Köln/Bonn/Königswinter. Im Zuge der umfangreichen Bauarbeiten der Deutsche Bahn an der Korridorsanierung „Rechter Rhein“ wird der öffentliche Nahverkehr zwischen dem 10. Juli und dem 11. Dezember 2026 um ein besonderes Element erweitert: Die Rheinfähre zwischen Königswinter und Mehlem wird in den Schienenersatzverkehr integriert.
Initiator der Einbindung ist go.Rheinland, der zuständige Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr im südlichen Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, die Einschränkungen für Fahrgäste während der mehrmonatigen Sperr- und Bauphase besser abzufedern und eine zusätzliche, flexible Rheinquerung anzubieten.
Fähre als Bestandteil des Ersatzkonzepts
Die Einbindung der Rheinfähre ist als ergänzender Baustein zum bestehenden Ersatzverkehr aus Bus- und Bahnverbindungen vorgesehen. Besonders für Pendlerinnen und Pendler zwischen dem linksrheinischen Bonn-Mehlem und dem rechtsrheinischen Königswinter soll so eine direkte und vergleichsweise schnelle Verbindung erhalten bleiben.
go.Rheinland-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober betont den innovativen Charakter der Maßnahme: Die Zusammenarbeit zeige, wie flexibel und kundenorientiert der öffentliche Verkehr auch unter schwierigen Bedingungen gestaltet werden könne. Gleichzeitig dankte er dem Fährbetreiber für die Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen.
Auch die Betreiberseite sieht in der Integration Vorteile. Michael Birk, Geschäftsführer der Rheinfähre Königswinter GmbH, erklärt, dass die Fähre damit einen direkten Beitrag leisten könne, um die Auswirkungen der Bauarbeiten insbesondere für Berufspendelnde abzumildern. Durch die Anbindung an den Ersatzverkehr lasse sich der Übergang zum Bahnnetz am Bahnhof Bonn-Mehlem einfacher gestalten.
Nutzung nur für Fuß- und Radverkehr
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende. Für die Nutzung genügt ein gültiger Fahrausweis des VRS-Tarifs; ein zusätzliches Fahrradticket ist nicht erforderlich. Motorisierte Fahrzeuge sind von der Nutzung ausgeschlossen.
Da die Fähre weiterhin unter regulären Betriebsbedingungen fährt, gelten die Beförderungsbedingungen des Betreibers. Ein fester Fahrplan kann aufgrund äußerer Einflüsse wie Wasserstand oder Wetter nicht garantiert werden. Entsprechend findet die Mobilitätsgarantie NRW auf dieses Angebot keine Anwendung.
Pilotcharakter für künftige Verkehrsverknüpfung
Neben der kurzfristigen Entlastung während der Bauphase sehen die Beteiligten in der Maßnahme auch einen möglichen Modellcharakter. Die Integration der Fähre in den Schienenersatzverkehr könne als Pilotprojekt für eine stärkere Vernetzung verschiedener Verkehrsträger dienen – insbesondere dort, wo Schiene und Wasserwege räumlich eng miteinander verzahnt sind.
Damit wird die Rheinfähre zwischen Königswinter und Mehlem für die kommenden Monate nicht nur zur Rheinquerung im Alltag, sondern auch zu einem experimentellen Baustein im regionalen Nahverkehrssystem.
Informationen zum Fahrplan der Fähre finden Sie unter Rheinfähre Königswinter: Schnelle und zuverlässige Fährverbindung über den Rhein.
Weitere Informationen zur Korridorsanierung Rechter Rhein und zum Verkehrskonzept sind auf der DB-Projektwebseite https://rechter-rhein.deutschebahn.com/ und unter der DB-Seite zu Ersatzverkehren bei Korridorsanierungen https://generalsanierung.db-ersatzverkehr.de/ersatzverkehr/Generalsanierungen/Rechter-Rhein zu finden.










