Bad Honnef. Anwohner kritisieren erneut die Außengestaltung der Gesamtschule St. Josef in Bad Honnef. Bereits vor fast sechs Wochen schrieben sie an das Erzbistum Köln. Auf ihre E-Mail vom 25. Juni erhielten sie bisher keine Antwort. Auch die aus ihrer Sicht bestehenden Mängel hat das Erzbistum nicht behoben.
Die Anwohner kritisieren vor allem die große Asphaltfläche auf dem Schulgelände. Sie bezeichnen diese Fläche als „Bausünde“. Der Bauherr ignoriere die Vorgaben für Klimaschutz und ökologisches Bauen. Den Anwohnern geht es nicht nur um das Aussehen, sondern auch um die Folgen der versiegelten Fläche für das örtliche Klima.
Um ihre Kritik zu begründen, verweisen die Anwohner auf eigene Messungen. Nach eigenen Angaben haben sie am 10. und 11. Juli 2026 die Temperatur mit einem Infrarotthermometer gemessen. Die Lufttemperatur lag morgens bei 17 Grad und nachmittags bei 32 Grad. Eine nahe Grünfläche mit Gras und Blumen erreichte Oberflächentemperaturen zwischen 18 und 36 Grad.
Auf der Asphaltfläche der Schule maßen sie dagegen schon am Morgen eine Oberflächentemperatur von 25 Grad. Am Nachmittag zeigte das Thermometer dort sogar einen Spitzenwert von 60,4 Grad. Selbst gegen 22 Uhr speicherte der Asphalt noch knapp 40 Grad. Die Anwohner sehen darin einen klaren Beweis dafür, wie stark sich versiegelte Flächen aufheizen und die Hitzebelastung im Sommer verstärken.
In ihrem Schreiben erwähnen sie auch die zunehmenden Folgen des Klimawandels und die Debatte über Gesundheitsgefahren durch Hitze. Als weiteren Beleg nennen sie aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts zu hitzebedingten Todesfällen.
Zudem berufen sich die Anwohner auf § 8 Absatz 1 der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen. Das Gesetz schreibt vor, dass nicht überbaute Flächen auf einem Grundstück Wasser aufnehmen können müssen. Sie sind zu begrünen oder zu bepflanzen, wenn sie nicht für eine andere erlaubte Nutzung nötig sind. Die Anwohner finden, dass die Gestaltung des Schulgeländes diesen Regeln nicht entspricht.
Sie fordern das Erzbistum Köln erneut auf, die Planungsfehler zu korrigieren. Das Erzbistum soll die versiegelten Flächen verkleinern.
Eine Stellungnahme des Erzbistums Köln zu den Vorwürfen liegt bisher nicht vor. Sobald sie eingeht, wird dieser Beitrag ergänzt.
Der Originalbrief:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit Datum vom 25. Juni 2026 haben wir Ihnen per Mail geschrieben, dass die Gestaltung an der Gesamtschule St. Josef zahlreiche Mängel aufweist und der Korrektur durch den Bauträger (Erzbistum Köln) bedarf. Nach fast sechs Wochen ist noch keine Reaktion zu erkennen. Weder gibt es ein Antwortschreiben noch wurden Rückbaumaßnahmen der fehlerhaften Planungen eingeleitet. Ausbleibende Reaktionen sind aber keine geeignete Methode, anstehende Probleme zu lösen, wie gerade das Erzbistum Köln in den letzten Jahren (in allerdings weitaus übleren Zusammenhängen) lernen musste.
Wir ersuchen Sie erneut, die geschilderten Mängel abzustellen. Täglich haben wir diese scheußliche Bausünde vor Augen, sobald wir unser Haus verlassen. Dabei geht es nicht darum, unsere persönlichen Bedürfnisse nach einer ansehnlichen Baugestaltung im öffentlichen Raum zu erfüllen. Vielmehr ist das Erzbistum in der Pflicht, der Verantwortung für Klimaentwicklung und Ökologie nachzukommen.
In den letzten Wochen und Monaten überschlugen sich die Berichte über fatale Hitzeprobleme, und schon vor Jahrzehnten haben verantwortungsvolle gesellschaftliche Akteure vor den Schäden durch Flächenversiegelung gewarnt .
Heute meldet das RKI bislang 9800 Hitzetote für 2026 in Deutschland. Alle Spatzen pfeifen es von den Dächern: asphaltierte Flächen führen zu Hitzestau .
Wir haben am 10. und 11. Juli 2026 ab 8:00 Uhr stündlich Temperaturmessungen mit einem Infrarotthermometer vorgenommen und begannen mit einer Lufttemperatur von 17 Grad. Die maximale Lufttemperatur betrug um 16:00 Uhr 32Grad. Die Vergleichsmessung auf einer sonnenbeschienenen Fläche mit Gras und Blumen lag morgens bei 18 Grad und nachmittags bei 36 Grad.
Die im Bild zu sehende Fläche an der Realschule aber startete am Morgen schon mit 25 Grad Nachtspeichertemperatur und erreichte um 16:00 Uhr Werte, wie sie aus dem Death Valley bekannt sind: 60,4 Grad. Abends gegen 22:00 Uhr speicherte der Asphalt immer noch knapp unter 40 Grad. Das Ergebnis wird auch Sie nicht überraschen – an St. Josef wird es heiß.
Das möchte niemand in Bad Honnef, und das kann auch das Erzbistum nicht wollen. Aber warum macht das Erzbistum so etwas?
Im Übrigen brauchen wir darüber keine Diskussion zu führen:
§ 8 Abs. 1 BauO NRW 2018
„Die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind als Grünfläche 1. wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und 2. zu begrünen oder zu bepflanzen, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung nach Satz 1 benötigt werden.“
Landesgesetz, Landtag NRW, zuständige oberste Bauaufsichtsbehörde: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD NRW)











Es wäre auch höchste Zeit, dass alle Lehrer/Innen der Schule dort parken können, und nicht gezwungen sind, ihre Autos in den Nebenstrassen unterzubringen. Wie die Lehrer/Innen von drei Schulen in wenigen Strassen ( Bismarckstrasse, Am Feuerschloesschen, Königin-Sophie Strasse, Wilhelmstrasse ) parken sollen, ist mir ein Rätsel. Viele derer, mit denen ich habe sprechen können, beklagen sich über diese miserable Lage. Wer seine Arbeit in Honnef verrichtet, da aber nicht wohnt, muss in Honnef problemlos parken können.