20 Jahre nach seinem Abitur auf der Rheininsel kehrte der Nonnenwerther Alumnus und erfolgreiche Gründer des Softwareunternehmens LeanIX, André Christ, virtuell an seine alte Schule zurück, um mit aktuellen Oberstufenschüler*innen seine Erfahrungen zu teilen - Foto: LeanIX

Nonnenwerth – Ehemalige beraten Schüler*innen – das ist am Franziskus Gymnasium Nonnenwerth seit vielen Jahren guter Brauch. Bei der gemeinsam von Schulleitung, Schülersprecherteam und dem Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen (VFFE) organisierten Studien- und Berufsberatungsmesse „Jobs – Today, Tomorrow, Together (JTTT)“ informieren alle zwei Jahre zahlreiche Alumni die aktuellen Nonnenwerther Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und geben ihnen wertvolle Tipps für ihre berufliche Laufbahn – und das in diesem Jahr digital per Videokonferenz.

20 Jahre nach seinem Abitur auf der Rheininsel kehrte der Nonnenwerther Alumnus und erfolgreiche Gründer des Softwareunternehmens LeanIX, André Christ, virtuell an seine alte Schule zurück, um mit aktuellen Oberstufenschüler*innen seine Erfahrungen zu teilen – Foto: LeanIX

„Da angesichts der Corona-Pandemie viele externe Angebote für Jugendliche nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, war es uns besonders wichtig, unsere Messe in diesem Jahr trotzdem zu realisieren“, erklärte Astrid Heilmann-Cappel, Koordinatorin für die Studien- und Berufsberatung. Gemeinsam mit engagierten Eltern aus dem VFFE sowie Elisa Scheibe und Vincent Weber aus dem Schülersprecherteam hat sie die digitale Messe organisiert.

Am Freitag, dem 19. März, präsentierten viele Ehemalige den Schülerinnen und Schülern des Inselgymnasiums in mehreren digitalen Seminarräumen ihre Studiengänge und Berufsfelder. Ebenfalls dabei: Interessierte Schülerinnen und Schüler der Schwesterschule ISR Neuss. Das Spektrum der angebotenen Themen war groß und orientierte sich an den zuvor in einer Umfrage unter der Schülerschaft abgefragten Interessen.

„Ausdauer, harte Arbeit, Teamerfolg“ – Einführungsvortrag von André Christ (LeanIX)

Fast genau 20 Jahre, nachdem er sein Abiturzeugnis auf der Insel Nonnenwerth in Empfang nehmen durfte, kehrte André Christ virtuell an seine alte Schule zurück, um den Einführungsvortrag zur diesjährigen Veranstaltung vor 200 Teilnehmer*innen zu halten. Der Gründer und CEO des Bonner Softwareunternehmens LeanIX befand sich tatsächlich gerade am Flughafen und wartete auf seine Rückreise von seiner einzigen beruflichen Reise in den letzten 12 Monaten – in Zeiten von Videokonferenzen kein Problem. Anhand der Erfolgsgeschichte seines Unternehmens, das er 2012 gemeinsam mit einem Partner gründete – „keine Kunden, keine Mitarbeiter, aber viele Ideen“ – und das mittlerweile mit einem Investmentvolumen von über 100 Mio. Dollar zu den wertvollsten Gründungen in NRW zählt, gab er den Schülerinnen und Schülern sehr persönliche Tipps für ihren beruflichen Werdegang.

Das Studium – er selbst studierte Wirtschaftsinformatik – sei dabei nur ein Faktor von vielen. Ebenso wichtig seien für seine eigene Karriere aber der Teamsport, Auslandsaufenthalte, die Arbeit als Freelancer und Praktika gewesen. „Wichtig ist es außerdem, Meilensteine gemeinsam mit seinem Team zu feiern, denn jeder erfolgreiche Abschluss eines Schritts, zum Beispiel die Gewinnung eines Kunden, resultiert aus Ausdauer und harter Arbeit“, so Christ.

dlh

Das Produkt seines Softwareunternehmens LeanIX beschreibt André Christ als „das Google Maps für Unternehmens-IT“: Angesichts eines rasant wachsenden Softwaremarktes bietet LeanIX eine digitale Landkarte, ein Organisationssystem für Software in Unternehmen an. Die Idee ist seit der Gründung im Jahr 2012 „im Wesentlichen bestehen geblieben“, auch wenn sie natürlich weiterentwickelt wurde. „Ein Produkt ist nie fertig“, so André Christ.

Für die Zukunft hat der ehemalige Nonnenwerther zwei Wünsche: Zum einen hofft er auf mehr Softwaregründungen in Deutschland. „Das Potenzial ist hier auf jeden Fall vorhanden, dazu braucht man nicht ins Silicon Valley“, meint Christ. „Daher lautet auch einer unserer Slogans ‚Poppelsdorf statt Palo Alto‘.“ Daneben setzt er sich für mehr Frauen in MINT-Berufen ein und möchte überkommene Klischees über die IT-Branche abbauen. LeanIX unterstützt daher die bundesweite Netzwerk-Initiative „Komm, mach MINT“, die das Ziel hat, Mädchen und Frauen für diese Branche zu begeistern.

Vielfältiges Programm bei der virtuellen Studien- und Berufsberatungsmesse

Im Anschluss an den Einführungsvortrag standen in sechs virtuellen Seminarräumen im 20-minütigen Wechsel weitere ehemalige Nonnenwerther den Schülerinnen und Schülern als Experten Frage und Antwort. Während in einem Raum erklärt wurde, was ein duales Studium ist und wie das Bewerbungsverfahren dazu abläuft, berichteten in einem anderen erfolgreiche (Jung-)Unternehmer von ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Besonders viel Zulauf hatten in diesem Jahr die Alumni, die den Bereich Medizin, Pharmazie und Biologie sowie Jura vorstellten. Außerdem fand das vom Ehemaligen Julian Droste präsentierte „Live-Hacking“ viele Interessenten: Der IT Security Operations Engineer (Deutsche Lufthansa) zeigte live auf, wie Angriffe auf IT-Systeme ablaufen und wie man sich gegen sie wappnen kann.

Nach vielen aufschlussreichen Gesprächen und neu geknüpften Kontakten zwischen aktuellen und ehemaligen Nonnenwerthern endete die Veranstaltung nach 2½ Stunden. Statt des bei den Präsenzveranstaltungen der Messe am Franziskus Gymnasium auf der Rheininsel üblichen Glases Sekt mit den Ehemaligen traf man sich in diesem Jahr noch zum virtuellen Coming Together.

Dabei lobten die Referent*innen, die als Karriereberater z.T. auch bereits an anderen digitalen Formaten teilgenommen haben, das von den Veranstaltern eingesetzte stabile und zuverlässige Videokonferenzsystem. „Auch den Schülerinnen und Schülern merkte man an, dass sie bestens vertraut mit virtuellen Veranstaltungen sind“, stellte Referentin Judith Ley fest. Der Selbstständige PR-Berater und ehemalige Nonnenwerther Ruben Schäfer pflichtete ihr bei: „An dieser Veranstaltung erkennt man klar, dass das Gymnasium Nonnenwerth eindeutig eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung einnimmt.“

Gemeinsam mit den ehemaligen Schulkameraden genossen die Referenten noch das Klönen mit einer Reihe von aus der Schulzeit noch gut bekannten Lehrerinnen und Lehrern, bevor man sich verabschiedete und auf das Jahr 2023 freute: bei Jobs – Today, Tomorrow, Together am Franziskus Gymnasium Nonnenwerth – dann hoffentlich wieder in Echt!

hcw
hcw

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein