Blamage für die Kultur und die Stadt

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Was für eine Blamage! Die bundesweit angekündigten Konzerte auf der Insel dürfen nicht stattfinden: kein Klassikkonzert, kein Andreas Vollenweider, keine Patti Smith, keine Stephanie Troscheit.

Allerdings handelt es sich um einen Hängebeschluss, bedeutet, es kann auch noch alles anders kommen. Trotzdem:

Was ist geschehen?

Die Insel liegt in einem besonders schützenswerten Naturgebiet. Wer hier Konzerte veranstalten möchte, benötigt eine Ausnahmegenehmigung. Die beantragt beispielsweise immer der Stadtjugendring, bevor er R(h)einspaziert durchführt. Im Falle der jetzt geplanten Inselkonzerte ist das nicht bzw. erst auf Druck des Verwaltungsgerichts geschehen.

Erst am vergangenen Montag (30. Mai 2022) wurde vom Kreis die Erlaubnis für die Durchführung der Konzerte erteilt. Gegen diese Erlaubnis richtete sich der neuerliche Eilantrag des BUND, dem heute das Verwaltungsgericht stattgegeben hat. Der Veranstalter selbst habe die notwendige Erlaubnis erst am 25. Mai 2022 beantragt.

Das alles wirft Fragen auf: Wieso kennen sich die örtlichen Verwaltungen nicht mit ihrer eigenen Genehmigungspraxis aus? Wieso wurden Verträge geschlossen, bevor die rechtlichen Voraussetzungen klar waren? Warum hat der Veranstalter den Antrag erst so spät gestellt?

Und in welches Licht wurde der BUND gerückt, der eigentlich nichts anderes einforderte, als das, was das Gericht bereits mit dem letzten Entscheid verkündete: Geltendes Recht beachten. Und dabei ging es noch nicht einmal im Einzelnen um die Frage, wer verstößt hier wie, womit und warum gegen den Naturschutz?

Das alles ist ziemlich bedauerlich, denn im Endeffekt könnte diese Entwicklung bedeuten, dass nun überhaupt keine größere Musikveranstaltung mehr auf der Insel stattfinden kann.

Ein Kulturkonzept für Bad Honnef ist dringend erforderlich.

 

 

2 Kommentare

  1. Was bedeutet das jetzt bitte für das Nick Mason Konzert, das bereits wegen Corona zweimal verschoben wurde? Findet das am 2. Juli statt oder nicht? Gibt es eine neue Location für das Konzert oder fällt es zum dritten mal aus. Ganz sicher wird sich kein internationaler Star mehr in die Nähe von Bad Honnef (bad, really bad) verirren.
    Alle, wirklich alle Beteiligten haben sich hier wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Soviel Verständnis ich für Umweltschutz und Lärmschutz habe, soviel Verständnis habe ich auch dafür, dass die Menschen auch ein Recht auf Unterhaltung und damit Konzerte haben!

  2. Das sehe ich auch so, aber wenn man die Insel unter einen besonderen Schutz stellt – und das machen in der Regel immer Institutionen des Staates ( Bund, Länder oder Kommunen) – muss man sich bei Überlegungen zur Nutzung der Insel auch daran orientieren.

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