Bonn – Angesichts deutlich steigender Infektionszahlen hat der Krisenstab der Stadt Bonn am Freitag, 16. April 2021, eine Verschärfung der Corona-Regeln in Bonn beschlossen. Ab Montag, 19. April 2021, wird die sogenannte Test-Option der „Corona-Notbremse“ zurückgenommen. Außerdem sollen Schulen und KiTas zum nächstmöglichen Zeitpunkt geschlossen werden.

Der Corona-Inzidenzwert in Bonn liegt am Freitag, 16. April 2021, bezogen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, bei 179,0. Die Stadt erwartet, dass in Kürze die 200er-Marke erreicht wird, ab der strengere Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie beachten werden müssen.

Schulen und KiTas sollen schließen

Vor diesem Hintergrund hat der Krisenstab der Stadt beim Land NRW beantragt, Schulen und KiTas zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu schließen und dort nur noch eine Notbetreuung zuzulassen. Es sollen nach Vorstellung der Stadt dann nur noch Kinder und Jugendliche betreut werden, deren Eltern beide in systemrelevanten Bereichen arbeiten. Um den Eltern eine Übergangsfrist zu ermöglichen, ist voraussichtlich ab Mitte nächster Woche mit der Schließung zu rechnen.

Der Präsenzunterricht für Abschlussklassen und die Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe ist weiterhin möglich. Allerdings wird die Stadt eine Maskenpflicht rings um die Schulgelände verfügen.

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Einschränkungen für Einzelhandel und Kultureinrichtungen

Ab Montag, 19. April 2021, besteht in Bonn nicht mehr die Möglichkeit, Geschäfte, die Waren anbieten, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis betreten zu können. Es bleibt dann im Rahmen der Notbremse des Landes NRW für diese Geschäfte beim „click and collect“, also der Abholung bestellter Waren. Nur Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte, Apotheken und alle Geschäfte, die bislang ohne negatives Testergebnis betreten werden durften, bleiben auch weiterhin geöffnet.

Körpernahe Dienstleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann, sind untersagt. Davon ausgenommen sind medizinisch notwendige Leistungen, Friseurleistungen, Leistungen der nichtmedizinischen Fußpflege sowie der gewerbsmäßigen Personenbeförderung. Für den Frisörbesuch ist weiterhin ein bestätigter negativer Coronatest notwendig.

Auch Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten dürfen nicht mehr öffnen. Der Betrieb von Bibliotheken und Archiven ist auf die Abholung, Auslieferung und Rückgabe von Medien beschränkt.

Termine bei der Stadtverwaltung nur noch mit Test

Ab Mittwoch, 21. April 2021, benötigen Bürgerinnen und Bürger, die einen Termin bei der Stadtverwaltung wahrnehmen möchten, ein aktuelles negatives Testergebnis. Oberbürgermeisterin Katja Dörner appellierte zudem an die Unternehmen in Bonn, Homeoffice zu ermöglichen, wo immer dies möglich ist.

Dörner bat die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung für die Maßnahmen: „Ich bitte die Bonnerinnen und Bonner um Verständnis für diese erneute Verschärfung der Vorgaben, auch wenn mir klar ist, was das besonders für Eltern, Kinder und Jugendliche sowie für den Einzelhandel bedeutet. Aber die Zahlen der Neuinfektionen steigen stark, und die Mutationen verbreiten sich vor allem im familiären Bereich sehr schnell.“

Eine nächtliche Ausgangssperre will die Stadt derzeit nicht einführen, da sie sich davon wenig Effekt verspricht.

Gutachten zu Luftreinigungsgeräten

Der Krisenstab der Stadt Bonn hat außerdem beschlossen, diejenigen Räume in den städtischen Schulen noch einmal zu untersuchen, in denen keine Querlüftung durch gegenüberliegende Fenster möglich ist bzw. bei denen das Lehrerkollegium nicht überzeugt ist, dass eine Querlüftung ausreichenden Schutz bietet. Für diese Räume soll durch einen externen Gutachter geprüft werden, ob, wo, welche und wie viele Luftreinigungsgeräte angebracht werden sollten, um den gewünschten Effekt einer weitgehenden Filterung der Aerosole zu erzielen.

Bei einer Begehung aller rund 4.000 Schulräume im Herbst 2020 hatte sich gezeigt, dass nur in vier Räumen des Friedrich-List-Berufskollegs Fenster nicht zu öffnen waren; dort wurden damals Luftfiltergeräte fest installiert. Angesichts der neu aufgekommenen Diskussion um den Einsatz von Luftreinigungsgeräten in Schulen und vor dem Hintergrund des Offenen Briefes der Aerosolforscherinnen und –forscher hatte sich der Krisenstab erneut mit dem Thema befasst. Dem grundsätzlichen Einsatz solcher Geräte in Schulen hat die Stadt bislang nicht zugestimmt, da aus ihrer Sicht die Vor- und Nachteile einer Aufstellung nicht hinreichend geklärt sind.

Aktuelle Zahlen

Der Corona-Inzidenzwert für Bonn liegt am Freitag, 16. April 2021, bezogen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, bei 179,0. Das Gesundheitsamt registrierte in den zurückliegenden sieben Tagen 590 Neuinfektionen. Das Ausbruchsgeschehen ist weiterhin diffus.

Seit 28. Februar 2020 sind insgesamt 11.639 bestätigte Infektionen aufgetreten. 10.506 Personen sind zwischenzeitlich wieder genesen, 917 akut infiziert. 216 Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus verstorben. 2.203 Bonnerinnen und Bonner befinden sich zurzeit in Quarantäne.

In den Bonner Krankenhäusern liegen zurzeit 94 Menschen aus Bonn und dem Umland, die an Covid-19 erkrankt sind. 58 Patientinnen und Patienten werden auf Normalstationen betreut, 36 Personen liegen auf Intensivstationen, 32 von ihnen müssen beatmet werden.
Mittlerweile sind in Bonn 77.794 Erstimpfungen, davon 44.739 im Impfzentrum im WorldCCBonn, durchgeführt worden. 26.718 Personen haben bereits ihre Zweitimpfung erhalten, davon 10.829 im Impfzentrum.

 

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