Bad Honnef. Rund um den geplanten neuen DB-Haltepunkt nimmt das Großprojekt „Mobilitätsknoten Bad Honnef“ weiter Fahrt auf. Mit der anstehenden Verlegung des Bahnhaltepunktes durch die DB InfraGO AG im zweiten Halbjahr 2026 bündeln Stadt und Bahn zahlreiche Maßnahmen, um den Bereich zwischen Stadtbahn-Endhaltestelle und Girardetallee städtebaulich und verkehrlich neu zu ordnen. Zum Sachstand hat die Verwaltung eine Vorlage erarbeitet, die im Planungsausschuss am 24. Februar 2026 (18 Uhr, Ratssaal) vorgestellt wird. Eine Zusammenfassung:
Neuer DB-Haltepunkt startet im Sommer 2026
Das Eisenbahn-Bundesamt hat am 20. Juni 2025 die Plangenehmigung für den Neubau des Bahnhaltepunktes Bad Honnef erteilt. Nach aktuellem Bauzeitenplan der ausführenden Firma sollen die Arbeiten am 11. Juli 2026 beginnen und bis zum 28. Dezember 2026 abgeschlossen sein.
Bereits im Vorfeld kommt es zu spürbaren Einschränkungen: Für die Baustelleneinrichtung werden sämtliche P+R-Stellplätze im Bereich der heutigen Endhaltestelle benötigt. Der nördliche Bereich dient als Baustelleneinrichtungsfläche, im Süden werden temporäre Busaufstellflächen eingerichtet. Eine entsprechende verkehrsrechtliche Genehmigung ist für den Zeitraum vom 1. April 2026 bis 31. März 2027 beantragt.
Mobilitätsknoten West: Wettbewerb entschieden
Besonderes Augenmerk lag zuletzt auf dem westlichen Bereich des Mobilitätsknotens. Grundlage ist die bestätigte Machbarkeitsstudie „Mobilstation West Bad Honnef“. Ziel ist ein attraktiver Stadtraum mit Parkhaus, verbesserten Umsteigemöglichkeiten, neuen Freianlagen sowie einer klaren städtebaulichen Ordnung.
Im September 2025 fand im Rahmen des Klimaschutztages ein Bürgerdialog vor dem Kurhaus statt. Die Anregungen aus der Bürgerschaft flossen in die Auslobung eines hochbaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs ein.
Acht Planungsbüros nahmen am nichtoffenen Realisierungswettbewerb teil. Alle reichten fristgerecht Entwürfe ein. Am 6. Februar 2026 tagte das Preisgericht und vergab drei Preise mit Empfehlungen zur Weiterbearbeitung. Derzeit läuft das anschließende VgV-Verfahren. Frühester Termin für die Auftragserteilung ist der 17. April 2026. Optional könnten noch Verhandlungsgespräche folgen.
Die Kosten für Bürgerdialog und Wettbewerb belaufen sich auf rund 143.200 Euro netto. Die prämierten Entwürfe sollen voraussichtlich im April im Planungsausschuss öffentlich vorgestellt werden.
Mobilitätsknoten Ost: Bebauungsplan in Vorbereitung
Für den östlichen Bereich wird aktuell der Bebauungsplan Nr. 1-155 „Mobilitätsknoten Bad Honnef – Teilbereich Westende Girardetallee/B 42“ weitergeführt. Der Offenlagebeschluss ist für die Sitzung des Planungsausschusses am 17. März 2026 vorgesehen.
Parallel bereitet das Abwasserwerk die Herrichtung des Baufeldes für ein geplantes Abschlagswerk vor. Auch die für die neue Brücke erforderlichen Baustelleneinrichtungsflächen werden dabei bereits berücksichtigt.
Für die Freianlagenplanung sollen die Leistungsphasen bis einschließlich Leistungsphase 6 nach HOAI bis Ende März 2026 beauftragt werden. Ziel ist es, bis Ende September 2026 einen Antrag auf Städtebauförderung einzureichen.
Fußgängerbrücke über die B 42: Vergabe steht bevor
Ein zentrales Element des Projekts ist die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bundesstraße 42. Sie soll künftig die Achse der Girardetallee mit dem Rhein und dem neuen Mobilitätsknoten verbinden.
Nach einer zunächst aufgehobenen Ausschreibung – unter anderem wegen Unklarheiten bei der Fassadengestaltung des östlichen Brückenturms – wurde das Leistungsverzeichnis überarbeitet und erneut veröffentlicht. Inzwischen liegen drei wertbare Angebote vor, die im kalkulierten Kostenrahmen liegen.
Für Brücke, Aufzugs- und Treppenturm inklusive Maschinentechnik, Planungsleistungen, Baubegleitung und Nebenkosten werden Gesamtkosten von rund 5,4 Millionen Euro erwartet. Etwa 4 Millionen Euro sollen gefördert werden, sodass der Eigenanteil der Stadt bei rund 1,4 Millionen Euro liegt. Die Beauftragung muss bis spätestens 28. Februar 2026 erfolgen.
Große Aufgaben für die kommenden Monate
Mit Blick auf den westlichen Bereich stehen nun zahlreiche strategische Entscheidungen an: Projektstruktur und Zeitplan müssen definiert, die Projektsteuerung festgelegt, die Finanzierung und Wirtschaftlichkeit – insbesondere für das geplante Parkhaus – geprüft und Fördermöglichkeiten konkretisiert werden. Auch die Betreiberfrage für das Parkhaus ist noch zu klären.
Hinzu kommen die Ausschreibung weiterer Planungsleistungen, unter anderem für die Erschließung und Busverkehrsplanung, sowie die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie. Hintergrund: Durch die mehrjährige Einschränkung oder den Wegfall der P+R-Stellplätze wird es zu spürbaren Veränderungen für Pendlerinnen und Pendler kommen.
Stadtentwicklung im Einklang mit ISEK und InHK
Das Gesamtprojekt entspricht den Zielsetzungen der integrierten Stadtentwicklung, wie sie im ISEK und im InHK beschlossen wurden. Mit der Verlagerung des Bahnhaltepunktes, dem Neubau der Brücke, neuen Freianlagen, einem Parkhaus, Carsharing-Angeboten, E-Ladestationen und ausgebauter Fahrradinfrastruktur entsteht perspektivisch ein moderner Verkehrsknotenpunkt mit direkter Anbindung an Innenstadt und Rhein.
Die Verwaltung kündigt an, Rat und Öffentlichkeit fortlaufend über den Projektfortschritt und anstehende Entscheidungen zu informieren. Klar ist: 2026 wird für Bad Honnef ein entscheidendes Jahr in der Umsetzung dieses zentralen Zukunftsprojekts.
Planungsausschuss am 25. Februar 2026 (18 Uhr, Ratssaal).
Kurzform
Der Umbau des Bereichs rund um den künftigen DB-Haltepunkt wird im Jahr 2026 deutlich an Fahrt aufnehmen. Die DB InfraGO AG wird im zweiten Halbjahr 2026 mit dem Neubau des Bahnhaltepunktes beginnen und die Arbeiten voraussichtlich bis Jahresende abschließen.
Bereits ab Frühjahr 2026 werden die P+R-Stellplätze an der Endhaltestelle vollständig entfallen, da die Flächen für die Baustelleneinrichtung benötigt werden.
Für den westlichen Bereich des Mobilitätsknotens wird das Wettbewerbsverfahren die Grundlage der weiteren Planung bilden. Ein Preisgericht wird drei Entwürfe ausgezeichnet haben; anschließend wird das Vergabeverfahren zur Beauftragung der Planungsleistungen abgeschlossen werden.
Auch im Osten wird das Verfahren weiter voranschreiten: Der Bebauungsplan „Mobilitätsknoten Bad Honnef – Teilbereich Westende Girardetallee/B 42“ wird offengelegt werden. Parallel wird die Freianlagenplanung konkretisiert und ein Antrag auf Städtebauförderung vorbereitet werden.
Ein zentrales Element wird die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bundesstraße 42 sein. Die Vergabe der Bauleistungen wird kurzfristig erfolgen. Für das Gesamtprojekt der Brücke werden Kosten von rund 5,4 Millionen Euro erwartet, wovon etwa 4 Millionen Euro gefördert werden.
In den kommenden Monaten werden insbesondere Fragen zur Projektstruktur, Finanzierung, Förderkulisse sowie zur Betreiberlösung des geplanten Parkhauses geklärt werden müssen. Die Stadt wird fortlaufend über den weiteren Projektverlauf informieren.
2026 wird damit zu einem entscheidenden Jahr für die Entwicklung des neuen Mobilitätsknotens in Bad Honnef.











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