Was nützt eine AC-Ladestation, bei der die Parkdauer auf 2 Stunden begrenzt ist?

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LeserInnenbrief
Foto: Pixabay/blende12 | bearbeitet: Hh

Sehr geehrte Damen und Herren,

so sehr ich die Installation der neuen öffentlichen Ladestationen durch die BHAG begrüße, frage ich mich, ob dabei überhaupt nachgedacht wurde, für was für Benutzungsszenarien diese gedacht sein sollen. Hat die BHAG mit Leuten gesprochen, die schon länger e-Auto fahren, und ermittelt, was eigentlich benötigt wird. Zumindest die Station in Rhöndorf scheint völlig am Bedarf vorbei geplant worden zu sein:

Was nützt dort eine AC-Ladestation, bei der die Parkdauer auf 2 Stunden begrenzt ist? Sowas macht an Stellen Sinn, wo sich Leute nur kurz aufhalten, z.B. zum Einkaufen. Da nimmt man als e-Auto-Fahrer kostenloses Laden gerne mal mit, richtig notwendig ist es aber nicht, eher ein nice-to-have, bzw. ein Lockmittel des Supermarktes, eher dort einzukaufen. Denn man bekommt in der kurzen Zeit mit den meisten e-Autos ohnehin nicht richtig viel Strom geladen, denn die wenigsten Fahrzeuge können 22 kW, realistisch sind oft zwischen 4,5 und 11 kW an so einer Ladesäule. Und Rhöndorf ist nun nicht gerade als Shopping-Meile bekannt.

Bedarf besteht an einer Ladesäule dort durchaus, aber die Szenarien sind andere, und die funktionieren mit der 2-Stunden-Parkscheibe-Lösung nicht:

a) Leute kommen zum Wandern nach Rhöndorf, teils auch von weiter weg und müssen ihr Auto laden, damit sie wieder zurück nach Hause kommen. Wie soll das gehen bei 2 Stunden? Da ist man dann gerade auf dem Drachenfels und kann doch sein Auto nicht umparken.

b) Leute, die in Rhöndorf Urlaub machen (sog. destination charging / Zielortladen). Die sind darauf angewiesen, dass sie am Urlaubsort ihr Auto möglichst über Nacht vollladen können, denn Schnellladestationen gibt es ja in Honnef nicht. Auch das geht in 2 Stunden nicht. Hier wäre schon geholfen, wenn die 2h-Begrenzung nur tagsüber gelten würde, denn in der Nacht ist sie ohnehin völlig unsinnig, kein Mensch parkt mitten in der Nacht sein Auto um.

Noch schlimmer ist, dass die Parkdauer-Begrenzung vorher nicht ersichtlich ist, davon steht nämlich weder etwas auf der BHAG-Webseite noch in der eCharge-App. Wenn ich jetzt als E-Auto-Fahrer meinen Wanderausflug nach Rhöndorf plane und davon ausgehe, dass ich während meiner Wanderung hier den Wagen für die Rückfahrt laden kann, um dann erst vor Ort zu sehen, dass man nur zwei Stunden dort stehen darf, habe ich ein echtes Problem.

Daher bitte bei der Installation der Ladesäulen vorher überlegen, was die Nutzungsszenarien sind (vielleicht mal mit erfahrenen E-Auto-Fahrern sprechen), die Parkzeiten entsprechend anpassen und diese auch öffentlich klar erkenntlich machen. Damit tun Sie etwas für die Verbreitung von E-Autos, anstatt wie zur Zeit in Rhöndorf eher Frust zu erzeugen.

Viele Grüße,
C. Barber

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2 Kommentare

  1. Vielleicht zeigt sich an diesem Beispiel einmal mehr, wie unzureichend die Technologien zur E-Mobilität heute noch sind – und damit nicht massentauglich.

  2. Naja, es liegt hier weniger an der Technologie als am fehlenden Verständnis, wie sie funktioniert. Benziner parken ja auf dem Platz auch ohne Zeitlimit, und genauso muss es den Elektroautos ermöglicht werden, nur dass diese eben dabei laden können. Im Rahmen der Zunahme der Autos muss dann in den kommenden Jahren auch die Zahl der Ladepunkte wachsen.
    Meine Prognose ist, dass es dort in 10 Jahren mindestens 10 Ladepunkte geben wird.

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