Es brauchte einen Brand, damit sich etwas bewegt. Jahrelang haben Anwohnerinnen und Anwohner in Himberg auf ein offensichtliches Problem hingewiesen: ordnungswidrig abgestellte Lkw, nächtlicher Lärm, Müll – und die permanente Sorge, dass irgendwann Schlimmeres passiert. Diese Sorge wurde nun Realität. Ein Lkw brannte im Heideweg, ein Fahrzeug eines Anliegers wurde beschädigt. Spätestens jetzt ist klar: Wegschauen war keine Option mehr.
Dass der neue Bürgermeister Philipp Herzog die Angelegenheit zur Chefsache macht und gemeinsam mit dem Ordnungsamt kontrolliert, ist richtig und notwendig. Ebenso richtig ist, dass dabei nicht reflexartig ein Feindbild aufgebaut wird. Denn das Problem ist komplexer. Lkw-Fahrer sind nicht die Ursache, sondern Teil eines Systems, das ihnen kaum legale Möglichkeiten lässt, die vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Fehlender Parkraum ist kein individuelles Versäumnis, sondern ein strukturelles.
Umso bemerkenswerter ist die aktuelle politische Selbstzufriedenheit mancher Parteien. CDU und Bürgerblock loben nun das entschlossene Vorgehen – und betonen gleichzeitig, dass ihnen das Problem seit Langem bekannt sei. Genau darin liegt der Widerspruch. Wenn das Thema bekannt war, warum wurde dann nicht früher gehandelt? Warum brauchte es erst einen neuen Bürgermeister und einen Brand, damit Verwaltung und Politik aktiv werden?
Die Leidtragenden sind auf beiden Seiten zu finden. Die Anwohner, die über Jahre hinweg Lärm, Schmutz und Unsicherheit ertragen mussten. Und die Berufskraftfahrer, die in einem rechtlichen Korsett stecken, ohne dass ihnen ausreichend legale Infrastruktur zur Verfügung steht. Beiden Gruppen wäre früher geholfen gewesen, hätte man das Problem ernst genommen, statt es auszusitzen.
Dass nun Bewegung in die Sache kommt, ist dennoch positiv. Herzog formuliert einen Anspruch, an dem er sich messen lassen muss: „Gemeinsam mit dem Ordnungsamt arbeiten wir an Lösungen, die die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Belange der Stadt aber auch die Bedürfnisse der Berufskraftfahrer berücksichtigen.“ Genau darum geht es: um Ausgleich statt Symbolpolitik.
Es ist spät. Sehr spät. Aber immerhin tut sich jetzt etwas. Entscheidend wird sein, dass es nicht bei Kontrollen und Presseaussendungen bleibt, sondern nachhaltige Lösungen geschaffen werden. Denn eines sollte allen klar sein: Der nächste Zwischenfall darf nicht wieder der Auslöser für (zu spätes) politisches Handeln sein.
Nach LKW-Brand: Ordnungsamt kontrolliert Lkw-Parksituation in Aegidienberg










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