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Lesen: Impfungen Ü60: SPD zeigt sich irritiert über Sonderweg im Rhein-Sieg-Kreis
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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Rhein-Sieg-Kreis > Impfungen Ü60: SPD zeigt sich irritiert über Sonderweg im Rhein-Sieg-Kreis
Rhein-Sieg-Kreis

Impfungen Ü60: SPD zeigt sich irritiert über Sonderweg im Rhein-Sieg-Kreis

Letztes Update: 03.04.2021
Honnef heute
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4 Min Lesezeit
impfen
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Rhein-Sieg-Kreis – Ab Samstag können in ganz NRW über 60-Jährige Impftermine für AstraZeneca vereinbaren. Während Bonn und andere Kreise die Organisation zentral und transparent über ihre Impfzentren umsetzen, geht der Rhein-Sieg-Kreis einen Sonderweg über sogenannte hausärztliche Schwerpunktpraxen ohne zentrale Terminvergabe. Die Krux: Der Kreis informiert nicht darüber, welche Praxen dazu gehören. Die SPD-Kreistagsfraktion zeigt sich besorgt, dass Patient*innen anderer Praxen damit leer ausgehen könnten.

Der Rhein-Sieg-Kreis erhält kurzfristig 18.000 zusätzliche Impfdosen von AstraZeneca. Damit ist es theoretisch ab Samstag, 03.04., auch für Menschen über 60 Jahre möglich, sich zeitnah impfen zu lassen. „Dass jetzt endlich mehr Bewegung in die Impfkampagne kommt, begrüßen wir angesichts der steigenden Infektionszahlen natürlich sehr. Irritiert sind wir aber, dass dazu nicht die zentrale Terminvergabe über die Kassenärztliche Vereinigung erfolgt, sondern dass man über seinen Hausarzt an eine sogenannte Schwerpunktpraxis vermittelt wird. Um welche Praxen es sich handelt, wird den Bürger*innen derzeit nicht kommuniziert“, kommentiert Anna Peters, stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

Während impfwillige Bonner*innen ihren Termin ab Samstag über die Kassenärztliche Vereinigung buchen können, müssen sich die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis gedulden, bis die Osterfeiertage vergangen sind, um sich dann bei ihren Hausärzt*innen informieren zu können, wie sie den Kontakt zu einer der Schwerpunktpraxen herstellen können. Eine Terminvereinbarung über die Kassenärztliche Vereinigung ist nicht möglich. „Da ist das Chaos bereits vorprogrammiert und bei den Hausärzt*innen werden die älteren Patient*innen am Dienstag Schlange stehen, um an einen Impftermin, bzw. einen Kontakt zu kommen, über den der Termin vereinbart werden kann“, kritisiert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katja Ruiters „Während Bonn bereits ab Sonntag zentral impft, müssen sich die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis gedulden und insgeheim hoffen, dass die eigene Hausarztpraxis das Glück hat, impfen zu dürfen.“

Die SPD-Kreistagsfraktion kritisiert das unübersichtliche und dezentrale Vorgehen bei der Verimpfung der zusätzlichen 18.000 AstraZeneca-Impfdosen. „Wir sind besorgt, dass dadurch auch ein soziales Gefälle entsteht: Wer den guten Kontakt zur richtigen Schwerpunktpraxis hat, hat bessere Chancen, zeitnah geimpft zu werden, als die Mitbürger*innen, denen die entsprechenden Beziehungen fehlen. Um da wenigstens etwas mehr Fairness reinzubringen, bitten wir die Kreisverwaltung, jetzt klar und transparent zu kommunizieren, welche 30 Praxen ab Dienstag impfen werden, damit jede und jeder die gleiche Möglichkeit bekommt, einen frühen Termin zu erhalten“, so die Bornheimer Kreistagsabgeordnete Peters.

„Es ist absolut richtig, dass wir in der Fläche in den Hausarztpraxen impfen müssen, um Wege zu verkürzen und möglichst individuelle Beratung vor Ort zum Impfen anbieten zu können. so SPD-Fraktionsvorsitzender Denis Waldästl. „Der Sonderweg beim Sonderkontingent führt jedoch zu mehr Verwirrung als Klarheit bei den impfwilligen über 60-jährigen“ führt Waldästl fort. „Wenn selbst CDU-Kreistagsabgeordnete am Samstagvormittag bei Facebook posten, dass sie verwundert sind, über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung keinen Impftermin für den Rhein-Sieg-Kreis zu erhalten, zeigt dies wie groß die Verwirrung über den Sonderweg im Rhein-Sieg-Kreis ist“; so Waldästl.

Ein Beitrag der SPD-Fraktion im Kreis

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15 Kommentare
  • Roland Klinger sagt:
    4. April 2021 um 16:04 Uhr

    Ganz ausgezeichneter Artikel. Seit 2 Tagen bin ich sauer über diese Lösung des R-S-Kreises, die in dem Versuch es positiver auszudrücken in der Pressemitteilung als „wir machen nicht mit“ zu verschwurbelten Texten in den Medien geführt hat, aus denen keiner schlau wurde.
    Die Folge: tausende Ü60 Bewohner des R-S-Kreises haben dem Samstag an Tel. & Compi verbracht und bekamen allenfalls die Aufforderung, aus dem komplett gesperrten Terminplan pro Person 2 Termine auszuwählen. Wie witzig! Das Bild der Woche mit dieser Nonsenaufforderung kann ich liefern.

    Antworten
  • Lara Dreckmann sagt:
    4. April 2021 um 16:38 Uhr

    Tja man fragt sich, was sich unser Landrat dabei gedacht hat, nichts – aber auch gar nichts – mit den Hausärzten abzusprechen!?! Es ist mir unverständlich, warum unser Kreis einen Sonderweg beschreiten muss. Wofür hat das Land denn dann entschieden, dass die Impftermine zentral organisiert und vergeben werden?! Jeder kann machen, was er will in dieser Pandemie. Es ist zum-verrückt-werden!

    Antworten
  • Roland Klinger sagt:
    4. April 2021 um 17:13 Uhr

    Richtig! Mein Hausarzt wurde von mir am Samstag über die Situation informiert. Er wusste nichts darüber.

    Antworten
  • Der Roisdorfer sagt:
    4. April 2021 um 18:47 Uhr

    Die Entscheidung des Landrats, diesen einsamen Sonderweg zu gehen, ist in keiner Weise nachvollziehbar.
    Wie kann ein Mensch nur solch eine bürgermissachtende Entscheidung treffen.
    Er stempelt uns Bürgerinnen und Bürger im RSK zweifellos ganz bewusst zu Menschen zweiter Klasse.
    Das werden wir ihm niemals verzeihen.

    Antworten
  • Reinhard Soll sagt:
    4. April 2021 um 22:38 Uhr

    Was sich der Rhein-Sieg-Kreis bei der Organisation und Vergabe der Impftermine leistet, ist ein Skandal und sollte ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Es ist unfassbar, wie die Bürger durch unfähige Bürokraten verschaukelt werden.

    Antworten
    • Dieter Schweidtmann sagt:
      5. April 2021 um 9:56 Uhr

      Genau richtig! Am 1. April, Gründonnerstag, wird über die Neuregelung informiert. Im RSK kann man ab sofort über die Hausärzte einen Termin buchen. Mein Hausarzt war Karfreitag, Samstag, Sonntag und Ostermontag nicht erreichbar, auch Hausärzte haben ein Recht auf Ostern! Ich kann mich also frühestens am Dienstag um einen Termin bemühen, während in Bonn bereits seid Samstag geimpft wird.
      Vorausgesetzt ich erreiche tatsächlich meinen Hausarzt am Dienstag wird er mir wahrscheinlich sagen, daß er nicht zu einer der 35 „dezentralen Impfeinheiten“ (hört sich an wie eine biologische Kampfeinheit der Bundeswehr) gehört. Ich muß mich also ggf. an eine andere Praxis wenden, wobei der gepriesene Hausarzt Vorteil (die Hausärzte kennen ihre Patienten genau) sich damit erledigt hat. Armes Deutschland – armer RSK.

      Antworten
  • J. Jägel sagt:
    4. April 2021 um 23:41 Uhr

    Wieder mal jemand der meint, es anders machen zu müssen, als es vorgesehen war, zum Nachteil vieler Bürgerinnen und Bürger des RSK.
    Was macht eigentlich ein Impfwilliger des RSK, dessen Hausarztpraxis sich ausserhalb des Kreises befindet ? Ich glaube kaum, dass die Praxis Zeit und Willen aufbringen kann, sich um die Schwerpunktpraxen des RSK zu kümmern. Für viele Menschen des RSK bleibt diese Sonderimpfaktion unerreichbar.
    Übrigens, einige Bekannte aus Bonn haben über die KV problemlos zeitnahe Termine für die ü60-Impfaktion in ihrem Impfzentrum bekommen.
    Vielen Dank Herr Landrat !

    Antworten
  • Jochem Wenzel sagt:
    5. April 2021 um 10:07 Uhr

    Hallo Herr Landrat,
    gilt dieser von Ihnen propagierte „Sonderweg“ lediglich für die Verimpfung des Sonderkontingent von Astrazeneca? Wußten Sie schon, daß über Ostern die Hauarztpraxen geschlossen sind?
    Mit freundlichen Grüßen
    wenzel

    Antworten
  • Neskia E. sagt:
    5. April 2021 um 10:34 Uhr

    Wohl das finale Eingeständnis, dass das Impfzentrum in St. Augustin eine absolute Fehlplanung ist, weil die Kapazität für die zusätzlichen Impfwilligen dort nicht vorhanden ist. Dass ab April mehr Impfstoff kommt, ist schon vor Monaten bekannt gewesen. Statt die Situation schön zu reden und auf die Eskalation hin zu steuern, wäre Handeln die bessere Lösung gewesen. Vielleicht kommt eines Tages ans Licht, wer von der Auswahl des Impfzentrum profitiert hat. Nachvollziehen kann ich die Entscheidung nicht.

    Antworten
  • F.J. Wissmann sagt:
    5. April 2021 um 12:50 Uhr

    Was hat sich der Landrat dabei gedacht? Der Ansturm der Impfwilligen über 60 Jahre war zu erwarten und ist auch so eingetreten. Ich frage mich, ob es überhaupt gelingt eine Arztpraxis am 06.04. zu erreichen, um zu erfahren, welche Praxis zu den Schwerpunktpraxen gehört. Jemand der nach Ostern dringend ärztliche Beratung (nicht zu Corona) benötigt, kann dann tel. keine bekommen. Wenn schon so verfahren wird, warum werden dann nicht die Schwerpunktpraxen sofort benannt, denn bekannt sind sie ja, sonst wäre logistisch eine schnelle Belieferung nicht möglich.

    Antworten
  • J. aus Wachtberg sagt:
    5. April 2021 um 13:04 Uhr

    Am Samstag habe ich ab 7:55 Uhr über eine Stunde erfolglos vor dem Computer verbracht. Das Impfzentrum in Sankt Augustin wurde mir angezeigt, allerdings ohne freie Termine. Ohne jeden Hinweis, dass ich dort (ü60, ohne Priorität, AstraZeneca) dort gar keinen Termin vereinbaren kann. Am Dienstag werden tausende überflüssige Telefonate die Telefonleitungen der Hausärzte verstopfen. Was für ein Organisationsversagen!

    Antworten
  • winfried thometzki sagt:
    5. April 2021 um 13:05 Uhr

    Ich schließe mich den Äußerungen an. Ich werde das auch nicht vergessen. Wenn möglich schicken wir den Landrat bei der nächsten Wahl „in die Wüst“

    Antworten
  • Dr. Peter Mees sagt:
    5. April 2021 um 13:20 Uhr

    Diese Kreisregierung ist an Unfähigkeit nicht mehr zu überbieten. Ich habe vor 2 Wochen ein Attest an die im Internet angegebene Adresse gesendet, um einen Impftermin in der Gruppe 2 (chronische Erkrankungen) zu bekommen. Außer einer Eingangsbestätigung keine Antwort. Nach tagelangen Versuchen dann das Bürgertelefon erreicht. Lapidare Antwort: „Die haben soviel zu tun, da wenden Sie sich mal besser nach Ostern an ihren Hausarzt“.
    Nun wird überall von der zentralen Terminvergabe für über 60 Jährige gesprochen. Und als ich dann am Samstag nach 4 Stunden Versuchen endlich die 116117 erreichte, durfte ich dann erfahren, dass das im Rhein-Sieg-Kreis anders geregelt ist. Wer da der Ansprechpartner sei, wisse man nicht. Man solle halt den Hausarzt fragen.
    Tolle Nummer, den man Hausarzt, den ich am Sonntag erreichte, war ebenso ahnungslos.
    Also – den Landrat werde ich nicht noch einmal wählen!!!

    Antworten
  • Petra Krenzin-Wüller sagt:
    5. April 2021 um 19:56 Uhr

    Die Vorgehensweise des Landrates ist sehr befremdlich. Auch ich habe vergeblich versucht auf der Seite der KV einen Termin zu ergattern. Das dies nicht möglich ist, hätte deutlich breitet kommuniziert werden müssen, gerne direkt mit dem Hinweis, dass das Impfzentrum das nicht schafft. Insbesondere ist es, mit Verlaub, unerhört die ausgewählten Praxen nicht offen und transparent zu kommunizieren. Warum macht man es den Impfwilligen so schwer. Ich fühle mit auf deutsch gesagt „verarscht“ und am Nasenring herumgeführt. Entgegen der Aussage von Herrn Schuster geht es hier noch viel mehr nach dem Windhund Prinzip und auf Vetternwirtschaft, der mit besten Verbindungen erhält den Termin. Ich bedauere es zutiefst diesen Menschen gewählt zu haben, wird nicht nochmal passieren.

    Antworten
  • F.-J.Wissmann sagt:
    6. April 2021 um 10:15 Uhr

    Wie ich schon gestern in meinem Kommentar vermutet hatte, habe ich Stunden gebraucht um heute meinen Hausarzt zu erreichen. Wie erwartet hatte der auch keinerlei Informationen bezüglich Schwerpunktpraxen und Impfstoffverteilung.
    Also mal wieder von der Politik unüberlegte und unausgereifte Entscheidungen um die Unfähigkeit zur konsequenten Bekämpfung der Pandemie zu vertuschen.
    Warum funktioniert die Terminvergabe bei allen Impfzentren in NRW, aber nicht im Rhein-Sieg-Kreis?

    Antworten

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