Rheinbreitbach. Mit 87 Jahren gehört Heidi Wunner aus Rheinbreitbach längst zu den erfolgreichsten Seniorinnen im internationalen Tischtennis. Deutsche Meistertitel, Europameisterschaften sowie drei Weltmeistertitel im Doppel und Mixed – die Ausnahmesportlerin hat nahezu alles gewonnen, was es in ihrer Altersklasse zu gewinnen gibt. Nur ein großer Triumph fehlt ihr noch: der WM-Titel im Einzel.
Diesen Traum möchte sich die Spielerin des SV Rheinbreitbach nun bei den 22. Senioren-Weltmeisterschaften erfüllen, die vom 6. bis 12. Juni im südkoreanischen Gangneung stattfinden.
Schon vor fünf Jahren sorgte Heidi Wunner bei den Weltmeisterschaften im Oman für Aufsehen. Damals erreichte sie in der Klasse Ü80 das Finale im Einzel und gewann zugleich Gold im Mixed sowie im Damen-Doppel. Bei den vergangenen Titelkämpfen in Rom gelang ihr dann sogar die erfolgreiche Titelverteidigung im Mixed – ein Erfolg, der bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte.
Es folgte ein regelrechter Medienansturm: Zahlreiche Fernsehauftritte, Interviews im Hörfunk und Berichte in Zeitungen und Magazinen machten die Rheinbreitbacherin weit über die Region hinaus bekannt. „Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet“, erzählt die sympathische Sportlerin. Trotz des Trubels habe sie die Aufmerksamkeit genossen: „So etwas erlebt man wirklich nicht alle Tage.“
Für ihre sportlichen Erfolge und ihr Engagement wurde Heidi Wunner im vergangenen Jahr sogar zur ersten weiblichen Ehrenbürgerin der Gemeinde Rheinbreitbach ernannt.
Unter Druck setzt sich die 87-Jährige vor ihrer Reise nach Südkorea dennoch nicht. „Ich habe schon jetzt alles erreicht, wovon ich früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte“, sagt sie. „Was jetzt kommt, ist Zugabe.“ Natürlich wäre der WM-Titel im Einzel „ein absoluter Traum“, räumt sie ein. Vor allem aber wolle sie „die Abenteuerreise nach Südkorea genießen“.
Die Konkurrenz wird enorm sein: Mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 100 Ländern werden im Olympic Park in Gangneung erwartet. Gespielt wird in Altersklassen ab 40 Jahren aufwärts.
Sportlich fühlt sich Heidi Wunner bestens vorbereitet. Neben dem Training beim SV Rheinbreitbach und im Tischtennis-Stützpunkt Grenzau gehört auch tägliches Üben am heimischen Ballroboter zu ihrem Programm.
Sorgen bereitete allerdings die Anreise. Wegen der aktuellen weltweiten Krisen musste die ursprünglich geplante Flugroute kurzfristig geändert werden. Der notwendige Umweg mit zusätzlichem Zwischenstopp verteuerte die Reise erheblich. „Da ich den Großteil der Kosten selbst trage und keine Sponsoren habe, war das schon ein herber Dämpfer“, erzählt Wunner.
Umso größer war die Freude über eine spontane Unterstützungsaktion des ehemaligen Rheinbreitbacher Ratsmitglieds Klaus-Henning Rosen. Er rief im Bekanntenkreis und darüber hinaus zu Spenden für die Reisekosten auf. „Wer sich so verdient um unseren Ort gemacht hat, dem kann man gar nicht genug danken“, so Rosen.
Wer Heidi Wunner unterstützen möchte, kann unter dem Verwendungszweck „Tischtennisweltmeisterschaften Heidi Wunner“ auf das Konto des SV Rot-Weiß Rheinbreitbach bei der Volksbank RheinAhrEifel spenden.
Klaus Riddering











