Kiezkaufhaus 2.0: Rheinkaufhaus gestartet – Was ist neu?

Referenzprojekt in Bottrop wurde wieder eingestellt

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Bad Honnef – Das digitale Bad Honnefer Kiezkaufhaus kam nicht in die Gänge. Nun wurde das Projekt „weiterentwickelt“: neuer Name, neue Partner – und sonst?

Heute startete rhein-kaufhaus.de. Neues Design, neue Werbeagentur, neue Mitstreiter. Mit an Bord ist jetzt die IHK Bonn/Rhein-Sieg, das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und der Einzelhandelsverband Bonn-Rhein-Sieg-Euskirchen.

Auf den ersten Blick nicht viel Neues. Es gibt einen Food- und einen Non-Foodbereich. 25 Händler, die fast alle schon zu Kiezkaufhaus-Zeiten dabei waren, präsentieren sich, davon 14 mit einem eigenen Shop oder sie verkaufen über den Rhein-Kaufhaus-Shop. Liefern lassen kann man sich beispielsweise 100 g Fischsuppe für 7,90 EUR oder ein Käsebrötchen für 0,90 EUR (incl. MwSt. und Lieferkosten innerhalb Bad Honnefs mit dem Cargobike).

Komfortabler ist gegenüber dem Kiezkaufhaus die Bezahlungen. Hier gibt es mittlerweile mehr Auswahlmöglichkeiten.

Neu ist der Einzugsbereich. So sollen auch Geschäfte aus dem gesamten Bereich des Einzelhandelsverbands Bonn-Rhein-Sieg mitmachen. Bislang nimmt nur der Vorsitzende des Verbands, Jannis Vassiliou, mit seinem Juweliergeschäft teil – mit einer Verlinkung auf seinen eigenen Shop.

Die Hoffnung: Auf Grund der geografischen Erweiterung sollen auch potenzielle Kunden aus anderen Städten und Gemeinden auf Angebote aus Bad Honnef aufmerksam werden.

Bad Honnef scheint nach wie vor der Hauptakteur zu sein. Jedenfalls ist die Stadt laut Impressum verantwortlich.

Außer erweiterten Bezahlmöglichkeiten und einem Shop aus Bonn hat sich für die Kiezkaufhauskunden (auf den ersten Blick) bislang nicht viel verändert. Die Händler sollen sich mit einem Betrag auf der Plattform einkaufen. Genannt wurde auf einer Pressekonferenz eine Summe von um die 400 EUR. Wie das digitale Angebot insgesamt finanziert wird, ist Honnef heute nicht bekannt.

„Louise“ In Bottrop gescheitert

In Bottrop versuchte die Stadt mit „Louise“ ein ähnliches Projekt wie das Kiezkaufhaus. Wie auch das Bad Honnefer Modell, scheiterte offensichtlich auch das Referenzprojekt „Louise Bottrop“ des jetzigen Rhein-Kaufhauspartners Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML). „Die türkis gekleidete, freundlich lächelnde Paketbotin des Citylogistik Forschungsprojekts Louise (Logistik und innovative Services für urbane Regionen am Beispiel der Emscher-Lippe-Region) prägte seit dem 2. März 2020 das Bottroper Stadtbild“, so bottrop.de. Mit dem 31. Dezember 2021 lief das drei Jahre lang vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) geförderte Projekt aus und verabschiedete sich aus der Ruhrgebietsstadt.

Ziel war es laut bottrop.de, „mit Louise zu ermitteln, wie der Bottroper Einzelhandel mittels neuer Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Services gestärkt werden kann“, erklärt Projektleiter Michael Lücke vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML)“. 30 Händlerinnen und Händler zählte die Louise-Plattform und knapp 750 registrierte Kunden.

„Wir waren mit unserem onlinebasierten Louise-Projektansatz in Bottrop leider zu früh dran“, erklärte die Bottroper Wirtschaftsförderin, Dorothee Lauter, das Aus von „Louise“ in ihrer Stadt. Der Fokus vieler Bottroper Händlerinnen und Händler läge nach wie vor auf dem stationären Geschäft. Jetzt will die Stadt zunächst eine Online-Workshopreihe starten.

Ein weiteres ungefördertes digitales Projekt zur Stärkung des Handels startete ebenfalls heute: rheinshoppen.de . Es ist eine Zusammenlegung der vorherigen Sites honnefer-veedel.de und rheinshopping.de. Einen Shop gibt es dort nicht, aber natürlich kann auf bestehende Shops verlinkt werden.

 

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