Bad Honnef. Die geplanten Windenergieanlagen auf dem Dachsberg sorgen weiterhin für Diskussionen in der Bürgerschaft. Während Befürworter auf den Beitrag zum Klimaschutz und zur regionalen Wertschöpfung verweisen, äußern Anwohner Sorgen – etwa hinsichtlich möglicher Lärmbelastung, Eingriffe ins Landschaftsbild oder Sicherheitsfragen. Die BHAG betont auf der Website windenergie-dachsberg.de, diese Bedenken ernst zu nehmen, und setzt auf Information und Transparenz.
Bereits seit 2022 beschäftigt sich der Rat der Stadt Bad Honnef mit dem Vorhaben, so die BHAG. Nach weiteren Beschlüssen im Juli 2023 und zuletzt im Februar 2026 sei das Projekt weiter konkretisiert worden. Ziel sei es, mit modernen Windenergieanlagen einen Beitrag zur lokalen Energiewende zu leisten.
Immer höhere Anlagen – auch am Dachsberg
Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigt: Windenergieanlagen werden zunehmend höher und leistungsfähiger. Im brandenburgischen Schipkau entsteht derzeit das wohl höchste Windrad der Welt. Das sogenannte GICON-Höhenwindrad soll eine Gesamthöhe von rund 300 Metern erreichen und 2025/2026 in Betrieb gehen. Es würde damit bisherige Rekordhalter deutlich übertreffen – etwa Anlagen in Gaildorf mit rund 246,5 Metern Höhe oder Windparks in Niedersachsen mit teils über 200 Metern.
Die Anlage in Schipkau soll nach Angaben der Entwickler nahezu doppelt so viel Energie erzeugen wie herkömmliche Windräder. Auch die Planungen am Dachsberg bewegen sich in dieser Dimension: Mit etwa 250 Metern Höhe würden die Anlagen zu den höchsten in Deutschland zählen.
Fakten statt Befürchtungen
Die BHAG führt mehrere Argumente für die Windenergie an. So gilt sie als wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel: Allein im Jahr 2017 seien durch Windkraft in Deutschland rund 71 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart worden. Zudem amortisiere sich der Energieaufwand für die Herstellung eines Windrads nach Angaben der Branche bereits innerhalb weniger Monate.
Auch wirtschaftlich spielt die Windenergie eine zentrale Rolle. Moderne Anlagen können mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgen und zählen zu den kostengünstigsten Formen der Energieerzeugung. Gleichzeitig trägt der Ausbau dazu bei, die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.
Chancen für die Region
Ein weiterer Fokus liegt auf den Effekten für ländliche Räume wie das Siebengebirge. Durch Beteiligungsmodelle, Steuereinnahmen und Fördermaßnahmen könnten Kommunen direkt profitieren. Einnahmen würden etwa in Infrastrukturprojekte oder soziale Einrichtungen fließen, erklärt die BHAG.
Zudem verweist die Branche auf ihre Bedeutung als Arbeitgeber: Bundesweit sind rund 160.000 Menschen im Bereich der Windenergie tätig – deutlich mehr als in der Braunkohleindustrie.
Bürgerinitiative fordert Alternativen
Gleichzeitig formiert sich vor Ort Widerstand – allerdings nicht grundsätzlich gegen erneuerbare Energien. Mit der Initiative F.A.I.R. hat sich eine Gruppe gegründet, die sich für die Energiewende ausspricht, „aber nicht um jeden Preis“. Die Initiative plädiert für eine aus ihrer Sicht sinnvollere Umsetzung und sieht Alternativen zu den geplanten Großanlagen am Dachsberg. Auf ihrer Website listet sie verschiedene Solarprojekte als Alternativen auf, etwa auf Einfamilienhausdächern sowie auf Flächen entlang von Autobahnen und Straßen, an Lärmschutzwänden oder auf Carports.













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