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Rhein-Sieg/Bonn/RPL

Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ feiert Halbzeit

Viel Zuspruch für die Verkehrswende in Nordrhein-Westfalen

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Region. Am 3. Advent – ein halbes Jahr nach Start der Volksinitiative “Aufbruch Fahrrad”, die für besseren Radverkehr in Nordrhein-Westfalen wirbt – ziehen die Organisatoren eine mehr als zufriedene Bilanz. Innerhalb der vergangenen sechs Monate ist es der Kölner Organisation RADKOMM und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Nordrhein-Westfalen (ADFC NRW) gelungen, im ganzen Bundesland zahlreiche Unterstützer und Partner für “Aufbruch Fahrrad” zu mobilisieren. Ziel der Volksinitiative ist, den landesweiten Radverkehrsanteil bis 2025 auf 25% anzuheben.

Nicht nur die Zahl der bisher gesammelten Unterschriften ist enorm, auch die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer, die hinter der Volksinitiative stehen, ist sehr groß. Mehr als 150 Vereine und Initiativen aus den Bereichen Umwelt, Verkehr und Nachhaltigkeit haben sich in einem schlagkräftigen „Aktionsbündnis“ zusammengeschlossen. „Die breite Allianz an Unterstützung für das Thema Fahrrad ist in der Geschichte unseres Bundeslandes einmalig. Dieses Echo zeigt, dass eine solche Volksinitiative längst überfällig war“, sagt Dr. Ute Symanski, Vorsitzende des RADKOMM e.V. und eine der Initiatorinnen der Volksinitiative, die am 16. Juni 2018 gemeinsam mit dem ADFC NRW ins Leben gerufen wurde.

Klimawandel: “Aufbruch Fahrrad” trifft Nerv der Zeit

„In Zeiten des Klimawandels treffen wir mit “Aufbruch Fahrrad” den Nerv der Zeit. Auch wenn die Zahl der gesammelten Unterschriften bis zum großen Finale am ersten Juni-Wochenende geheim bleiben wird, können wir zur Halbzeit eine sehr gute und zufriedene Bilanz ziehen. Die Resonanz ist riesig.“ Das sagt Thomas Semmelmann, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs NRW und Mit-Initiator von “Aufbruch Fahrrad”. Die Bekanntgabe der Unterschriftenzahlen ist zum großen „Aufbruch Fahrrad“-Finale am ersten Juniwochenende 2019 geplant.

Langfristig soll in Nordrhein-Westfalen ein eigenständiges Gesetz für das Fahrrad entstehen, in dem ein festes Budget sowie konkrete Spielregeln und Maßnahmen für bessere Nahmobilität – also Rad- und Fußverkehr – festgeschrieben werden. Dass Veränderungen längst überfällig sind, zeigen die aktuellen Gerichtsurteile zu Diesel-Fahrverboten in NRW-Kommunen und die grundsätzliche Diskussion um schlechte Luft. „Wenn wir jetzt nicht handeln, verschlafen unsere Städte die Verkehrswende, dabei wäre mehr Radverkehr ein wichtiger Teil, um das Problem zu lösen. Die Voraussetzung dafür, ist die Verlagerung der kurzen Fahrten bis 5 km auf das Fahrrad. Dies würde 50 % aller Autofahrten ersetzen. Wenn wir weniger Autos in den Städten haben, dann würden wir über Diesel-Fahrverbote gar nicht mehr reden“, so ADFC NRW-Vorsitzender Thomas Semmelmann.

Verkehrswende: Mehr Platz für Radfahrende in unseren Innenstädten

„Nur das Fahrrad kann unsere Städte retten. Wir brauchen eine Verkehrsplanung, die den Rad- und Fußverkehr zu den wichtigsten Verkehrsträgern der Stadt macht. Wir müssen sofort damit beginnen, den Straßenraum neu aufzuteilen und den Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, den Großteil der Fläche zu geben“, fordert die RADKOMM-Vorsitzende Dr. Ute Symanski. Die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien blicken mit großem Interesse auf die Fahrrad-Volksinitiative. Das Ergebnis wird Signalwirkung haben und zeigt jetzt schon, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich eine neue Ausrichtung in der Verkehrspolitik wünschen.

„Mobile Weihnachtsmärkte“ zur Halbzeit am 3. Advent

Am 16. Dezember – genau 6 Monate nach dem Start der Volksinitiative – finden in verschiedenen Städten (Bad Honnef, Dortmund, Düsseldorf, Herford, Köln, Mönchengladbach, Münster, Unna) Weihnachtsaktionen in Form von „Mobilen Weihnachtsmärkten“ statt. Gestartet wird an zentraler Stelle. Genaue Informationen zu Uhrzeit und Treffpunkt finden Sie demnächst unter www.aufbruch-fahrrad.de und auf der Startseite des ADFC NRW unter www.adfc-nrw.de.

Fahrradklima-Test mit Rekordbeteiligung in NRW

Dass das Fahrrad als Verkehrsmittel der Wahl bereits angekommen ist, zeigen die hohen Beteiligungszahlen beim ADFC-Fahrradklima-Test. Bei dieser Befragung zur gefühlten Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt haben in NRW über 41.000 Menschen mitgemacht. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2016 konnte die Zahl der Teilnehmenden tatsächlich um 45 Prozent gesteigert werden. Hier wird deutlich: Das Fahrrad ist den Menschen wichtiger denn je. Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests werden im Frühjahr 2019 veröffentlicht.

Über die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“

Mindestens 66.000 Unterschriften innerhalb eines Jahres sind erforderlich, damit sich der Landtag NRW mit der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ und den Forderungen nach mehr Radwegen und Sicherheit im Straßenverkehr, mehr Fahrrad-Expertise in Ministerien und Behörden, finanzieller Förderung von Lastenrädern und kostenloser Mitnahme von Rädern im Nahverkehr beschäftigt. Die Projektsteuerung für die Volksinitiative liegen bei der Organisation RADKOMM e.V. aus Köln und dem beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) NRW. Auch der BUND NRW, NABU NRW, der VCD NRW, Robin Wood, Greenpeace oder das Institut für Kirche und Gesellschaft sind neben vielen anderen Mitglied im Aktionsbündnis, ebenso viele Orts- und Kreisverbände von ADFC und VCD oder lokale Initiativen. Eine komplette Übersicht ist unter www.aufbruch-fahrrad.de zu finden. Das Instrument der Volksinitiative versteht sich als „Verkehrswende von unten“ und hat seinen Ursprung in Berlin. Dort wurde am 28. Juni 2018 nach erfolgreichem Volksentscheid das erste deutsche Fahrradgesetz in Form eines „Mobilitätsgesetzes“ beschlossen.

Christina Wolff, RADKOMM

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