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Das integrierte Stadtmarketing muss kommen

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Von Konzept keine Rede

Der Martini Markt ist vorbei, viele sind zufrieden mit Besuch und Umsatz. Der nächste Markt wird kommen.

Im Rathaus kreisen viele Gedanken um das Integrierte Stadtenwicklungskonzept (ISek). Also auch um Stadtmarketing. Denn das gehört dazu. Sind auch für verschiedene Projekte einige Fördermittel zu erwarten – nachhaltig funktioniert eine Stadt nur, wenn sie ausreichend Einnahmen erzielt. Zum Wohle der Bürger.

In Bad Honnef sind die Gewerbesteuereinnahmen trotz Erhöhung des Hebesatzes zurückgegangen. Das mag an der Abwanderung von Firmen liegen oder an geschrumpften Gewerbeerträgen.

Warum aber schrumpfen Gewerbeerträge in einer Stadt, deren Kaufkraft mit zur höchsten im ganzen Kreis gehört und die von Wissenschaftlern gute Basics für einen florierenden Handel attestiert bekommt?

Das kann mit einer schlechten Infrastruktur zu tun haben, für die in erster Linie die Kommune zuständig ist – Parkplätze, sicheres Flanieren, Leitsysteme zum Beispiel; das kann an den Angeboten, der Qualität und am Service liegen, für das die Unternehmen Verantwortung tragen; dafür kann die Vermarktung ausschlaggebend sein – für die Unternehmen, Stadt und Gewerbeorganisationen in die Kreativ- und Geldkiste greifen müssen.

So manche Kommune musste erkennen, dass Stadtmarketing nicht funktioniert, wenn die Aufgaben in unterschiedlichsten Organisationen angesiedelt sind: beispielsweise Citymarketing beim Einzelhandel, Tourismus und Kongresse in städtischen Eigenbetrieben, Standortmarketing bei der städtischen Wirtschaftsförderung.

Stadtmarketing mit all seinen Akteuren gehört unter das Dach der städtischen Wirtschaftsförderung, muss einen ganzheitlichen Ansatz für die Vermarktung nach innen und außen entwickeln und umsetzen. Bevor dieses Konstrukt in Bad Honnef nicht gesichert ist, sollten keine öffentlichen Gelder in irgendwelche Marketingprojekte gepumpt werden. Sie würden allenfalls kurzfristig Einzelinteressen dienen. 

Bad Honnef muss auch unter Gesichtspunkten von Stadtmarketing als Einheit betrachtet werden – von Rhöndorf bis Aegidienberg. Wer das versteht, bringt Bad Honnef nach vorn.

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Teure Spielerei

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Digitaler Fortschritt in Bad Honnef  ist wie in früheren Jahren Frauenfußball beim DFB: wollen wir nix mit zu tun haben. Große Teile der städtischen Geschäftswelt haben ihren Teil dazu beigetragen, scheu(t)en die Entwicklung wie der Teufel das Weihwasser. Versuche verschiedener (idealistischer) Anbieter, den Handel ins Netz zu bekommen, schlugen kläglich fehl.

Dann sprudelten Fördergelder. Besonders  die GRÜNEN sind bei solchen Angeboten kiwief: “Am 31. fahren Thomas Bock, Georg Zumsande, Helmut Böndel und Burkhard Hoffmeister zum Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Hermann Tengler. Als Kreistagsmitglied hatte Hoffmeister ein Förderprogramm der EU entdeckt, das stationären und Internethandel zusammendenkt – und den Termin vermittelt. Tengler hört zu und unterstützt nach Kräften”, schreibt die Honnefer Wochenzeitung.

Da waren sich Neuhoff und Hoffmeister noch gut. Der Bürgermeister sprang auf den Zug und kurbelte – wie man ihn kennt –  an. Auch Skepsis aus Fachkreisen ließ ihn nicht zweifeln. Kiez kam! Mit Unterstützung der Bad Honnefer Politik.

Nun ist der Katzenjammer groß: wenig Händler, wenig Kunden, wenig Umsatz. Bis 2022 kein Land in Sicht, rechnet die Verwaltung vor und will dennoch an dem Onlineportal festhalten. Weil digital ja die Zukunft ist. Es müssen halt nur die Händler, Kunden und Investoren umdenken. Kein Wort in der Verwaltungsvorlage über konzeptionelle und strukturelle Schwächen des Projekts “Kiezkaufhaus”. Wurde im Vorfeld analysiert, ob Bad Honnef überhaupt der richtige Standort für eine solche Innovation ist?

Die Begründung für eine Fortführung des Onlineportals liest sich, als würde nach 2022 alles gut. Hauptsache ein Lebensmittelhändler macht mit. Denn bei Gesprächen mit anderen Plattformbetreibern sei deutlich geworden, dass mehr als die Hälfte der Umsätze aus dem Handel mit Lebensmitteln erzielt werden. Wer allerdings verkauft in der City Lebensmittel? Warum sitzt dann beispielsweise HIT nicht mit im Boot?

Und angesichts der Kosten: Warum sollen Steuerzahler ein Projekt für Gutbetuchte finanzieren?

Fragen über Fragen. Die Antwort kann eigentlich nur heißen: Keine weitere Verschwendung von Steuergeldern. Bad Honnef muss sich digital entwickeln, ein Kiezkaufhaus wie dieses ist jedoch nichts anderes als eine teure Spielerei. Es gibt interessantere Möglichkeiten. Bonn und Rhein-Sieg-Kreis zusammendenken wäre (vielleicht) eine.

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Der Hans, der kanns

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Gerade nochmal gutgegangen. Bevor der große Inselansturm stattfindet, fanden Verwaltung und Rat einen neuen Pächter für das Inselcafé. Das Wetter spielt zurzeit auch mit: Nach einem kühlen Bier ist bei diesem Mai-Wetter wohl niemandem unter freiem Himmel zumute.

Eigentlich war der Wettlauf mit der Zeit unnötig, denn der Erfolgsgastronom stand schon von Beginn an parat. Und ist aus der Heimat. Mit dem Biergarten in Rheinbreitbach und dem Anleger 640 betreibt Hatterscheid drei Adressen, die man gerne ansteuert. Mit der Verpachtung der ehemaligen Scheinbar liefs nicht ganz so gut. Aber dort sind ja seit ein paar Wochen die Rollläden auch wieder hochgezogen.

Mal sehen, was der Profi aus dem Kombipaket macht. Der Biergarten dürfte ein weiteres RheinAir werden. Das Café wird hoffentlich kein Edelrestaurant, wie es sich so manche hier wünschen, sondern ein Angebot fürs Volk. Wir setzen da ganz auf Instinkt und Erfahrung des RheinMeilen-Gründers. Der Hans, der kanns.

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Ein Kaufhaus für Gutbetuchte

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Es ist ja in Ordnung, wenn man Neues probiert und mit Vehemenz auf den Erfolg pocht. Aber bei allem Respekt: Sollten sich die Verantwortlichen beim Kiezkaufhaus Bad Honnef nicht ein bisschen zurückhalten? Das Projekt ist bislang alles andere als eine Erfolgsgeschichte – und wird es jemals eine werden?

Wenn das Kiezkaufhaus funktionieren sollte, dann allenfalls als Vertriebsangebot für Gutbetuchte. Würden Sie sich eine Flasche Punktlandung von Lorenz und Söhne über den Kiezshop für 6.90 EUR kaufen und für 5 oder 7 EUR liefern lassen? Oder eine Cru de Cao Ghana 100%-Schokolade für 4,90 EUR? Oder Kreidefarbe für 5,99 EUR? Es macht allenfalls Sinn, wenn man Menge kauft. Aber wer kann sich das bei diesen Produkten und Preisen eigentlich leisten?

Wenn ein Professor die Chance für das Kiezkaufhaus nicht in der “Quantität, sondern Qualität” sieht, dann ist das ja gut gemeint. Aber: Die Qualität in diesem Sinne ist halt sehr teuer und die Produkte sind sicherlich nicht überlebenswichtig.

Bisher finanziert der Steuerzahler ein Projekt für überwiegend teure Angebote und gut betuchte Kunden. Wenn aus dem Kiezkaufhaus was werden soll, wird sich am Konzept und der Preisgestaltung etwas ändern müssen.

 

 

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19Jun19:0021:00Vom Beueler Becher zu Bonn blüht und summt - wie wir die Stadt mitgestalten

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Hitler war eine Türkin?!17. Mai 2019
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