Bonn/Königswinter. Mehrere Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen sind am frühen Freitagmorgen (1. Mai) zur Unterstützung bei den aktuellen Waldbränden in den Niederlanden aufgebrochen. Um 6:00 Uhr startete ein spezialisierter Konvoi aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen in Richtung Einsatzgebiet. Die Einheit besteht aus insgesamt 67 Einsatzkräften, 21 Fahrzeugen und drei Anhängern. Neben haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten sind auch Fachberater der Hilfsorganisation @fire sowie eine Versorgungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe Teil des Einsatzes.
Hintergrund ist ein Hilfeersuchen der niederländischen Behörden, das am Donnerstagabend über das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union gestellt wurde. Deutschland reagierte darauf mit dem Angebot eines in Nordrhein-Westfalen stationierten Waldbrandmoduls, das speziell für Vegetations- und Großbrände ausgerüstet ist.
Der genaue Einsatzort wird aktuell noch mit den niederländischen Behörden abgestimmt. Aufgrund der Nähe zur betroffenen Region rund um Oirschot wird jedoch erwartet, dass die Einsatzkräfte bereits im Laufe des Freitagvormittags tätig werden.
Das eingesetzte Waldbrandmodul ist Teil des europäischen Katastrophenschutzsystems und wurde 2019 in Nordrhein-Westfalen aufgebaut. Es gilt als Pilotprojekt, bei dem Erfahrungen aus anderen EU-Staaten auf deutsche Strukturen übertragen wurden. Die Einheit ist auf schnelle, koordinierte Hilfe bei großflächigen Bränden ausgelegt und umfasst neben geländegängigen Löschfahrzeugen auch Führungs- und Versorgungskomponenten.
Für die Einsatzkräfte ist es nicht der erste internationale Einsatz: Bereits 2021 waren sie bei Waldbränden auf dem Peloponnes in Griechenland im Einsatz, 2022 unterstützten sie im Raum Bordeaux in Frankreich. Nach einer mehrtägigen Übung wurde das Modul im Mai 2023 offiziell von der EU zertifiziert. Im vergangenen Jahr folgte ein weiterer Einsatz in Spanien.
Angesichts zunehmender Extremwetterlagen und wachsender Waldbrandgefahr gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter an Bedeutung. Der aktuelle Einsatz unterstreicht die wichtige Rolle spezialisierter Einheiten innerhalb Europas.











