Königswinter/Bad Honnef. Gute Nachrichten für Pendlerinnen und Pendler zwischen Bad Honnef, Königswinter und Bonn: Die umfassend sanierte Tunnelkette der B42 steht kurz vor der Rückkehr zum regulären zweispurigen Verkehr. Wie Straßen.NRW mitteilt, plant die Regionalniederlassung Rhein-Berg die vollständige Verkehrsfreigabe für Mitte April.
Bauarbeiten baulich abgeschlossen
Mit Abschluss der vorherigen Bauphase am 22. Februar sind die Arbeiten in den Tunneln Oberkassel und Oberdollendorf sowie in der Galerie Oberdollendorf baulich beendet. Aktuell laufen die letzten technischen Prüfungen, behördlichen Abnahmen und vorbereitenden Schritte zur Inbetriebnahme.
In der laufenden Phase ist nicht mehr die linke, sondern die rechte Spur gesperrt. Die Tests finden überwiegend an Seitenstreifen und Notgehwegen statt – dort, wo sicherheitsrelevante Technik wie Notrufnischen, Fluchttüren oder Löschwasserentnahmestellen installiert ist. Gleichzeitig wurden die Sperrbereiche deutlich verkürzt: In Fahrtrichtung Bonn reicht die einspurige Verkehrsführung nur noch bis hinter den Tunnel Oberkassel, in Richtung Bad Honnef bis hinter den Tunnel Oberdollendorf.
Umfangreiche Sicherheitsprüfungen
Bereits im November 2025 wurden sogenannte Brand-Rauch-Versuche durchgeführt. Unter realitätsnahen Bedingungen prüften Fachleute, ob Branddetektion, Lüftung, Alarmierung und weitere Systeme im Ernstfall automatisch und zuverlässig funktionieren. Laut Straßen.NRW verliefen diese Tests erfolgreich.
Im Dezember folgten Prüfungen der verkehrs- und betriebstechnischen Anlagen. Dabei zeigte sich in einzelnen Bereichen Optimierungsbedarf, weshalb Anfang Februar weitere nächtliche Sperrungen erforderlich waren. Besonders anspruchsvoll ist die Vernetzung der Sicherheitskomponenten, da auf der B42 mehrere Tunnelbauwerke unmittelbar aufeinander folgen.
„Blindbetrieb“ der Anzeigetafeln
Derzeit laufen die Anlagen im sogenannten „Blindbetrieb“. Dabei werden sämtliche Systeme unter realen Verkehrsbedingungen getestet – etwa ob Wechselverkehrszeichen korrekt angesteuert werden. Die Anzeigeinhalte bleiben für die Verkehrsteilnehmenden in dieser Phase noch unsichtbar.
Vier Wochen Probebetrieb
Nach der geplanten Freigabe schließt sich ein rund vierwöchiger Probebetrieb an. In dieser Zeit werden unter anderem:
- Verkehrsdetektoren kalibriert,
- Steuerungen und Sensorparameter optimiert,
- Stromversorgungseinrichtungen messtechnisch überprüft,
- Bedienoberflächen der Tunnelleitzentrale angepasst.
Eingriffe in den Verkehr sind während dieser Phase grundsätzlich nicht vorgesehen – nur bei gravierenden Abweichungen wären Maßnahmen notwendig.
Hintergrund: Sanierung aus Sicherheitsgründen
Die Tunnel Oberkassel und Oberdollendorf sowie die Galerie Oberdollendorf stammen aus den frühen 1980er Jahren. Auslöser der umfassenden Modernisierung waren europaweit verschärfte Sicherheitsanforderungen an Straßentunnel nach schweren Tunnelunfällen um die Jahrtausendwende.
Im Zuge der Sanierung wurden unter anderem Flucht- und Rettungswege erweitert, Feuerwehrzugänge verbessert, Betonbauwerke instandgesetzt, Fahrbahn und Entwässerung erneuert sowie ein unterirdisches Löschwasserbecken errichtet. Auch Funkanlagen, Schachtbauwerke und Betriebsgebäude wurden technisch auf den neuesten Stand gebracht.
Bauen unter Verkehr – mit Risiken
Mit rund 50.000 Fahrzeugen täglich zählt dieser Abschnitt der B42 zu den stark belasteten Nord-Süd-Verbindungen zwischen Bonn, Königswinter und Bad Honnef. Oberstes Ziel war daher, den Verkehr – abgesehen von notwendigen Vollsperrungen – aufrechtzuerhalten.
Wie Straßen.NRW einräumt, bringen Sanierungen im Bestand immer wieder unvorhersehbare Herausforderungen mit sich. Schäden an der vorhandenen Bausubstanz würden oft erst im Baufortschritt vollständig sichtbar – so auch bei der Tunnelkette.
Mit der bevorstehenden zweispurigen Freigabe endet für viele Verkehrsteilnehmende eine lange Phase mit Einschränkungen. Nach Angaben der Behörde dienten die Maßnahmen jedoch der nachhaltigen Erhöhung der Verkehrssicherheit – und sollen die wichtige Verbindung entlang des Rheins langfristig leistungsfähig halten.












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