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Rhöndorfer Straße – Mit Tempo 30 in die Zukunft

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Tempo 30 fordert Rudolf Martini für einen Teilbereich der Rhöndorfer Straße. Vor dem Nobel-Ristorante Caesareo gilt bereits Tempo 30

Tempo 30 fordert Rudolf Martini für einen Teilbereich der Rhöndorfer Straße. Interessant: Vor dem Nobel-Ristorante Caesareo gilt bereits Tempo 30

Bad Honnef | Bad Honnef liebt das Risiko. In der schmalspurigen Rommersdorfer Straße ist das Radfahren trotz Einbahnstraßenregelung entgegen der Fahrtrichtung erlaubt. In der Rhöndorfer Straße dürfen motorisierte Fahrzeuge mit 50 Stundenkilometer dicht an eisschlemmenden Einheimischen und Touristen vorbeirauschen. Und auch an der Kreuzung Drachenfelsstraße wartet man täglich darauf, dass irgendwann ein Volltrottel auf der Terrasse der Bäckerei Gilgen landet. Es geht um mehr.

Weit über 8000 Autos schlängeln sich täglich mühsam durch das Nadelöhr zwischen Gilgen und Taxi Trommeschläger, Zum Böllchen und Gilberts, Kapelle und Broel, Eiscafe Alessandro und der Apotheke. Die Neuansiedlung des Bioladens Vier Jahreszeiten und anderer Geschäfte wie der Kiosk mit Paketshop haben deutlich für ein höheres Personenaufkommen gesorgt. Kunden sind in Rhöndorf gerne gesehen, einigermaßen sicher sind sie aber nur im Ortskern vor Profittlich und Co. Wollen Sie die Rhöndorfer Straße im Bereich zwischen Löwenburgstraße und Alessandro überqueren, müssen sie sich nicht nur in Geduld üben, sondern immer auch mit dem Crash rechnen – und der kann Leben kosten.

Mehr als 8000 Autos täglich im Nizza am Rhein

Die beiden Zebrastreifen in Höhe Böllchen und alter Sparkasse sind da nicht mehr als zwei Tröpfchen auf dem schnellbefahrenen Straßenpflaster. Wer geht schon von den Vier Jahreszeiten zu einem der beiden Dickstrichketten um die Straße zu überqueren? Zwar hält sich die Unfallstatistik in der Rhöndorfer Straße noch in Grenzen – 2010 bis 2012 nahm die Polizei nur acht Unfälle auf -, allerdings gab es da noch ein paar Geschäfte weniger und das Durchschnittsalter der Bevölkerung lag niedriger.

Das ändert sich zurzeit rapide. Die Bertelsmann-Studie Demografischer Wandel sagt bis 2020 für Bad Honnef einen Altersdurchschnitt von 50 Jahren voraus. Schon heute leben laut Studie die ältesten Menschen des Rhein-Sieg-Kreises im Nizza am Rhein. “Das soll Bad Honnef wieder werden, Nizza am Rhein”, schwelgt Rudolf Martini in Erinnerungen. Als er 1966 nach Bad Honnef zog, “war die Stadt ein Idyll”. Der aktive FWG-Politiker und Anwohner der Rhöndorfer Straße hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, politisch die Weichen zu stellen, damit das ursprüngliche Markenzeichen nicht nur die Einheimischen wieder glücklich macht sondern auch die Wirtschaft ankurbelt. Die muss sich angesichts des drohenden Factory Outlet-Centers und des Internets mit neuen Konzepten auseinandersetzen.

Immer mehr Menschen auf der Rhöndorfer Straße. Ein Rolli-Fahrer müsste hier auf die Straße ausweichen

Immer mehr Menschen auf der Rhöndorfer Straße. Ein Rolli-Fahrer müsste hier auf die Straße ausweichen

Verkehrsberuhigung Teil des Wandels

Auch Politik und Stadtverwaltung. Denn wenn sich die Verkehrssituation dem ökonomischen Wandel nicht anpasst, wären alle Veränderungen und Investitionen der Unternehmen für die Katz. So könnten Geschäftsleute der Bad Honnefer City längst ein paar Kunden mehr zählen, wäre die Innenstadt verkehrsberuhigt und barrierefrei. Schon 2012 stellte der frühere Oberamtsanwalt Martini einen Antrag im Verkehrsausschuss, Tempo 30 für die Rhöndorfer Straße zu prüfen. Der Antrag wurde mit 12:1 Stimmen abgelehnt. Unter anderem, weil Werner Seifert (CDU) laut Protokoll die Schaffung eines Präzedenzfalles (?) befürchtete.

Dabei ist die Geschwindigkeitsbegrenzung längst überfällig. Denn wichtige Kriterien für Tempo 30 sind die Erhöhung der Verkehrssicherheit (insbesondere Schulwegsicherheit), Reduzierung von Emissionen (Abgase und Lärm) und die Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität. Alles trifft auf die Rhöndorfer Straße zu.

Tempo 30 auf der vielbefahrenen L193, ein kleiner Schritt in die Zukunft. In Honnef nicht möglich?

Kaum 570 Monde weiter scheint sich der Wind zu drehen. An Martinis Seite stehen mittlerweile zumindest in diesem Punkt die Grünen, die ein Interesse haben, dass der Durchgangsverkehr entlastet wird. Sprecher Burkhard Hoffmeister: “Ein Großteil der Fahrzeuge nutzen Rhöndorfer- und Hauptstraße als Abkürzung. Die rauschen hier durch, ohne irgendwo auzusteigen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde viele ‘Durchreisende’ davon abhalten, die Landesstraße als Abkürzung zu nehmen.” Rainer Quink, Fraktionsvorsitzender der FDP, sieht in Tempo 30 für einen Teilbereich der Rhöndorfer Straße durchaus einen Sinn. Der Vorsitzende des Rhöndorfer Bürger- und Ortsvereins und CDU-Ratsmitglied Jörg Haselier hat sich ebenfalls intensiv mit dem Thema befasst: “Die Ausweitung der Tempo-30-Zone auf der Rhöndorfer Straße Richtung Bad Honnef über den Bio-Supermarkt und die anschließende Geschäftszeile hinaus bis zum Zebrastreifen am SB-Center der Stadtsparkasse, würde die Fußgängerfrequenz im Bereich des Subzentrums Rhöndorf berücksichtigen und käme auch mobilitätseingeschränkten Menschen, wie etwa den Schülern des Hauses Rheinfrieden, zugute”. Dabei könne er sich eventuell eine zeitliche Tempo-Begrenzung für den Zeitraum von 7-18 Uhr vorstellen.

Bürger wünschen Tempo 30

Monika Reske, Geschäftleiterin der Vier Jahreszeiten in Rhöndorf, würde eine Temporeduzierung ebenfalls begrüßen, wie auch Anwohnerin und Ärztin Irina Briese, Post-Shop-Inhaberin Valeria Girodi oder Winzer Karl-Heinz Broel. Für die meisten Anlieger der Rhöndorfer Straße wäre es sicherlich keine Frage: Tempo 30 muss kommen.

Kann auch kommen. Vorausgesetzt, die Stadt erkennt das Problem und denkt fortschrittlich. An einer Verkehrsberuhigung kommt Bad Honnef nicht vorbei, will die Stadt weiterhin konkurrenzfähig, bürger- und familienfreundlich bleiben. Allein Tempo 50 und demografischer Wandel stehen im krassen Widerspruch zueinander. Und dass sich die Frequenz der durchfahrenden Fahrzeuge ändern muss, leuchtet ein.

Richard Thomas, Bürger- und Ordnungschef im Rathaus, würde das Thema in den Verkehrsausschuss bringen, sofern die neue Regelung jemand wünsche. Auch seitens des Landesbetriebes NRW, das für die Rhöndorfer Straße als Landesstraße zuständig ist, gibt es keinen Grund, das Thema nicht zu behandeln. Laurenz Braunisch, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau: “Tempo 30 auf Landesstraßen ist möglich.” Die Initiative müsse allerdings von der Stadt Bad Honnef ausgehen. Der Landesbetrieb würde dann abschließend die Machbarkeit prüfen.

Die Stadtverwaltung Brühl hat im Januar sehr selbstständig gehandelt und ohne Genehmigung an einer Landesstraße Temp-30-Schilder angebracht. Das fand der Landesbetrieb zwar nicht in Ordnung, das Tempolimit besteht aber weiterhin.

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Bürgerbegehren: “Rettet den Stadtgarten” – Unterschriftenliste

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“Seit heute liegt uns die bisher ausstehende Kostenschätzung der Stadt Bad Honnef vor. Dabei musste die Stadtverwaltung die Kosten beziffern, die auf sie zukommt, wenn das Bürgerbegehren erfolgreich ist. Fazit: Wird die Bebauung des nördlichen Stadtgartens verhindert, „… existiert keine konkrete Planung als Basis für eine Kostenschätzung…“, so die Stadtverwaltung.

Gleichzeitig ist die Vorlage der Kostenschätzung der offizielle Startschuss für die am 19. Juli 2018 beginnende sechswöchige Unterschriftensammlung. Genau in der Zeit der Sommerferien müssen wir mindestens 1.658 gültige Unterschriften sammeln, damit der Aufstellungsbeschluss zur Bebauung aufgehoben werden kann.

Unterschreiben dürfen alle Einwohner*innen, die mindestens 16 Jahre alt und EU-Bürger*innen sind und zudem ihren Erstwohnsitz in Bad Honnef haben. Die Unterschriftenlisten, auf denen die Befürworter*innen auch ihre Adresse und ihr Geburtsdatum angeben müssen, werden nach Beendigung der Unterschriftensammlung von der Stadtverwaltung auf ihre Gültigkeit geprüft.

Erreichen wir das geforderte Unterschriften-Quorum, muss sich der Rat mit dem Bürgerbegehren auseinander setzen und entscheiden, diesem beizutreten (dann wäre die Bebauungsplanung aufgehoben) oder es abzulehnen (dann käme es zu einem Bürgerentscheid).

Am Freitag, dem 20. Juli 2018, startet die Unterschriftensammlung. Sechs Wochen lang wird jeden Freitag- und Samstag-Vormittag in der Bad Honnefer Fußgängerzone ein Stand aufgebaut, auf dem Listen ausgelegt werden, in welche die Bürger*innen ihre Daten und Unterschriften eintragen können. Zudem setzen wir auf Hausbesuche, um auch persönlich möglichst viele Bad Honnefer Bürger*innen anzusprechen.

Wir erhoffen uns mit dem Bürgerbegehren, dass der „verwunschene“ Stadtgartenteil keinesfalls bebaut, sondern ein wertvolles grünes Areal im Zentrum der Stadt erhalten bleibt, sinnvoll gepflegt und Bad Honnef um eine Perle reicher wird.

Für die Erreichung dieses Ziels haben wir eigens den gemeinnützigen Verein „Stadtgarten Bad Honnef e.V.“ gegründet. Zunächst ist unter dessen Dach das Bürgerbegehren angesiedelt, später – im Erfolgsfall – auch die Unterstützung von Stadtgarten-Projekten. In diesem Zusammenhang bitten wir um Geldspenden, durch welche die Kosten für Rechtsberatung, Plakatierung, Flyer, Banner usw. refinanziert werden sollen. Überschüssige Gelder fließen dann in Folgeprojekte. Alle Spender*innen erhalten einen Spendennachweis des Vereins.

Spendenkonto: DE75 5745 0120 0030 2846 73 bei der Sparkasse Neuwied.”

Bürgerinitiative “Rettet den Stadtgarten”

Unterschriftenliste zum Download

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Bad Honnef

Sibi gewinnt Deutschlandfinale von Business@school

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Das Siegerteam bei der Preisverleihung - Tim Stauf, Rebekka Ballering, Helene Balles, Joanna Baumann, Julius Langenbach und Dr. Andreas Dinger von BCG (v.l.n.r.) | Foto: Sibi

Bad Honnef-Rommersdorf. Das Team des Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef hat mit seiner Geschäftsidee „GrasSwipe“ den von der Boston Consulting Group BCG zum zwanzigsten Mal organisierten Wirtschaftswettbewerb für Schüler gewonnen. Joanna Baumann, Rebekka Ballering, Helene Balles, Julius Langenbach und Tim Stauf (alle 17) überzeugten die hochkarätig besetzte Wirtschaftsjury mit ihrer ausgereiften Geschäftsidee, umweltfreundliches Toilettenpapier aus Gras herzustellen.

Nach dem lokalen und regionalen Wettbewerb entschieden die Honnefer nun auch zunächst die mit neun Teams aus ganz Deutschland besetzte Vorrunde des bundesweiten Finales in München für sich. In der Endrunde traten sie dann gegen die Sieger der drei Vorrunden an und gewannen mit einer fundierten Präsentation überzeugend den Wettbewerb.

Die Sibischüler wurden ein Jahr lang in dem Projektkurs „Wirtschaft“ intensiv auch durch den ehemaligen SIBI-Schüler und Marco Vietinghoff und Teilnehmer des Vorjahres betreut. Das Projekt wird am Sibi zudem durch die Hans-Trappen-Stiftung und den Verein Ökonomie im Unterreicht e.V. unterstützt.

An dem Wettbewerb nehmen jährlich ca. 90 Schulen aus dem Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland teil. Ziel ist es, Schülern Wirtschaftsthemen praxisnah zu vermitteln: In drei Phasen lernen die Jugendlichen anhand konkreter Beispiele, Unternehmen zu analysieren, Markt und Wettbewerb zu verstehen und eine eigene Geschäftsidee inklusive Businessplan zu entwickeln. Das Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef nimmt seit 15 Jahren regelmäßig an Business@school teil und konnte mehrfach schon den Regionalentscheid, noch nie aber das Finale in München gewinnen. (G.P.)

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Bad Honnef

Freizeitbad Grafenwerth: Wettbewerbe im Turmspringen und Balancieren

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Bad Honnef. Im Freizeitbad auf der Insel Grafenwerth finden am Sonntag, 24.06.2018, ab 12:00 Uhr Wettbewerbe im Turmspringen statt. Im „Arschbomben-Wettbewerb“ werden Siegerinnen und Sieger ermittelt. Geschicklichkeit und Akrobatik können auf der neuen Waterline gezeigt werden.

Teilnehmende sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Tipps und Tricks gibt es von Profispringern des SV Neptun Aachen Benedikt Donay und Alexander Lube. Die Moderation übernimmt Chris Fuhrmann, die ehemalige Stimme der Dragons. (C.P.)

 

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Mai, 2019

23Mai19:3022:30Jahreshauptversammlung der KG "Löstige Geselle 1946 e.V." Bad Honnef

26Mai19:0021:00HG.Butzko mit seinem neuen Programm „echt jetzt“

SENAY DUZCU

Hitler war eine Türkin?!17. Mai 2019
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