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Katja Werker: Eine der ganz Großen hört auf und rechnet mit der Musikindustrie ab

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Bad Honnef. Kunst kommt von Können! Nach diesem Kriterium ist die deutsche Singer/Songwriterin Katja Werker sicherlich eine der ganz Großen in Deutschland. Nun gibt sie ihr letztes Livekonzert im Bad Honnefer hautnah-Kleinkunstkeller.

Die 1970 geborene Essenerin ist Multiinstrumentalistin, brachte sich das Spielen autodidaktisch bei. Ihr Talent wurde von einem evangelischen Pfarrer entdeckt.

Von 1999 bis 2014 war sie bei verschiedenen Plattenfirmen wie Sony und Emi unter Vertrag, verzweifelte allerdings immer mehr an dem ausbeuterischen System der Musikindustrie.

Vor vier Jahren entwickelte sie mit „Küchentisch-Productions“ ihr eigenes Vertriebslabel, produzierte ihre CDs selbst und absolvierte zahlreiche Liveauftritte. Mit ihrem Konzert am 7.12.2018 im hautnah-Kleinkunstkeller beendet sie ihre Liveauftritte. Freiwillig! Aber nicht wirklich. Auf ihrer Website rechnet sie mit dem deutschen Musiksystem ab.

Als wesentlichsten Grund für ihre konsequente Entscheidung führt sie den „Notstand“ in der deutschen Musik- und Liveszene an: „Ihr habt es ja beim Echo Eklat auch in den Medien gehört bzw. gesehen: In dieser gesamten Branche läuft seit etlichen Jahren einiges schief.“

Sie bezieht sich dabei auf die „durchweg schlechteren Chancen als weibliche Musikschaffende“ und die Angebotslage. Immer bekämen die gleichen Musiker auf den wenigen medialen Plattformen eine Chance, vom Publikum wahrgenommen zu werden. Künstlerische Qualitäten spielten dabei oftmals keine Rolle. Es würde „geschachert und gemanaged, was das Zeug hält“.

Auch sie sei nett zu „an sich unerträglichen Leuten“ gewesen, um es sich nicht ganz mit der Musikindustrie zu verscherzen. Es sei der Abscheu, den sie in sich selbst trage, wenn sie jemandem, der sein Publikum belüge, aus Konfrontationsängsten heraus nicht ihre Meinung offen gesagt habe.

Werker: „Sie glauben gar nicht, wie viele “Barden” von sozialer Gerechtigkeit und der inneren Erleuchtung singen und in Wirklichkeit abgezockte Egomanen sind, die sich für wirklich nichts anderes als ihren eigenen Vorteil interessieren. “Diese Leute bekämen dann „Preise, Airplay, Anerkennung, was weiß ich“.

Katja Werker war die erste Singer/Songwriterin, die im hautnah-Kleinkunstkeller aufgetreten ist. Nun wird sie dort ihr letztes Konzert bestreiten. „Was bei der Terminplanung allerdings nicht feststand“, versichert Rainer Hombücher vom Kleinkunstkeller.

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

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Ella Anschein gewinnt Leverkusener Kleinkunstpreis

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Bad Honnef. Zum ersten Mal wurde der Leverkusener Kleinkunstpreis vom Scala Club vergeben. Den gewann am Freitag  Ella Anschein mit ihrem Slam „Vom großen Entzücken, wenn einer sich auszieht“.

Das Bad Honnefer Publikum konnte sich bereits Anfang des Jahres von den Qualitäten der 21-jährigen Bonnerin überzeugen, als sie das 90-Minuten-Stück im hautnah-Kleinkunstkeller präsentierte.

2019 wird Ella Anschein zweimal im Kleinkunstkeller zu sehen sein – solo und mit Partner Florian Kalff. Mit ihm spielt sie “Der alte Mann und das Mädchen” frei nach “Das Liebesleben der Hyäne” von Charles Bukowski.

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Kulturmeile

Große Sängerin verabschiedete sich auf der kleinsten Bühne vom Showgeschäft

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Bad Honnef. Vor ausverkauftem “Haus” spielte die Singer-Songwriterin Katja Werker gestern Abend im hautnah-Kleinkunstkeller auf der (vermutlich) kleinsten Bühne im Siebengebirge ihr letztes Livekonzert. Nach fast 25 Jahren will sie sich nicht länger den Strapazen des Showgeschäfts aussetzen. Auf ihrer Website erklärt Werker ausführlich, was sie bewogen hat, sich von den Bühnen zu verabschieden.

Mit Songs von ihrer letzten CD “Magnolia” begeisterte sie bei “hautnah” das Publikum, das aus Nah und Fern angereist war. Aber auch ältere Hits, unter anderem von ihrem Debütalbum Contact Myself aus dem Jahr 2000, gehörten zu ihrem Repertoire.

Abschlussselfie mit Publikum | Foto: Florette Hill

Ganz großes Kino lieferte die gebürtige Essenerin mit ihren Interpretationen von “The Boxer” (Simon & Garfunkel) und David Bowies China Girl.

Werker trat insgesamt dreimal im hautnah-Kleinkunstkeller auf. In diesem Jahr wurde sie mit “Magnolia” für den Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie “Liedermacher”nominiert.

“Hautnah” gings wieder im Hautnah-Kleinkunstkeller zu | Foto: Florette Hill

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Ella Anschein und Florian Kalff spielen in “Studiobühne Siegburg”

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Bad Honnef. Am 15.12.2018 treten Ella Anschein und Florian Kalff zum ersten Mal mit ihrem gemeinsamen Stück “Der alte Mann und das Mädchen” frei nach “Das Liebesleben der Hyäne” von Charles Bukowski in der Studiobühne Siegburg auf. Danach folgen Auftritte unter anderem im Pantheon und 2019 auch im Bad Honnefer hautnah-Kleinkunstkeller.

Beide SlammerInnen haben bereits Soloprogramme im hautnah-Kleinkunstkeller gespielt, Ella Anschein gewann zudem drei Mal die Krone des Wettbewerbs “Athleten und Poeten” im Selhofer Saal Kaiser und 2016 im Kursaal.

Tipp für die junge SlammerInnen-Szene: Anschein und Kalff planen Slam-Workshops für Nachwuchstalente. Kontakt!

 

Florian Kalff | Foto: privat

 

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