Grafenwerther Spiele – mal eine andere Sicht der Dinge

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Früher, als Patti Smith, Andreas Vollenweider, Nick Mason und Co. ihre Generationen mit Kult-Musik und -Texten begleiteten, war die Welt für die damals jungen Menschen noch in Ordnung. Sie, die KünstlerInnen, wie ihre damaligen Fans heute alle über 70 oder knapp darunter – hatten eine Botschaft. Sie wollten keinen Krieg, hassten Spießer, waren für Gerechtigkeit.

Heute gehören sie zum Establishment und ein Großteil ihres Publikums auch. Protestieren, sich auflehnen, für eine bessere Zukunft kämpfen – das ist jetzt fundamentale Aufgabe der jungen Generationen – Fridays for Future etwa.

Mit einer noch nie dagewesenen Ansammlung von Großkonzerten wollte Bad Honnef – wem auch immer – beweisen, dass der Nabel der Welt bis in die Badestadt reicht. Für unsere jüngeren Bürgerinnen und Bürger mit Super-Stars aus einer anderen Epoche. Da stellt sich unweigerlich die Frage, warum nicht auch Konzerte für Kids auf dem Spielplan standen.

Wenn nun das Schicksal zuschlägt und aus Naturschutzgründen jetzt gar keine größeren Konzerte auf der Insel mehr stattfinden dürfen, wären die Grafenwerther Spiele Ironie pur. Dann nämlich hätten Rock-Oma und -Opa nicht nur all die Jahrzehnte für schlechtes Klima gesorgt, sondern nun auch noch mit eigensinnigem Gestaltungswillen der Jugend die Insel als Konzertfläche genommen. Oder war für die der Spielplatz gedacht?

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