Bonn. Die Bundesstadt feiert ihr 30-jähriges Jubiläum als Standort der Vereinte Nationen – und das sichtbar, kreativ und öffentlich zugänglich: Ein großflächiges Graffiti-Mural am Brassertufer verwandelt die Rheinpromenade in eine eindrucksvolle Open-Air-Galerie.
Bereits zum vierten Mal schmückt ein sogenanntes „Sommer-Mural“ die Wand unterhalb des Ameron Bonn Hotel Königshof. Initiiert wurde das Projekt vom Kulturamt gemeinsam mit dem Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit sowie dem Verein Arts four love und dem Hotel. Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettbewerbs: „30 Jahre UN-Stadt Bonn“.
Kunst trifft globale Themen
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Künstlerinnen und Künstler setzen sich in ihren Arbeiten mit zentralen Themen der internationalen Zusammenarbeit auseinander: Frieden, Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft. Dabei reicht die Bandbreite von abstrakten Symbolwelten bis hin zu konkreten, teils kritischen Darstellungen aktueller globaler Herausforderungen.
Das Mural versteht sich dabei nicht nur als Kunstwerk, sondern auch als gesellschaftliches Statement – für Offenheit, Vielfalt und den Dialog über die Rolle der UN in Bonn und weltweit.
Große Resonanz, starke Motive
Mit 29 eingereichten Skizzen und insgesamt 48 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern war das Interesse so groß wie nie zuvor. Die Teilnehmenden kamen aus der Region sowie aus Städten wie Berlin, Köln oder Wuppertal.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhält aktuell das Werk „Kid with a dream“ der Bonner Künstlerin „Jacci.x3“. Auch die Arbeit von „TrashmaidBerlin“, die mit einer Interpretation des Blauen Engels auf die Plastikverschmutzung der Meere aufmerksam macht, zieht viele Blicke auf sich. Darüber hinaus haben sich unter anderem Gruppen wie die „UN Volunteers“ und die „BonnGirls“ mit eigenen Beiträgen verewigt.
Insgesamt arbeiteten die Beteiligten zwölf Tage lang unter wechselhaften Wetterbedingungen an der rund 300 Quadratmeter großen Wand. Zum Einsatz kamen unterschiedlichste Techniken – von klassischem Graffiti über Schablonenkunst bis hin zu aufwendiger Wandmalerei.
Street Art mit Konzept
Das Projekt ist Teil eines größeren Konzepts: Seit Ende 2022 wird die Wand im Winterhalbjahr für legales Graffiti freigegeben. Im Sommer hingegen entsteht jeweils ein gemeinschaftlich gestaltetes Mural, das mehrere Monate bestehen bleibt – auch aufgrund der exponierten Lage direkt unterhalb der Hotelterrasse.
Die Themen der vergangenen Jahre zeigen die inhaltliche Bandbreite: von „Grenze – Rhein – Limes“ (2023) über „Starke Frauen“ (2024) bis hin zu „Bonn – Stadt – Heimat“ (2025).
Bis Oktober zu sehen
Das aktuelle Mural zum UN-Jubiläum ist noch bis Mitte Oktober am Brassertufer zu sehen – und dürfte in den kommenden Monaten nicht nur Kunstinteressierte, sondern auch Spaziergänger und Touristen anziehen.
Damit setzt Bonn einmal mehr ein sichtbares Zeichen für seine internationale Rolle – und zeigt, wie urbane Kunst gesellschaftliche Themen aufgreifen und in den öffentlichen Raum tragen kann.










