Königswinter/Spanien – Einsatzkräfte der Feuerwehr Königswinter sind Teil eines nordrhein-westfälischen Waldbrandmoduls, das am Donnerstagmorgen nach Spanien aufbricht. Außerdem zählen Kräfte aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen und Ratingen zu der Einheit. Der Einsatz erfolgt auf Ersuchen der spanischen Behörden im Rahmen des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens.
Nach Angaben der Feuerwehr wurde die Anforderung am Mittwochabend übermittelt. Anschließend seien die Vorbereitungen für den Auslandseinsatz umgehend aufgenommen worden. Zum Konvoi gehören demnach 56 Einsatzkräfte, 21 Fahrzeuge und drei Anhänger. Neben haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrkräften begleiten Fachberater der Hilfsorganisation @fire, Feuerwehrkräfte aus Niedersachsen sowie eine Versorgungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe den Einsatz.
Das Waldbrandmodul wird nach Angaben der Feuerwehr voraussichtlich am Samstag die Provinz Zamora im Nordwesten Spaniens erreichen. Welchen konkreten Einsatzauftrag die Kräfte dort übernehmen, soll erst nach ihrer Ankunft feststehen.
Wie die Feuerwehr weiter mitteilt, handelt es sich um den fünften internationalen Einsatz des nordrhein-westfälischen Waldbrandmoduls, das seit 2019 Teil des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens ist. Bereits 2021 unterstützte die Einheit die Bekämpfung schwerer Waldbrände auf dem Peloponnes in Griechenland. Ein Jahr später folgte ein Einsatz im Großraum Bordeaux in Frankreich. Nach einer mehrtägigen Übung in Portugal wurde das Modul 2023 offiziell von der Europäischen Union zertifiziert. Im vergangenen Jahr war die Einheit erneut in Spanien im Einsatz, Anfang dieses Jahres unterstützte sie nach Feuerwehrangaben außerdem Löscharbeiten in den Niederlanden.
Das Europäische Katastrophenschutzverfahren ermöglicht es den Mitgliedstaaten, bei großflächigen Wald- und Vegetationsbränden spezialisierte Waldbrandmodule gegenseitig anzufordern. Diese bestehen aus geländegängigen Löschfahrzeugen sowie Führungs- und Versorgungseinheiten und sind für grenzüberschreitende Einsätze ausgelegt.
Nach Angaben der Feuerwehr wurde das nordrhein-westfälische Waldbrandmodul 2019 in Abstimmung mit dem Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Köln als Pilotprojekt aufgebaut. Ziel sei es gewesen, Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern auf Feuerwehren in Deutschland zu übertragen und die internationale Zusammenarbeit bei Vegetationsbränden zu stärken.










