Franziskus-Chef: Klares „Ja!“ zum Schulbetrieb – Sind das jetzt gute Zeichen?

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Rechtsrheinischer Fährbetrieb zwischen Bad Honnef und Nonnenwerth

Nonnenwerth – Freunde werden sie vielleicht so schnell – wenn überhaupt –  nicht, der Betreiber des Franziskus Gymnasiums Nonnenwerth und die Elternvertreter, die nach einer alternativen Betreiberschaft suchen. Doch es gibt vielleicht Anhaltspunkte, dass es letztlich doch zu einer Lösung kommen könnte. 

Einer ist natürlich das riesige allgemeine Interesse an dem Fortbestand des Gymnasiums, das gerade erst durch die Demo gestern in Bad Honnef unter Beweis gestellt wurde. Ein anderer das aktuelle Bekenntnis des Geschäftsführers der „Privates Gymnasium Nonnenwerth gGmbH“, Peter Soliman, der heute gegenüber „Honnef heute“ auf die Frage,  ob er nach wie vor bereit dazu sei, den Schulbetrieb fortzusetzen, erklären ließ: „Ein klares Ja!“ Voraussetzung sei die Vertretbarkeit der wirtschaftlichen Belastung durch die von ihm ermittelten Brandschutzkosten.

Eine Fortführung des Schulbetriebs „wäre ja beispielsweise auch der Fall gewesen bei einer Trägerübernahme durch Schloss Hagerhof bzw. Carpe Diem“, so der Soliman-Sprecher. Unter neuer wirtschaftlich fundierter Trägerschaft – wie diese bei Hagerhof oder Carpe Diem möglich gewesen wäre – könne die Schule weiter bestehen.

In Gesprächen mit Hagerhof und Carpe Diem sei man sich bis auf wenige Punkte bereits einig gewesen. In beiden Fällen hätte die Höhe der Miete (ca. 7 bis ca. 8 Euro pro Quadratmeter) dazu geführt, „dass das Weiterbestehen des Franziskus Gymnasiums Nonnenwerth (unter neuer Trägerschaft) in diesen Modellen für Herrn Soliman absolut wirtschaftlich vertretbar war. Er hätte ja in beiden Fällen die Brandschutzmaßnahmen sogar selbst durchgeführt“, so der Sprecher. Im Falle eines Engagements von Schloss Hagerhof wäre der frühere Geschäftsführer der Bad Honnefer Schule, Michael Laufer, der Verantwortliche für die pädagogische Integration von Nonnenwerth und die erforderlichen Planungen geworden.

Der Elternschaft hätte Soliman folgendes Angebot gemacht: „Kein Kaufpreis für die Trägergesellschaft, Gebäude mietfrei für zwei Jahre, langfristige Miete (2€/qm) oder entsprechende Erbpacht über 25 Jahre oder länger. Im Gegenzug sollte eine Übernahme der Brandschutzthemen durch den neuen Träger erfolgen“.

Denn das sei klar: Wenn die Schule weitergeführt werde, dann nicht unter der „Privates Gymnasium Nonnenwerth gGmbH“, sondern nur mit einem neuen Träger. Und die Insel samt Immobilie wolle er auch nicht verkaufen.

„Wichtiger erster Schritt“

Montagmorgen kam es zu einem Gespräch zwischen dem von Soliman beauftragten Brandschutzexperten Paul Corall und dem Sachverständigen der Elternschaft, Markus Kemper. Der aktuelle Träger wertet diesen Austausch als wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen Termin der Experten auf der Insel.

Die Eltern bedauerten am Montag in einer Stellungnahme, dass der Schulträger weiterhin den Zugang zur Insel verweigern würde und eine „Genehmigung zu einem unabhängigen Brandschutzgutachten weiterhin derart konsequent verweigert”.

Laut einer von der Nonnenwerth gGmbH heute verschickten Presseinformation zu dem Gespräch der Brandschutzexperten sei es, wie beim Runden Tisch vereinbart, darum gegangen, dass Markus Kemper als von den Eltern beauftragter Sachverständiger „die gutachterlichen Stellungnahmen der beiden von uns als aktuellem Träger beauftragten Brandschutzexperten sowie die Kostenschätzungen der beiden Architekten einer Plausibilitätskontrolle unterzieht und seine eigene Schätzung erstellt“.

Kemper hätte, so die Darstellung in der Presseinformation, nach eigener Aussage dem Elternverein mitgeteilt, dass die Ausführungen der Brandschutzexperten Paul Corall und Dr. Eckhard Hagen für ihn schlüssig seien. Die in der Elternverein-Finanzplanung berücksichtigten Kosten für die Brandschutzsanierung in Höhe von 900.000 EUR könne er nicht nachvollziehen. Laut Kempers Ausführungen fielen nach seiner Einschätzung auch ohne Sprinkleranlage Kosten in Höhe von mehr als 2 Mio. EUR für Brandschutzarbeiten an. Ergänzende Kosten müsste ein Architekt kalkulieren.

Der GA berichtet, laut Kemper würden bei den Gutachten der Schule konzeptionelle Ansätze zur Beseitigung der Mängel nicht beschrieben, sondern ausschließlich bauliche. Für eine Prüfung müsse er auf die Insel.

Peter Soliman: „Selbst wenn Herr Kemper in seiner finalisierten gutachterlichen Stellungnahme einen Betrag ausweisen wird, der niedriger ist als die von Herrn Corall und unseren Experten ermittelten Kosten von mindestens 10 Millionen Euro, werden wir diese von Herrn Kemper nachvollziehbar ermittelten Mindestkosten als Höhe für den Kapitalnachweis akzeptieren. Da vertrauen wir ganz der Expertise von Herrn Kemper.“

Auf einer neuen Website des Schulträgers werden die Brandschutzkosten wie folgt aufgelistet:

– 5,5 Mio. Euro für Baukosten wie u.a. Feuerlösch-/ Sprinkleranlage, neue Deckenkonstruktionen, Ausbau von Flucht- und Rettungswegen
– 1 Mio. Euro für Planungs- und Ingenieursleistungen
– 3,5 Mio. Euro für die Unterbringung von Klassen in Containern während der Bauphase

Eine weitere gutachterliche Stellungnahme des Brandschutzsachverständigen Eckhard Hagen und des Architekten Ben Dieckmann aus Dezember 2021 beziffert die Kosten für die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen der Schule mit 13,8 Mio. Euro, ist auf der Website zu lesen. Nach dieser zweiten Expertise wäre ein weiterer Betrieb der Schule sogar nur möglich, wenn das gesamte Objekt brandschutztechnisch ausgestattet würde, auch wenn ein Großteil der Flächen ungenutzt bliebe.

SchülerInnen dürfen Insel immer auf jeder Rheinseite verlassen

Aufregung verursachte am Montag vor der Demo ein Vorgang, bei dem Schülerinnen und Schüler von einem Nonnenwerther Sicherheitsdienst an der Nutzung der Fähre nach Bad Honnef gehindert wurden. Die Fähre gehört nicht zur Schule, sondern es besteht ein Vertrag zwischen dem Schulträger und dem Fährbesitzer. In einer Stellungnahme des Schulträgers sprach dieser von einem Kommunikationsproblem.

Heute wurde ein Video veröffentlicht, in dem deutlich zu hören ist, dass ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sagte: „Die sollen bleiben … die dürfen nicht auf die Fähre gehen“. Im Verlauf einer Diskussion mit den SchülerInnen sagte der Sicherheitsmitarbeiter weiter: „Ich muss mit Herr Soliman reden. Das ist meine Anweisung.“

Honnef heute fragte nach, warum Schülerinnen und Schüler nicht die rechtsrheinische Vertragsfähre nutzen können, wann immer sie wollen oder beispielsweise im Krankheitsfall müssen. Dazu teilte der Träger mit,  „dass die Kinder die Insel immer wie gewünscht verlassen können, auf welcher Rhein-Seite auch immer sie das wünschen. Das wird nie geprüft“.

Der gestrige Vorfall sei auf eine Kommunikationspanne „aufgrund der geänderten Vorgaben des SEB“ zurückzuführen. Als das realisiert worden sei, „war das Übersetzen überhaupt kein Problem mehr. Die Verzögerung war ja auch nur kurz“.

 

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