Seniorenvertretung: Jetzt muss ein Weg gefunden werden

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Je oller, je doller. Rund um die Seniorenvertretung fliegen die Fetzen. Susanne Langguth bekam im Mai bei der Wahl von den Bad Honnefer Seniorinnen und Senioren mit weitem Abstand die meisten Stimmen, hatte aber als CDU-Mitglied keine Chance, in den Vorstand gewählt zu werden.

Es kam noch schlimmer. Denn laut GA hatte der amtierende Vorsitzende auch über die Rechtmäßigkeit von Langguths Wahlergebnis spekuliert, wobei „der Vorwurf der Manipulation mitklang“, hielt die Zeitung fest.

Senioren sollten Vorbild für die jüngeren Generationen sein. Und: Demokratie ist, wenn der – oder diejenige mit den meisten Wählerstimmen auch in dem Gremium eine bedeutende Rolle spielt, für das er oder sie sich beworben hat. Und das ist Susanne Langguth.

Im Grunde ist die ganze Wahl zur Seniorenvertretung eine Farce. Nur 280 von 8744 Wahlberechtigten über 60 Jahre nahmen teil. Zu dieser Peinlichkeit beigetragen hat der Umstand, dass der Ablauf der Wahl – beispielsweise das kurze Zeitfenster (ein Nachmittag), der fehlende Wahlraum in Aegidienberg, keine Briefwahlmöglichkeit – die reinste Katastrophe war. Auch die Information über die KandidatInnen ließ zu wünschen übrig. Beweis dafür, wie schlecht das Projekt Seniorenvertretung von Verwaltung und Politik vorbereitet wurde.

Um die Wirkung des demokratischen Instruments Seniorenvertretung, das die frühere stellvertretende Bürgermeisterin Annette Stegger mit Herzblut anstieß, nicht zu gefährden, muss ein Weg gefunden werden, dass die Kandidatin mit den meisten Volks-Wählerstimmen in den Vorstand kommt. Wie das juristisch umsetzbar ist, eventuell durch Neuwahl, müssen die Fachleute der Verwaltung klären.

Anderenfalls dürfte das Projekt Seniorenvertretung – bei großem Bedauern – für die nächsten zwei Jahre gestorben sein.

 

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