Ilse Wegmann stellt in Kulturwerkstatt in Kircheib aus

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ilse wegmann
Ilse Wegmann in ihrem Bad Honnefer Atelier

Bad Honnef – Die im Jahre 2019 gegründete Künstlergruppe „Acht“ wagt den Spagat zwischen Dystopie und Romantik, zwischen Ekel und Faszination und zwischen Dramatik und Humor. In ihrer zweiten Ausstellung „Weg“ zeigen die Künstler aus Eitorf, Windeck, Hennef und Königswinter in der Kulturwerkstatt Kircheib ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit einem verlassenen Ort. Mit dabei ist die Bad Honnefer Künstlerin Ilse Wegmann.

Die Vernissage der Kunstausstellung „Weg“ ist am Sonntag, 23. Oktober, um 14 Uhr mit einer Performance von Markt Met. Darüber hinaus ist die Schau in der Kulturwerkstatt (Hauptstraße 14) von dem Sonntag an bis zum 4. Dezember immer freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb der Zeiten können auch Termine unter Telefon 02243/8467840 (Matthijs Muller) vereinbart werden. Die Künstlergruppe „Acht“ lädt zusätzlich zu der Midissage am 20. November um 14 Uhr mit einer Videoarbeit von Johannes Quint ein.

Zusammengefunden hatten sich Ilse Wegmann, Jürgen Röhrig, Carola Willbrand, Mark Met, Sabine Hack, Sonja Karle, Matthijs Muller und Inge Kamps vor drei Jahren. Ziel war einen regelmäßigen und offenen künstlerischen Austausch mit Kollegen aller Kunstrichtungen in der ländlichen Rhein-Sieg-Region.

Die zweite Ausstellung der „Acht“ bezieht sich auf einem verlassenen Campingplatz, der sich in unmittelbarer Nähe des Ausstellungsortes befindet. Verlassene Wohnmobile und Holzhütten zerfallen und vermodern seit einem Jahrzehnt nebst ihrem Inhalt, der teilweise kaskadenartig aus den Behausungen herausquellt oder wie unberührt an Ort und Stelle liegt, als hätten die Besitzer gestern noch dort in der Sonne gesessen. „Ein Ort, der viel erzählt über sich, über das menschliche Handeln, unsere Träume und Sehnsüchte, über die Kraft der Natur und über unsere Kultur. Ein Ort, der mit seiner nahezu endzeitlichen Ausstrahlung wirkt wie ein Vergrößerungsglas der brennenden Fragen unserer Zeit“, sind die Künstler fasziniert von dem verlassenen Campingplatz.

Die Ausstellung „Weg“ zeichnet sich primär durch eine spannende Diversität in den genutzten Materialien und Techniken sowie ihren inhaltlichen und ästhetischen Zugängen aus. Dabei reicht das Spektrum von Papier und Tusche, über Nadel und Faden bis hin zu Teerpappe, oder Fliegenklatschen und die Formensprache von der minimalistischen Zeichnung über Fotoarbeiten und Videoinstallationen bis hin zu einer surreal anmutenden Maschine. Nachdenkliche wie humorvolle Zugänge, spannende Narrative und experimentelle künstlerischen Positionen stehen dabei unkommentiert nebeneinander und entfalten einen spannenden Dialog. (PM)

ACHT

Die 2019 gegründete Künstlergruppe ACHT besteht derzeit aus acht Künstlern mit sehr unterschiedlichen Hintergründen, Arbeitsweisen, Denkrichtungen und Positionen. Gemeinsam ist ihnen vor allem, dass sie sich in der Region Rhein-Sieg niedergelassen haben.

Ilse Wegman malt und kollagiert, inszeniert, macht Installationen aus (meist) gefundenem Material. Mit trockenem Witz und einer selbstverständlichen Freiheit entstehen neue Ordnungen und Bedeutungen. (www.kunstforum.de/person/wegmann-ilse/)

Jürgen Röhrig hat als Journalist sehr viel über die Kunst in seiner Region geschrieben. Durch die Kontakte die daraus entstanden war er auch als Kurator tätig, leitete Künstlergespräche und hat viele Katalogtexte für Künstler geschrieben. Seine neuen Texte erscheinen in seinem Blog. Gänzlich aus dem Blick der Öffentlichkeit aber schafft Röhrig schon seit Jahrzehnten auch seine eigene Kunst. Formale und sensible Zeichnungen, Kollagen und Fotos mit feinem Blick aufs Detail. (www.artigart.de)

Carola Willbrand arbeitet überwiegend mit Materialien des täglichen Gebrauchs. Aus Kleidern werden Skulpturen. Mit der Nähmaschine zeichnet sie und kollagiert diese auch mit Stoff und Fotos zu Künstlerbüchern. Ausserdem kreiert sie Skulpturen, Installationen aus getragenen Kleidungsstücken und Performances. (https://carolawillbrand.de)

Mark Met zeichnet extraordinäre Männertypen wie den U-bootkapitän, den Urmenschen und andere Phantasiefiguren, Spielzeugfiguren, Kultfiguren aus Afrika und Affen, die als sein Alter Ego sowohl auf dem Papier als auch in seinen Performances agieren. (https://markmet.eu)

Sabine Hack`s Arbeiten bewegen sich in dem fragilen Kosmos Natur-Mensch und sind geprägt von einem mäandernden Faden. „Ich nehme mir Zeit, Nadel und Faden in die Hand, aus Erinnerungen, Eindrücken und Gefühlen entstehen feine Linien, und Schnüre.“ (www.sabine-hack.de)

Sonja Karle teilt, trennt, separiert, oder fügt zusammen was ursprünglich nicht zusammenzugehören scheint. Es entstehen neue Zusammenhänge und Fragen über das menschliche Handeln in Kultur und Natur. Zentral steht das Hinterfragen selbst, wozu sie unterschiedliche Ausdrucksmittel nutzt (Zeichnung, Objekt, Collage, Fotografie, Text). (www.sonja-karle.de)

Matthijs Muller hat eine künstlerische Handschrift weitestgehend eliminiert: Abhängig vom Thema und dem Ort der Realisation wählt er Material und Präsentationsform. Seine Werke gliedern sich oftmals beiläufig in ihre Umgebung ein, lassen sich aber nicht sofort erklären, sondern müssen mit ihrem Kontext in Verbindung gesetzt werden. (www.matthijs-muller.eu)

Inge Kamps ist Malerin, Fotografin und Videokünstlerin, die sich mit sozialen Phänomenen und der Natur als Nahrungsspenderin auseinandersetzt, als Teil eines kulturell übergreifenden Diskurses zum Thema Identität. (www.kamps-lab.de)

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