Bad Honnef / Nordrhein-Westfalen. Wälder sind weit mehr als grüne Kulisse oder beliebtes Ausflugsziel – sie sind zentrale Akteure im Wasserhaushalt und damit eine unverzichtbare Grundlage für das Leben von Mensch und Natur. Darauf machen das nordrhein-westfälische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März aufmerksam.
Unter dem diesjährigen Leitgedanken „Wald und Wasser“ wird deutlich: Ohne intakte Wälder wäre ein funktionierender Wasserkreislauf kaum denkbar. Bäume und Waldböden übernehmen dabei gleich mehrere entscheidende Aufgaben. Sie fangen Niederschläge ab, speichern Wasser im Boden und geben es zeitverzögert wieder an die Umwelt ab. Ein Teil des Wassers verdunstet über die Blätter und trägt so zur Wolkenbildung bei, während ein anderer Teil ins Grundwasser gelangt – eine wichtige Grundlage für die Trinkwasserversorgung.
Natürlicher Filter für sauberes Trinkwasser
Gerade in Nordrhein-Westfalen liegen viele Trinkwassereinzugsgebiete in bewaldeten Regionen. Der Waldboden wirkt hier wie ein natürlicher Filter: Schadstoffe werden zurückgehalten, bevor das Wasser ins Grundwasser gelangt. Damit ist der Wald ein zentraler Partner für die Sicherung der Wasserqualität.
Wälder als Wasserspeicher und Hochwasserschutz
Besonders humusreiche Waldböden können große Mengen Wasser aufnehmen. Sie funktionieren wie ein Schwamm, der Niederschläge speichert und nur langsam wieder abgibt. Das hilft nicht nur Pflanzen beim Wachstum, sondern schützt auch vor Hochwasser. Denn durch die verzögerte Abgabe gelangt weniger Wasser auf einmal in Bäche und Flüsse – ein wichtiger Puffer gerade in den Mittelgebirgsregionen.
Zugleich stabilisieren die Wurzeln der Bäume den Boden und verhindern Erosion, etwa an Bachläufen. Viele Gewässer haben ihren Ursprung in Wäldern – auch deshalb spielt deren Schutz eine zentrale Rolle für die gesamte Landschaft.
Herausforderung Klimawandel
Doch die Wälder selbst stehen zunehmend unter Druck. Die extremen Wetterjahre 2018 bis 2020 sowie 2022 haben auch in Nordrhein-Westfalen deutliche Schäden hinterlassen. Dürre, Hitze und Stürme setzen den Beständen zu und beeinträchtigen ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern und das Klima zu regulieren.
Umso wichtiger ist der Umbau der Wälder hin zu stabilen, klimaresilienten Mischwäldern. Försterinnen und Förster arbeiten langfristig daran, Baumarten zu fördern, die besser mit den veränderten Bedingungen zurechtkommen. Ergänzend werden Maßnahmen umgesetzt, um den Wasserrückhalt zu verbessern – etwa durch angepasste Wegeführung, schonende Bewirtschaftung und die Renaturierung von Waldgewässern.
Wald als Schlüssel für die Zukunft
Mit rund 950.000 Hektar Wald gehört Nordrhein-Westfalen zu den waldreichen Bundesländern. Viele Flächen befinden sich aktuell im Wiederaufbau. Die Entwicklung klimastabiler Wälder bleibt daher eine zentrale Aufgabe – auch mit Blick auf den Wasserhaushalt.
Zum Internationalen Tag des Waldes wird damit einmal mehr deutlich: Der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sind nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern eine Investition in unsere eigene Lebensgrundlage.











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