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Leserpost: Von aufrichtigem und ehrlichem Streit

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Bad Honnef braucht Wachstum, um dem Schicksal zu entgehen, das nicht wenige Rheingemeinden zwischen Bonn und Bingen erleiden. Überalterung, sterbende Innenstädte, 2-Dollar-Läden, ums Überleben kämpfende Einzelhändler, marode Straßen, geschlossene Schulen, dahinrottende Häuser, Wegzug junger Leuten, das, was Bürgermeister Neuhoff “negative Abwärtsspirale” nennt, – alles das kann man entlang der Rheinschiene beobachten.

Wachstum braucht bezahlbaren Wohnraum, speziell für junge Familien. Ein Standort für den „bezahlbaren Wohnraum“ liegt nördlich des Stadtgartens, angrenzend an bestehende Häuser.
Dem widersetzt sich eine Bürgerinitiative, genauer eine Anwohnerinitiative, die sich “Rettet den Stadtgarten” nennt. Natürlich ist es in Ordnung, Eigeninteressen zu haben und zu vertreten. Aber muss man einfordern dürfen, dass mit wahrheitsgemäßen Fakten und angemessenen Argumenten gestritten wird.

Die Wirklichkeit ist aber, dass die Bürgerinitiative Honnefer Bürger bewusst in die Irre führt.

Die Bürgerinitiative wirbt für Ihre Position mit dem Argument, die Stadt wolle den Stadtgarten bebauen, den “retten” zu wollen sie vorgibt. Sie polemisiert deshalb in ihrem Faltblatt mit einem Bild des Stadtgartens mit dem Löwendenkmal für im I. Weltkrieg Gefallene gegen die Bebauungspläne. Ein Plakat zeigt den Löwen mit dem stattlichen Baumbestand des Stadtgartens dahinter. Darunter findet sich eine Fotomontage aus einer identischen Perspektive. Sie zeigt wieder den Löwen und dahinter schäbige Hochhäuser. Damit soll der Eindruck erweckt werden, der Stadtgarten werde verschwinden und durch hässliche Mietskasernen ersetzt.

Das ist einfach verlogen. Es geht überhaupt nicht um den Stadtgarten, sondern es geht um ein städtisches Gelände nördlich des Parks zwischen der B42 und den Gärten von neun Anwohnern der nördlichen Alexander-von-Humboldt-Straße. Unterhalb des Geländes führt eine lehmige Sackgasse vom Stadtgarten etwa 200 Meter bis hinter die Bebauung Am Spitzenbach. Ein von Brennnesseln und Brombeergestrüpp überwucherter Trampelpfad, verläuft hinter den Gärten der Anwohner. Mittendrin liegen, versteckt, ein paar heruntergekommene Schrebergärten.
Die Bürgerinitiative nennt das Gelände, um das es geht, ein “Juwel”, die “grüne Lunge der Stadt” und das “Herzstück der grünen Achse eines Bioverbunds”. Das sind maßlose, absurde Übertreibungen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Den Honnefer Bürgern wird vorgegaukelt, die Stadt wolle wertvolles Parkgelände preisgeben, und damit ein “Juwel” zu opfern. Für wie dumm hält denn die Bürgerinitiative die Bürger Bad Honnefs, wenn sie dreist behauptet, es handele sich um eine einzigartige Oase, um “die Seele baumeln zu lassen”? Davon kann gar keine Rede sein.

Wahr ist, dass die Stadt hier eine der wenigen Möglichkeit hat, ein ihr gehörenden Gelände sozial, wirtschaftlich und ökologisch zu bebauen. So kann Platz für attraktiven, vernünftigen und bezahlbaren Wohnraum entstehen.

Halb Deutschland beneidet uns um unsere einzigartige Lage zwischen Rhein und Siebengebirge. Wollen wir wirklich jungen Familien und älteren Menschen, die hier arbeiten und leben wollen, wohnen in Bad Honnef unmöglich machen, weil ein paar Leute partout keine Nachbarn hinter ihrem eigenen Garten haben wollen?

Nein, die BI begehrt im Grunde gar nichts, außer, dass sich nichts hinter ihren eigenen schönen Häusern und Gärten ändern soll. Man darf das vertreten, aber es bleibt blankes Eigeninteresse. Ein verantwortungsvolles, am Allgemeininteresse orientiertes Eintreten für eine menschen- und umweltfreundliche Gestaltung von Bad Honnef sieht anders aus.

Prof. Dr. Rolf D. Cremer – Vorsitzender, CDU Senioren-Union Bad Honnef

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Prima Wetter – miese Hinterlassenschaften

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Bad Honnef – Petrus hat es an den Feiertagen sehr gut mit uns gemeint. Verständlich also, dass es Menschen bei schönem Wetter ins Grüne zog und sie es sich dort beim Grillen schmecken lassen wollten.

Das sei besonders denen gegönnt, die nicht in einem Haus mit Garten wohnen können. Unverständlich ist aber, warum es den Grillmeistern oder Grillmeisterinnen nicht gelingt, ihren Dreck wieder mitzunehmen oder zumindest alles zusammen in einen großen Müllsack neben die Mülleimer zu stellen. Stattdessen müssen sich Spaziergängerinnen und Spaziergänger zum Ausruhen neben Müllhaufen setzen.

Anstand und Verantwortungsbewusstsein – vielleicht sollten das neben der Digitalisierung auch Schwerpunkte der Bildungsarbeit sein.

Ulla Studthoff

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Leserinnenpost: Ja zum Baustopp!

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Den Aussagen, die Herr Ost in seinem Leserbrief vom 3. Januar 2019 im GA auf Seite 18 trifft, möchte ich entschieden widersprechen: Den Mitgliedern unserer Bürgerinitiative Egoismus vorzuwerfen, halte ich angesichts von 4.416 Unterschriften beim Bürgerbegehren für ziemlich verwegen. Ich selbst wohne in der Bahnhofstraße und kämpfe als Gründungsmitglied der Bürgerinitiative und als mündige Bürgerin aus politischer Verantwortung für die Einhaltung von Werten, die zur Identität unserer Stadt gehören: Stadtgrün, Lebensqualität und Räume für Erholung und Freizeitgestaltung.

Der Löwe bleibt: Wer hätte das je bestritten? Aber unmittelbar neben dem Löwen soll eine Zufahrtsstraße gebaut werden. Damit wird auch der mittlere Teil des Stadtgartens erheblich geschädigt. Herr Ost fordert eine Prüfung des Bauvorhabens, ohne zu konkretisieren, was denn nun geprüft werden sollte. Denn alle prüfungsrelevanten Faktoren sind bekannt: der Dauerstresslärm von Bahn und B42, der an sich schon jede Wohnbebauung ausschließt, die Schadstoff- und Feinstaubbelastung durch schwerölbetriebene Schiffe, Bahn und B42, das Überschwemmungsgebiet, das nach §78 Wasserhaushaltsgesetz eine Wohnbebauung ausschließt, und das wertvolle Biotop mit streng geschützten Tierarten, das die bekannten thermischen Defizite unserer Stadt auszugleichen versucht. Außerdem hat der Bauausschuss in seinem Beschluss, den nördlichen Stadtgarten zu bebauen, ausdrücklich den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung aufgestellt. Was also sollte noch geprüft werden?

Herr Ost verschweigt obendrein, dass der Gesetzgeber ausdrücklich den Bürgerinnen und Bürgern nur zu Beginn des Bauleitplanverfahrens die einzige Chance bietet, das Bauprojekt zu verhindern. Am Ende einer Prüfung besteht diese Chance nicht mehr. Alle Bauprojekte, bei denen dieser Termin versäumt wurde, werden von der Stadt durchgezogen: Floßweg, Sportfläche St. Josef, Hockey- und Bolzplatz. Deshalb können nur jetzt die Bürgerinnen und Bürger die einzige Chance, die sie haben, nutzen, ein völlig unsinniges Bauprojekt zu verhindern, indem sie beim Bürgerentscheid mit JA zum Baustopp stimmen.

Heike de Weerth, Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten!“

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Kontroverse um „Schmuddelecke“

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In meinem Leserbrief habe ich die Formulierung unmissverständlich in den Zusammenhang von Feinstaubbelastung und Lärm von B 42 und Bundesbahn gestellt und betont, dass es für Familien mit Kindern gesündere Baugebiete auch in Bad Honnef gibt.

Mir geht es um den Erhalt von Stadtgrün und ich hätte als Stadtgrün auch das Baumschulwäldchen gern erhalten.

Wie Herr Lübberin, billige auch ich jedem zu, anderer Meinung zu sein. Setze mich im Meinungsstreit auch gern kämpferisch auseinander. Dabei wähle ich, je nach Bedeutung, als Waffe Florett oder Säbel.

Wer allerdings Worte bewusst und gewollt aus dem Zusammenhang löst um dadurch Effekt zu erhaschen, der verliert meinen Respekt.

Da wechselt Herr Lübberin in der Auseinandersetzung von Florett oder Säbel auf Mistgabel und das gefällt mir nicht.

PS.: Auch mit einer Mistgabel lässt sich Feinstaub und Lärm nicht aus der „Schmuddelecke entfernen.

K. Merten

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Mai, 2019

26Mai19:0021:00HG.Butzko mit seinem neuen Programm „echt jetzt“

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Hitler war eine Türkin?!17. Mai 2019
Viel Vergnügen

 

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