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Bad Honnef

Falsche Polizeibeamte wollten von 75-Jährigen 95.000,- Euro ergaunern

Polizei warnt eindringlich vor Telefonanrufen von Trickbetrügern

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Die sichergestellten Ersparnisse des Geschädigten | Foto: Polizei

Bonn. Aus aktuellem Anlass warnt die Bonner Polizei erneut vor Telefon- und Trickbetrügern: Am gestrigen Dienstag (11.09.2018) gingen bei der Bonner Polizei nach bisherigen Feststellungen zwölf Meldungen zu Betrügern ein, die sich am Telefon als Polizeibeamte ausgaben und versuchten, an das Geld von Senioren aus dem Bonner Stadtgebiet zu kommen. In einem herausragenden Fall scheiterte die bereits vereinbarte Übergabe von 95.000,- Euro – direkt vor der Polizeiwache Innenstadt.

Die Trickbetrüger sind seit geraumer Zeit bundesweit aktiv. Sie täuschen unter anderem vor, Polizeibeamte einer örtlichen Polizeidienststelle, Kriminalbeamte des Landeskriminalamtes, des Bundeskriminalamtes oder auch einer Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei zu sein.

Die perfide Vorgehensweise wird durch einen technischen Trick unterstützt: Im Display des Telefons der Angerufenen wird die örtliche Vorwahlnummer zusammen mit der 110 eingeblendet oder einer örtlichen Polizeidienststelle. Dies soll die Behauptung untermauern, dass es sich bei den Anrufern um Polizeibeamte handelt.

Es sind jedoch keine Polizisten am Telefon, sondern Trickbetrüger. Sie behaupten zum Beispiel, es habe zuletzt vermehrt Einbrüche in der Umgebung gegeben oder dass man bei festgenommenen Dieben einen Zettel mit der Adresse des Angerufenen gefunden habe. Daher müsse man die Bargeld- oder Schmuckbestände überprüfen oder es folgt das Angebot, den Schmuck oder das Bargeld von einem Kriminalbeamten abholen zu lassen. Der werde es an einen sicheren Ort bei der Polizei bringen. Durch diese Vorgehensweise, bei der die Opfer in Angst versetzt werden, haben Betrüger schon hohe Summen erbeutet, auch weil sie sofort nachsetzen und ihren Opfern kaum Gelegenheit geben, über das Gespräch nachzudenken.

In letzter Sekunde scheiterte gestern (11.09.2018) um 16:00 Uhr die geplante Übergabe von 95.000,- Euro an mutmaßliche Betrüger. Diese hatten einen 75-jährigen Mann aus Bonn telefonisch derart unter Druck gesetzt, dass er sich das Geld bei seiner Bank auszahlen ließ. Kaum hatte er das Geld abgehoben, erhielt der Geschädigte erneut einen Anruf der falschen Polizeibeamten. Diese wollten nun einen vermeintlichen Zivilwagen der Polizei zu ihm schicken, um die Echtheit der Banknoten zu überprüfen.

Der 75-Jährige beharrte jedoch darauf, das Geld zu einer Polizeiwache zu bringen. Die Anrufer schickten ihn sodann zur Polizeiwache Innenstadt auf der Bornheimer Straße. Dort solle er nicht klingeln, ein “Kollege” werde zu ihm kommen. Der Mann entschied sich jedoch nach kurzem Warten, die Wache aufzusuchen. Hier wurde ihm nach einem kurzen Gespräch dann mitgeteilt, dass er offenbar mutmaßlichen Betrügern aufgesessen sei. Seine Ersparnisse wurden mit seinem Einverständnis sichergestellt und zwischenzeitlich wieder bei der Bank eingezahlt.

Dieser Fall zeigt, dass die Telefon- und Trickbetrüger immer wieder neue Möglichkeiten suchen, um an das Ersparte von Senioren zu gelangen und nunmehr auch vor einer Geldübergabe unmittelbar vor einer Polizeiwache nicht zurückschrecken.

Die Bonner Polizei gibt daher erneut Verhaltenshinweise zum Schutz vor dieser Betrugsmasche:

– Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre
Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.
– Lassen Sie sich den Namen des Anrufers nennen, legen Sie auf,
rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde über die Rufnummer 110 an und
schildern Sie den Sachverhalt.
– Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür. Ziehen Sie eine
Vertrauensperson hinzu.
– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte
Personen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften,
Gerichten oder Geldinstituten.
– Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie
sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

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