ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht sei. Geschwindigkeit werde ausdrücklich zum Auswahlkriterium gemacht. Unternehmen, die nachweislich schnell und innovativ bauen, hätten im Wettbewerb einen klaren Vorteil. Ziel sei es, den Verkehr auf der A565 so schnell wie möglich wieder vollständig aufnehmen zu können.
Auch der Technische Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Dirk Brandenburger, setzt auf innovative Lösungen der Bauindustrie. Die funktionale Ausschreibung eröffne den Unternehmen Spielraum, die technisch beste und zugleich schnellste Bauweise vorzuschlagen – etwa durch Vorfertigung oder modulare Konstruktionen.
Bedeutung für die Region
Die A565 zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Bonner Raum. Der Ausfall der Vorlandbrücke belastet seit Monaten den Verkehr in Bonn und der gesamten Region erheblich. Entsprechend groß sind die Erwartungen, dass der Neubau ohne Verzögerungen umgesetzt wird. Sollte der Zuschlag wie geplant noch vor Weihnachten erfolgen, könnte der Bau unmittelbar im Anschluss vorbereitet werden.










